Kreis Kaiserslautern
Reichenbach-Steegen: Die Albersbacher Kerwe setzt den Schlusspunkt unter die Feiern im Ort
Die knapp 1500 Einwohner zählende Gemeinde Reichenbach-Steegen besteht aus einst vier selbstständigen Orten – die sich bis heute bestimmte Dorftraditionen bewahrt haben. So feiert alljährlich auch jeder Ortsteil seine eigene Kerwe. Der Kerwereigen beginnt Mitte Juli in Reichenbach und endet jeweils am vierten Oktoberwochenende in Albersbach. Jetzt haben die Albersbacher den Schlusspunkt für das diesjährige Kirmesjahr gesetzt.
Veranstalter des Albersbacher Ortsteilfestes ist der dortige Heimatverein, der 1981 – nachdem das Kerwegeschehen rund 25 Jahre geruht hatte – eigens dafür gegründet wurde, um diese und andere Dorftraditionen wieder aufleben zu lassen und für die Zukunft zu erhalten. Zunächst feierte man das Fest in einer alten Scheune, seit der Fertigstellung des Bürgerhauses ist diese gute Stube der Gemeinde nun Domizil für die Albersbacher Kerwe.
Einen Rummelplatz gibt es nicht. Dennoch sollten an diesem Wochenende auch die Kleinen zu ihrem Recht kommen: Dafür hatte der Heimatverein für den Platz hinter dem Bürgerhaus eine große Hüpfburg organisiert, auf der sich die jüngsten Kirmesbesucher nach Herzenslust austoben konnten.
Begonnen hatte das dreitägige Fest am Samstagabend mit der Partyband „Fullhouse“. Nomen est omen auch in diesem Falle, denn es gab tatsächlich ein volles Haus, wie Vereinsvorsitzende Nicole Fischer berichtete. Der Sonntag begann mit dem traditionellen pfälzischen Kerweessen, denn Rindfleisch mit Meerrettich und Leberknödel standen auf der Speisekarte. Bei den Klängen aus dem Keyboard des Alleinunterhalters Udo Kugge war anschließend gemütliches Beisammensein angesagt und die Zeit bis zum Eintreffen der Straußjugend bestens überbrückt.
Die Mädels haben bei der Kerwe das Sagen
Was mittlerweile in manchen anderen Orten nicht mehr klappt, in Albersbach wurde auch das vom Heimatverein in diesem Jahr wieder gemeistert: die Bildung einer Straußjugend nämlich, bei acht Mädels und zwei Buben allerdings mit eindeutig weiblicher Dominanz. Da die Frauen dort also das Sagen haben, stellten sie mit Charmaine Meuler auch die Rednerin und mit deren Schwester Shakira Meuler den Mundschenk. Nach dem Aufstecken des Straußes, ebenfalls im Saal, ergriff Charmaine Meuler das Mikro und glossierte gekonnt das Ortsgeschehen. Ob „vum Ginter“, der als „Lebensretter“ zwar seine Verdienste hat, bei der gleichzeitigen Ausführung handwerklicher Arbeiten und Betätigung als Koch in der Küche jedoch weniger erfolgreich war, bis zu Missgeschicken anderer Mitbewohner: So mancher bekam auf humorvolle Weise sein Fett weg.
Den Ausklang der Albersbacher Kerwe feierte man am Montag beim Früh- bis Dämmerschoppen mit Wellfleischessen. Zur Unterhaltung gab es ebenfalls wieder Livemusik.