Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Ramstein: Rund tausend Besucher bei Gipsy-Kings-Coverband-Konzert

Amüsieren und mit dem Publikum eine Fiesta haben: Dieser Plan der Band Rumbalea ging in Ramstein hervorragend auf. Foto: VIEW
Amüsieren und mit dem Publikum eine Fiesta haben: Dieser Plan der Band Rumbalea ging in Ramstein hervorragend auf.

Mit Sommerhits wie „Djobi Doba“ und „Bamboleo“ stürmte die Gipsy-Kings-Coverband Rumbalea am Freitagabend den Rathausplatz in Ramstein und sorgte bei der „Spanischen Nacht“ für Urlaubsfeeling. Wieder fanden sich rund tausend Besucher ein und genossen bei Paella und spanischem Rotwein den explosiven Mix aus Afro, Reggae, Salsa, Merengue und Soul.

Als die fünf „Zigeuner-Könige“ aus Freiburg, Karlsruhe und Stuttgart loslegten, fiel den Gästen fast das Kaninchenfleisch der Paella vom Teller. Wieder einmal war die Tonanlage übersteuert. Aber trotz des permanenten Angriffs auf das Trommelfell konnte sich keiner diesen feurigen Rhythmen und der ansteckenden Lebensfreude dieser Musik entziehen. So energiegeladen interpretierten die fünf Musiker die Songs der Gipsy Kings, aber auch von Ricky Martin, Santana und anderen Latino-Stars. Mit souveräner Klarheit, klanglicher Vielfalt und differenzierter Dynamik agierte die Hot-Five und bewegte sich dabei technisch auf hohem Niveau.

Melodien voll überraschender Wendungen

Wie sie Stücken wie „Quero Saber“, „Esa Gitana“ und „Pida Me La“ Spannung verliehen, indem sie die Klangfarben wechselten, das war nicht von schlechten Eltern. Vor allem die beiden Gitarristen Christiano Gitano und Pepe De Alida begeisterten mit – freilich sehr oberflächlicher – Brillanz. Sie „ritten“ den Gitarrenton, ließen ihn laufen, sprangen ihn an, gaben ihm die Sporen, ließen ihm die Zügel schießen und zogen sie wieder an. Fast klangen sie wie ein kleines Orchester. Oft rasten die Finger nach Glissando-Art über die Saiten und erzielten dabei kaskadenhafte Arpeggios. Besonders in dem George Benson-Titel „Breezin“ demonstrierte Christiano Gitano, was er drauf hat. Durch Harmoniewechsel verstand er es hindurchzuswingen und regelrecht zu explodieren. Zur Ausdruckssteigerung benutzte er auch blitzartige Akzentuierungen. So brachte er Melodien hervor, die voll origineller, überraschender Wendungen waren.

Keyboarder Hertenstein besticht mit Ausdrucksvielfalt

Mit Ausdrucksvielfalt wusste auch der Keyboarder René Hertenstein zu bestechen. Besonders in seinen Soli traktierte er die Tasten mit perlenden Läufen, rasanten Trillern und Arpeggios über die ganze Tastatur, während der Bandleader Jan Markus Wolff einen unentwegt pulsierenden Bass für diese Klangkonstruktion legte. Schlagzeuger Christian Kern verstand es, seine raffinierten Schlagfolgen mit Rockmustern zu drapieren und somit den spanischen Flamenco-Klängen einen modernen Anstrich zu geben. Immer wieder wusste er auch mit virtuosen Schlagfolgen genau in die minimalen Pausen der Musikerkollegen hineinzudonnern und die Spannung weiter auf die Spitze zu treiben.

Eine Atmosphäre wie in Saint Tropez

Eine Atmosphäre wie Saint Tropez in den 1980ern aber erzielte Pepe De Alida mit seiner charakteristischen, leidenschaftlichen Stimme. Diese schwelgte dynamisch und facettenreich in ungekünstelter Intensität und klang, als habe er kiloweise Sahara-Sand geschluckt. Wenn seine Stimme ins Falsett wechselte, klang sie wie die eines islamischen Muezzins, wenn er vom Minarett herunter die Gebete vorsingt. Der arabische Einfluss auf diese Musik war da unverkennbar.

Viele Besucher brachten wohl auch die Songs von den Gipsy Kings in Verbindung mit der Zeit, in der sie diese Musik gehört hatten – erinnerten sich an den damaligen Zeitgeist. „Für mich sind diese Songs ein Lebensgefühl aus meiner Jugendzeit“, sagte ein Besucher. „Die Musik war eine Brücke, um Langeweile zu überwinden. Da hat irgendeiner eine Gitarre ausgepackt, und schon stand eine Menschentraube um ihn herum.“ Doch die Zeiten sind vorbei. Was bleibt, ist die Musik.

Funke zwischen Gästen und Musikern übergesprungen

An diesem Abend in Ramstein dauerte es nicht lange, bis der Funke zwischen Musikern und Gästen übersprang. Schon nach dem zweiten Lied sprangen die ersten Besucher von ihren Plätzen, um sich im Rhythmus der Musik zu bewegen, während die anderen mitklatschten und Songs wie die italienischen Hits „Volare“ und „Marina“ oder die lateinamerikanischen „Guantanamera“ oder „Chasing Cars“ lauthals mitsangen. Auch diese pressten die fünf „Rumbaleas“ in das typische musikalische Kleid zwischen katalanischem Rumba und „Gipsy Rock“. „Wir wollen uns amüsieren und mit dem Publikum eine tolle Fiesta feiern“, sagt Christiano Gitano.

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