Kreis Kaiserslautern
Ramstein-Miesenbach: Zweitklässler besuchen Pfadfinder in der Natur
Unterricht zum Anfassen gab es für die Klasse 2a der Wendelinusgrundschule in Ramstein-Miesenbach. Die 20 Kinder waren gemeinsam mit ihrer Lehrerin Denise Schenk auf dem Gelände der Pfadfinder in Ramstein-Miesenbach und haben dort den Wasserkreislauf und heimische Bäume kennengelernt.
Im leichten Nieselregen waren die Schüler der zweiten Klassenstufe am Morgen losmarschiert. Mittlerweile hat es zum Glück aufgehört zu regnen, doch auf der Wiese kann man leider auch nicht sitzen. Da packt Berthold Müller vom Pfadfinder-Stamm Kurpfalz Ramstein die Pfadfinderhocker aus: Das sind kleine Holzstämme als Hocker, die von den Pfadfindern bunt angemalt wurden.
Müller erklärt geduldig dem kleinen Bryan, warum das Wasser auf der Straße verschwindet, auch wenn es in den Teer nicht versickern kann: „Der Boden ist warm, das Wasser wird zu Dampf und steigt auf.“
Wie viel Wasser bleibt tatsächlich im Boden?
Wie wenig Regen tatsächlich versickert und wie viel verdunstet, will Müller den Kindern mit einem einfachen Test zeigen: „Es hat heute Nacht ja kräftig geregnet. Was schätzt ihr: Wie tief ist das Wasser in den Boden eingedrungen?“, fragt Müller in die Runde. „So lang wie ich bin“, meint Anton. „Mm, da müssen wir dich mal messen“, lacht Müller und ruft Anton zu sich. Mit dem Metermaß wird Anton ausgemessen: „Also, du bist ein Meter und 29 Zentimeter groß“, verrät ihm Müller.
Bryan denkt, dass das Wasser sogar zwei Meter in die Tiefe reicht. „Das wäre schön, wenn der Boden so tief noch feucht wäre, aber das glaube ich nicht“, bedauert Müller und klappt den Meter bis auf zehn Zentimeter zusammen. „Nur in dem Bereich dürft ihr schätzen, mehr kann es nicht sein“, gibt der Experte von den Pfadfindern den Rat.
Gemeinsam stoßen die Kinder einen Spaten in die Wiese und drängeln sich dicht an dicht um das entstandene Loch. Ganze zwei Zentimeter ist der Boden feucht, darunter ist nur noch trockene und staubige Erde zu finden. „Aber es hat doch ganz viel geregnet“, wundert sich ein kleines Mädchen.
Dass nicht nur der Regen die Erde feucht hält, sondern auch Pflanzen, erfahren die Kinder an diesem Morgen. „Welche Pflanze gibt denn besonders viel Wasser ab?“, geht die nächste Frage an die Kinder. „Der Kaktus“, ist sich ein Junge sicher. „Nee, der speichert viel Wasser“, schmunzelt Müller. „Bäume“, weiß Anton – und er erweist sich als absoluter Experte, wenn es um die Bäume geht. Flachwurzler und Tiefwurzler sind dem Jungen ein Begriff und er erklärt: „Die Flachwurzler sieht man schon manchmal im Gras und sie fallen um, wenn Sturm kommt.“
Praktische Übungen in Gruppen
Für die Kinder geht es jetzt an die praktischen Übungen: Sie müssen sich in Gruppen aufteilen. Jede Gruppe bekommt ein Arbeitsblatt mit unterschiedlichen Bäumen. „Ihr müsst zu jedem Baum ein Blatt suchen, vielleicht findet ihr auch noch eine Frucht dazu.“ Hilfe gibt es von den vielen Hinweistafeln über Bäume, die über das ganze Pfadfindergelände verteilt stehen. Eifrig schwirren die Kinder über das Gelände, lesen so schwierige Wörter wie Rosskastanie und Eberesche und suchen nach passenden Blättern.
„Es ist immer gut, wenn man einen Fachmann dabei hat“, weiß die Lehrerin der Klasse aus ihrer Erfahrung, denn das Pfadfindergelände hat Schenk schon öfter mit ihren Klassen besucht. Außerdem betreut sie eine Wald-AG an der Wendelinusgrundschule: „Außerschulisches bleibt viel besser haften. Das, was sie heute hier lernen, assoziieren die Kinder auch mit Herrn Müller.“ Schenk weiß, dass in der dritten Klasse die Bäume und die Blätter noch einmal im Unterricht besprochen werden: „Und dann wird es heißen: ,Das war doch bei dem Herr Müller!’“