Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Reichenbach-Steegen: Kerwe mit Rocknacht und Gottesdienst

Diesmal im Zelt: Der ökumenische Gottesdienst gehört zur Reichenbacher Kerwe dazu.  Foto: Potdevin
Diesmal im Zelt: Der ökumenische Gottesdienst gehört zur Reichenbacher Kerwe dazu.

Der Reichenbacher Kerweverein kann in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiern. Der mittlerweile 85 Mitglieder zählende Verein wurde 2009 von ehemaligen Straußbuben gegründet, weil man damit „diese alte Tradition, das Fest auf dem Dorfplatz zu feiern, erhalten wollte“, sagt Erster Vorsitzender Manuel Schwörer. Schwörer ist den etwa 60 bis 70 Helfern dankbar, die auch am vergangenen Wochenende die Kerwe wieder zu einem tollen Fest machten.

Den Startschuss für das Dorffest im Ortsteil Reichenbach gaben am Samstagabend die Hüttenrocker aus Brücken, die im vergangenen Jahr erstmals hier gastierten. Schwörer schätzt, dass gut 400 Besucher an dieser Jubiläums-Rocknacht „mit sehr guter Stimmung“ teilgenommen haben. Der Sonntag begann, wie schon seit rund drei Jahrzehnten in Reichenbach, mit einem ökumenischen Gottesdienst. Schließlich seien, so der Vorsitzende, Kerwe oder Kerb regionale oder mundartliche Bezeichnungen für die Kirchweih. Jenem Fest also, das seit dem Mittelalter anlässlich der Wiederkehr der Weihe des Kirchengebäudes gefeiert wird.

Der Pfarrer kommt mit dem Akkordeon

Während in vielen Orten jener religiöse Ursprung an Bedeutung verloren hat, gehört der Gottesdienst in Reichenbach nach wie vor dazu. Zelebriert wurde er in diesem Jahr wegen der unsicheren Wetterlage im Zelt. Doch nicht nur das war anders als sonst. Auch der Beginn des Gottesdienstes mit Pfarrer Oliver Böß von der evangelischen Kirchengemeinde und Gemeindereferent Michael Huber von der katholischen Gemeinde war diesmal ausgesprochen erheiternd. Zwar kam „de Parre net met de Peif“ in die Kirche, aber dafür mit dem Akkordeon. Da der Gottesdienst das Element „Wasser“ zum Thema hatte, ließ Pfarrer Böß die versammelten Gläubigen zuerst einmal alle möglichen Lieder zu diesem Thema singen und begleitete sie mit seinem Instrument.

Die Straußjugend zieht durch den Ort

Die weitere musikalische Umrahmung hatte der Musikverein Reichenbach unter der Leitung von Jan Epp übernommen. Auch beim anschließenden Frühschoppen und Mittagessen, für das JPs Food Truck Gulasch mit Knödel vorbereitet hatte, sorgte der örtliche Musikverein für beste Unterhaltung. Ab 16 Uhr standen dann Zwei für alle Fälle mit Unterhaltungsmusik auf dem Programm. Zuvor jedoch kamen die „Zwölf Buwe un drei Määd“ als Straußjugend zu ihrem Recht. Musikalisch begleitet vom Musikverein Kollweiler und unter Mithilfe der Traktorfreunde des Arbeiter-Unterstützungs-Vereins zogen sie zunächst durch den Ortsteil, um anschließend den Kerwestrauß aufzustecken und die Kerwerede von Kerwepfarrer Christian Kaiser zu genießen.

Für den Montag war der Frühschoppen auf 14 Uhr festgesetzt – und auch hier gab es wieder musikalische Umrahmung durch das Musikduo Un-Er-Hört. Den Abschluss des Festes gestaltete am Dienstag die Straußjugend mit dem Kerwebegräbnis.

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