Otterbach
Rehbock dringt in Physiopraxis ein
Mit zwei Fahrzeugen waren die sechs Wehrleute angerückt. Vor Ort fanden sie einen nervösen, aber insgesamt doch recht ruhigen und nicht aggressiven Rehbock in den Praxisräumen vor, berichtet der stellvertretende Wehrleiter, Danny Schulz. Mit Unterstützung weiterer Helfer fingen sie das Wildtier ein, fixierten es mit einer Leine und trugen es mit vier Mann zum Fahrzeug, um es zum nahe gelegenen Waldgebiet zu transportieren und in seine Freiheit zu entlassen.
„So etwas habe ich in meiner Laufbahn als Feuerwehrmann noch nicht erlebt“, meint Schulz im Hinblick auf den außergewöhnlichen ungebetenen Gast. Auch der Presseverantwortliche der Feuerwehr sagt: „Ich habe die Meldung auf meinem Handy zweimal lesen müssen.“ Wildtiere in besiedelten Räumen seien zwar keine Seltenheit, aber dass sie in Gebäude eindringen, sei ihm bislang nicht untergekommen, so Schulz.
„Hansi“ kein Unbekannter bei den Anwohnern
Als Grund für das Verhalten des Rehbocks vermutet die Polizei, dass das Tier von einem Auto aufgeschreckt wurde und in die Eingangspassage der Praxis gerannt sei. Dort habe es die Eingangstür durchbrochen und sich in den hinteren Räumen versteckt. Auch Schulz geht davon aus, dass das Tier an der eher stark befahrenen Straße in Panik gegen die Glastür gelaufen ist und so ins Innere gelangen konnte.
Wie sich herausstellte, war der junge Rehbock kein Unbekannter, so die Polizei. In der Vergangenheit sei er bereits mehrfach von Anwohnern am Ortsrand gesichtet und von Kindern „Hansi“ getauft worden.
Die beschädigte Tür wurde von den Wehrleuten mit einer Holzplatte verschlossen. Verletzte gab es weder auf tierischer noch auf Seite der Einsatzkräfte.