Kreis Kaiserslautern
Ramstein-Miesenbach: Wenige, aber zufriedene Besucher beim Bauernmarkt
Ohne Regenschirm oder Kapuzenjacke war am Sonntag niemand auf dem Bauernmarkt in Ramstein unterwegs. Schon zum Beginn am Vormittag regnete es fast ohne Unterbrechung, was sich am Nachmittag nicht änderte. Entsprechend waren weniger Menschen unterwegs – zur Freude einiger Besucher.
Ein buntes Bild von Regenschirmen prägt zur Mittagszeit die Innenstadt. Während einige Besucher erst ankommen, kehren andere bereits von ihrem Einkauf zurück. In ihren prall gefüllten Taschen tragen sie Äpfel oder Gemüse, die sie bei den Direkterzeugern erstanden haben. In den für den Verkehr gesperrten Straßen präsentieren die Beschicker ihre Waren. Das Angebot reicht von Likören, Marmeladen, Honig über Wurst, Käse, Brot und Handarbeiten bis hin zu Bürsten, Dekorationsartikeln oder Herbstblühern für den Garten.
Von Handarbeiten bis hin zu Herbstblühern
„Was ist das und wie hoch wird es?“, wendet sich Ursula Scheer mit einem goldgelben Gewächs im Topf an Andreas Fritz hinter den Verkaufstischen. „Das ist eine Strauchheide, die bis 1,50 Meter hoch wird“, antwortet er und gibt mit dem Rückgeld noch einige Pflegetipps an die Elschbacherin weiter. Sie ist noch nicht lange mit ihrer erwachsenen Tochter Anna-Lena auf dem Bauernmarkt unterwegs. „Wir bummeln, essen eine Kleinigkeit und kaufen auch etwas ein“, erzählen die Frauen, wie sie sich den Nachmittag vorstellen. Dass das Gedränge deutlich geringer ist als sonst, freut sie. „Das ist ganz angenehm. Dann können wir vielleicht auch eine Kürbissuppe essen, davon haben wir sonst nichts mehr gekriegt.“
Fritz zuckt mit den Schultern. Seit mehreren Jahren ist der Chef einer Gärtnerei aus Breitenheim bei Meisenheim bei diesem Markt mit hübscher Herbstfloristik präsent. Dass das Wetter diesmal nicht mitspielt und die Kauflaune bislang nicht übermäßig war, sieht er nicht als Drama an. „Damit kommen wir schon zurecht“, sagt er auch im Hinblick darauf, dass viele US-Amerikaner unter den Passanten sind, die eher bereit seien, in die Geldbörse zu greifen.
„Vegan, laktosefrei, glutenfrei“, wirbt Christoph Donauer vom gleichnamigen Paradiesgarten aus Ramstein lauthals für die Gerichte, die aus den Erdäpfeln aus eigenem Anbau feil geboten werden. „Gequellte mit Keesschmeer“, Kartoffelpfanne und Kartoffelsuppe geben er und sein Team an Hungrige aus, die es sich gerne im kleinen Zelt nebenan schmecken lassen.
Bunte Kürbisse schmücken den Marktbrunnen
Der Marktbrunnen ist mit Kürbissen und herbstlichen Dekorationen geschmückt. Die Händler, die ihre Stände hier aufgebaut haben, reichen neuen Wein in Kanistern, tütenweise Äpfel, Mais und anderes Gemüse über die Theken. Doris Koch, Inhaberin der Buchhandlung, die hier ihren Sitz hat, kommt gerade vom Einkaufen. Sie freut sich über den frisch eingetroffenen Lesestoff, den sie Kunden empfehlen möchte.
Im Eingangsbereich des Congress Centers Ramstein (CCR) klackert das Glücksrad. Zwei ältere Damen haben Kürbisse, Äpfel und einen Kerzenständer aus Holz gewonnen. Wenige Schritte weiter lässt sich ein Junge die Funktionsweise eines Spinnrades erklären, und die Handkurbelnähmaschine arbeitet im gleichmäßigen Takt. Feine Tischwäsche, Kissenbezüge und Täschchen sind mit Stickereien und Schmuckbordüren verziert.
Im CCR stellt sich auch der Landfrauen-Kreisverband Kaiserslautern mit einer „Info-Lounge“ vor, wie Kreisgeschäftsführerin Birgitt Zimmer lachend meint. In Anlehnung an das Motto „aktiv, modern, offen“ beschreibt sie die Präsentation an der Leinwand und die Kreativausstellung mit Arbeiten, die in den vergangenen Monaten entstanden sind. Wegen des Wetters seien Kaffee- und Kuchentheke nach drinnen umgezogen, ein Angebot, das gerne angenommen wird.
Auch für die Kinder gibt es Angebote
Etwas weiter können Kinder entweder Windlichter gestalten oder Kürbisse schnitzen. Die neun Jahre alte Charlene und ihre ein Jahr jüngere Freundin Laila haben sich für Letzteres entschieden. Charlenes Mutter Regine Kettering hilft beim Ausschaben. Die Familie aus Katzenbach besucht gerne den Bauernmarkt – nur war sie meist nicht früh genug da, um beim Schnitzen einen Platz zu bekommen. „Diesmal hat es geklappt“, freut sich auch Vater Christoph Kettering.
Auf dem Prometheusplatz, wo viele Essensangebote unterbreitet werden, sind Zelte und Pavillons aufgebaut. Trockene Plätze werden gerne genutzt. Auch das Rassegeflügel und die Kaninchen haben ein Dach über dem Kopf. Da streckt ein Junge seinen Kopf ganz nahe an die Stäbe. Die Zwerg-Holländer Haubenhühner in schwarzem Federkleid mit weißer Mähne haben es ihm besonders angetan. „Look, Daddy, look“, „Schau, Papa, schau“, sagt er und zeigt mit seinem Finger auf den stolzierenden Hahn.