Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Ramstein-Miesenbach: Zu Besuch in der ungarischen Partnerstadt Balatonlelle

Ein schönes Fleckchen: Der St. Istvan Platz in Balatonlelle. Fotos: VG/frei
Ein schönes Fleckchen: Der St. Istvan Platz in Balatonlelle. Fotos: VG/frei

Wie schön es am Plattensee, dem Balaton, in Ungarn ist, haben Urlauber aus Ramstein-Miesenbach mit ihren Familien erlebt. Die Stadt Balatonlelle mit rund 5000 Einwohnern am Südostufer des Tourismuszentrums, ist seit dem Jahr 2000 Partnerstadt von Ramstein-Miesenbach.

„Weil es Bernhards und Hornbruchs so gut gefallen hat, sind sie öfter hingefahren“, erzählt der ehrenamtliche Beigeordnete der Stadt und Koordinator der Partnerschaft, Hans-Jörg Schweitzer. Über László Szücs, den damaligen „sehr freundlichen und aufgeschlossenen Bürgermeister Balatonlelles, ist alles ins Laufen gekommen“. Der frühere Bürgermeister von Ramstein-Miesenbach, Klaus Layes (CDU), empfing 1999/2000 erstmals die Gäste aus Ungarn. Nach kurzem Kennenlernen war klar: Balatonlelle und Ramstein-Miesenbach passen zueinander.

„Die Ungarn sind sehr gastfreundlich und essen und trinken gerne. Man fühlt sich gleich gut aufgenommen und heimisch“, schwärmt Schweitzer von den Menschen am Plattensee. Natürlich fänden sich Gemeinsamkeiten auch über die Jahrhunderte alte Tradition des Weinbaus auf beiden Seiten. Eine Delegation von ungarischen Fachleuten brach 2002 eigens zu einer Studienreise in die Südpfalz auf, um den hiesigen Weinbau, Vermarktung und die touristischen Konzepte kennenzulernen.

Schweitzer hat sogar einen Volkshochschulkurs belegt, um Ungarisch zu lernen

Schweitzer ist „von den Leuten und der Region am Balaton sehr angetan“. Vor einigen Jahren belegte er sogar einen Volkshochschulkurs, um Ungarisch zu lernen. „Ich möchte die Besucher intensiv begleiten und als Kontaktperson für sie da sein“, erklärt er, der bis auf ein einziges Mal, bei sämtlichen Besuchen in Balatonlelle mitgereist ist. Etwas mehr als 1000 Kilometer trennen die beiden Städte. Doch deren Verbundenheit zeige sich auf deutscher Seite auch durch die Benennung zweier Straßen im Neubaugebiet „Am Kleinen Wäldchen“, des Ortsteils Miesenbach. Auf Anregung von Schweitzer gibt es hier seit November 2017 die „Balatonlellestraße“ und den „Budapester Weg“. In Anwesenheit einer achtköpfigen Delegation aus der ungarischen Partnerstadt wurden die Straßen offiziell eingeweiht.

Der Männerchor aus Ramstein und die Chorgemeinschaft Miesenbach planten auch im kommenden August eine Busfahrt an den Plattensee. Chorleiter Vladimir Gerasimov übe bereits fleißig ungarische Lieder mit seinen Sängern. Dabei „zähle segeln auf dem See schon fest zum Programm“, schwelgt Schweitzer in Erinnerungen über frühere Ausflüge, auf dem mit rund 600 Quadratkilometern größten Binnensee Mittel- und Westeuropas.

Was zählt, ist der Kontakt zwischen den Menschen auf beiden Seiten

Was zähle sei der Kontakt zwischen den Menschen auf beiden Seiten. Die Besucher aus Ungarn würden in deutschen Familien untergebracht. „Zum persönlichen Kennenlernen, denn das ist das eigentlich Wichtige im europäischen Gedanken dieser Partnerschaft“. Viele Ungarn am Plattensee sprächen gut deutsch. „Der Balaton war eines der beliebtesten Reiseziele der DDR-Bürger“, erinnert Schweitzer auch an die Region als Begegnungsstätte zwischen Ost- und Westdeutschen. Die europafeindlichen Äußerungen der rechtsnationalen ungarischen Fidesz-Partei von Ministerpräsident Viktor Orban zeigten dennoch Auswirkungen bis ins private Leben der Bürger hinein. Eine Familie, die bereits vor einigen Jahren aus politischen Gründen Balatonlelle verlassen hat, bekam in Ramstein-Miesenbach viel Unterstützung für ihren Neuanfang. Wohnung, Möbel und Arbeit konnten für sie organisiert werden. Aus Angst vor Repressalien für ihre zurückgebliebenen Verwandten in Ungarn, möchte die Familie nicht näher benannt werden.

Schweitzer erklärt, dass der jetzige Bürgermeister, Istvan Kenéz, und die Mitglieder des Stadtrates von Balantonelle überwiegend parteilos und nicht europafeindlich eingestellt seien. EU-Hilfen bildeten in Ungarn eine äußerst wichtige Investitionsstütze. An zahlreichen Einrichtungen bezeugten Schilder die gerne angenommene Förderung aus europäischen Mitteln.

Zum 20. Jubiläum im kommenden Jahr plane man ein großes Fest für die Öffentlichkeit. Die beiden anderen Partnerstädte, Maxéville in Frankreich und seit neuestem auch Rota in Südspanien, sollen miteingebunden werden.

Der Plattensee lädt zum Baden ein.
Der Plattensee lädt zum Baden ein.
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