Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Reichenbach-Steegen: Zweite Bürgerversammlung zum Thema Hochwasservorsorge

Ein Unwetter zieht auf: Nach einem Starkregen gebe es starke Verschmutzungen in der Straße Am Rothenberg , klagen die Anwohner.
Ein Unwetter zieht auf: Nach einem Starkregen gebe es starke Verschmutzungen in der Straße Am Rothenberg , klagen die Anwohner. Foto: picture alliance / dpa

Die zweite Bürgerversammlung rund um den Hochwasserschutz fand am Mittwochabend im Bürgerhaus in Reichenbach-Steegen statt. Erste Ergebnisse wurden präsentiert und Lösungsvorschläge unterbreitet.

„Die Verbandsgemeinde Weilerbach ist die erste Gebietskörperschaft im Landkreis, die ein Hochwasserschutzkonzept auf den Weg gebracht hat“, betonte Bürgermeisterin Anja Pfeiffer (CDU). Mit der Projektbetreuung wurde Verwaltungsmitarbeiter Rüdiger Mock beauftragt, der auch Ansprechpartner für die Bevölkerung sei. Die Hochwasserproblematik werde nicht punktuell angegangen, sondern flächendeckend. „In Reichenbach-Steegen haben wir die größten Probleme, aber auch das notwendige Potenzial“, sagte Pfeiffer weiter. Allerdings sei die Beseitigung der Probleme nur mit finanzieller Unterstützung möglich. Dies setze eine Antragstellung mit einem Hochwasserschutzkonzept voraus. In der Anhörung während des ersten Bürgerworkshops seien viele Problemstellen genannt worden, die mittlerweile begutachtet wurden.

Entwässerungsgräben und Erdwälle sollen Wasser ableiten

Einige generelle Lösungsvorschläge klangen an diesem Abend im Bürgerhaus bereits an. Zur Vermeidung von Außengebietswasser in der Ortslage seien Erosion und ein Zufluss zu vermeiden, hieß es. Entwässerungsgräben und Erdwälle sollten gezielt Wasser so ableiten, dass es die Ortslage nicht erreichen kann. Den Landwirten wurde empfohlen, die Mulchsaat dem Pflügen vorzuziehen. Falls möglich, sollte sogar zur Direktsaat übergegangen werden. Die Wegeentwässerung müsse schon frühzeitig über die Fläche passieren, sodass die Wassermassen die bebaute Ortslage nicht mehr erreichen. Straßeneinläufe seien stets sauber zu halten, um schon dem ersten Wasser die Möglichkeit zu geben, in die Kanalisation zu gelangen. Die Gewässer regelmäßig von Bewuchs zu befreien, sei zwingend notwendig.

Am östlichen Ortseingang von Steegen – entlang der Landesstraße – tritt der Reichenbach über die Ufer. Dringend notwendig sei dort eine großflächige Rückhaltung der Wassermassen, was mit einem geringen Aufwand umsetzbar sei. Außerdem müsse der Trinkwasserbrunnen geschützt werden. Über die Straßen Am Berg und Geissental fließt Außengebietswasser in den Ort. Dieses bringt Schlamm und Geröll mit. Das Oberflächenwasser staut sich auch im Bereich der Hohl- und Bahnhofstraße. Um das zu vermeiden, müssten Stau- und Ableitungsmöglichkeiten geschaffen werden. Das in die Straße Reichenbach fließende Wasser könne dadurch vermieden werden, dass eine frühzeitige Ableitung in den Reichenbach ermöglicht wird. Denkbar wäre der Erwerb eines verlandeten Teiches, der als Rückhalteobjekt dienen könnte.

Außengewässer spült Schlamm und Geröll in den Ort

In Albersbach gibt es in der Straße Am Höllweg die gleichen Probleme mit Außengewässer, das ebenfalls Schlamm und Geröll in die Ortslage bringt. Ähnlich ist es in der Straße Am Rothenberg, wo die Anwohner über starke Verschmutzungen nach Starkregen klagen. Das störende Wasser in der Albersbacher Straße wird auf die Verrohrung und Verengung im Bereich der Brücke zurückgeführt. Wichtig sei es, so die Experten, den Durchlass auf jeden Fall von Fremdkörpern frei zu halten.

Viele problematische Stellen gibt es offenbar im Ortsteil Reichenbach. Angeführt wurden zum Beispiel die Überschwemmungen in der Hauptstraße zwischen Albersbach und dem Milchhäuschen, das über den Bachlauf gebaut ist. Um hier Abhilfe zu schaffen, bedürfe es einer Rückhaltung vor dem Ort oder in Höhe des Parkplatzes. Der Bachlauf sei von unnötigen Einbauten zu befreien und das verstürzte Ufer sei wieder herzustellen. Eine vorzeitige Ableitung in die offene Fläche sei auch erforderlich, um die Überflutungen im Bereich der Bushaltestelle und des Kindergartens zu vermeiden. Die Anwohner der Horststraße beschweren sich über den Schlamm, der aus den Außenbezirken angeschwemmt wird. Bürger wiesen darauf hin, dass vor Jahren nahe des Kindergartens ein Rückhaltebecken angelegt worden sei. „Seit Jahren hat sich dieses Becken nicht mehr gefüllt“, meinte ein Anwohner. Es liege nahe, den Zulauf zu prüfen. Mit der Herstellung der Funktionsfähigkeit könne hier Entlastung erreicht werden.

Hochwasser ist auch ein Thema am Dorfplatz, wo sich Stromverteilerkasten und Gasleitungen befinden. Da weder die Kabel noch die Rohrleitungen umgelegt werden können, müsse eine Sicherung durch die Installation eines Anprallschutzes her. Ursache für die Probleme in der Kümmelstraße ist die zu flache Ableitung.

Hochwasserschutzkonzept soll Ende des Jahres vorliegen

Fast problemlos ist es in Fockenberg-Limbach. Lediglich im Bereich des Friedhofes gibt es Beanstandungen. Schlamm und Geröll übersät dort nach Starkregen die Straße. Es gebe nur eine Stelle, um das Oberflächenwasser abzuleiten: der Einlaufschacht, der frei gehalten werden muss.

In die Präsentation werden jetzt noch die Anregungen und Hinweise der Bevölkerung aus dem zweiten Bürgerworkshop einfließen. Daraus entsteht dann das Hochwasserschutzkonzept, das gegen Ende des Jahres der Verbandsgemeindeverwaltung vorliegen soll.

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