Kreis Kaiserslautern
Ramstein-Miesenbach: Verkürzter Wendelinusmarkt kommt gut an
Der Fassanstich im Festzelt auf dem Prometheusplatz markierte den Auftakt zum diesjährigen Wendelinusmarkt in Ramstein. Aufgrund einer mehrjährigen Pechsträhne mit schlechtem Wetter wurde er in diesem Jahr nicht samstags und sonntags, sondern nur sonntags begangen. Zur Mittagszeit schlenderten zahlreiche Besucher über das Marktgelände in der Innenstadt.
Beim Rathaus dreht sich ein Kinderkarussell. Hier „reitet“ ein Mädchen auf dem Rücken eines gesattelten Hasen. Wenige Schritte weiter knallt ein Luftballon an der Pfeilwurfbude und aus dem Waffelstand duftet es appetitlich. Bis zum Marktplatz reihen sich Verkaufsstände der knapp 60 Händler aneinander. Hier wird feines Gebäck feilgeboten, dort Handarbeiten oder Duftlampen und Räucherware.
Schnüre hindern die mit Helium gefüllten Motivluftballone von Justin Pagliarucci daran, in die Luft aufzusteigen. Die Auswahl ist wegen des für den Nachmittag angekündigten Regens etwas kleiner als sonst üblich. „Wenn das Wetter so bleibt, ist es in Ordnung“, meint der Homburger mit Blick zum bewölkten Himmel bei angenehmen Temperaturen.
Seit Jahrzehnten ist er mit seinen Luftballons und einem Crêpes- und Waffelstand in Ramstein präsent und hat auch das schlechte Wetter in den drei vergangenen Jahren miterlebt. „Gestern hätte man Geld verdienen können“, sagt er angesichts des herrlich sonnigen Samstages, „aber man weiß ja nicht, wie man’s richtig machen kann.“
Die Menschen bummeln über das Marktgelände mit seinen vielfältigen Essensangeboten. Sie lassen sich Kastanienbratwurst, Schwenker, Frikadellen und vieles mehr schmecken. Einige Besucher haben auf den überdachten Sitzgelegenheiten beim Marktbrunnen Platz genommen. Hier sorgt Musiker Marco Eifler mit modernen Titeln für eine lockere, entspannte Atmosphäre.
Der „Kunterbus“, in dem es Kleider gibt, zieht die Besucher an
Im Kreuzungsbereich beim Heimatmuseum und bis in die Spesbacher, Miesenbacher und Landstuhler Straße haben Händler ebenfalls ihre Tische aufgebaut. Darauf liegen warme Bekleidung für die kommenden kalten Tage und hübsche Dekorationen aus Holz, die schon in Richtung Weihnachten verweisen. Ein Obst- und Gemüsehändler hat seine Waren ebenfalls ausgebreitet. Von Tomaten über Feldsalat bis hin zu Ingwer wird Frisches für Küche und Gaumen verkauft. „Bis jetzt läuft das Geschäft ganz gut“, meint Sabri Akgöz. Die Nachfrage insbesondere nach Pfifferlingen, Maronen und Äpfeln sei groß.
Fast gegenüber steht der „Kunterbus“, ein zum Verkaufswagen umgebauter Transporter. Eine Treppe führt hinauf in das Geschäft auf Rädern, in dessen Regalen vor allem Kinderbekleidung angeboten wird. Der originelle Laden zieht die Blicke der Passanten auf sich und viele Interessierte in sein Inneres.
Gaukler unterhalten die Besucher
Beim Marktbrunnen hat sich eine Menschentraube gebildet, die belustigt und gespannt das Treiben zweier Gaukler verfolgt. Die beiden mittelalterlich gewandeten Männer necken sich, jonglieren mit Keulen und lassen bei Verrenkungen ihre Knochen „knacken“. Dabei bringen sie ihr Publikum zum Lachen und Schmunzeln und bitten um eifriges Handgeklapper, das ihnen gerne gewährt wird. Schon zuvor waren andere Gewandete über das Marktgelände gezogen, um mit Flyern für das im April 2020 geplante „Spektakulum am Seewoog“ zu werben.
Mit Blick auf die Auslagen flanieren Norbert Sutter aus Rutsweiler an der Lauter im Landkreis Kusel und seine Frau über den Markt. Schon häufiger hat es das Paar bei solchen Anlässen in die Ramsteiner Innenstadt gezogen. „Die Atmosphäre ist gut, das Angebot und die Auswahl von den Händlern schön“, meint er. Für ihn spiele es keine Rolle, dass der Markt nur an einem Tag stattfindet, da er ohnehin nur einmal gekommen wäre. Er will mit seiner Frau einen schönen Nachmittag verbringen und auch etwas essen und trinken. Dazu gehört auch, dass die Waren auf den Tischen der Händler und in den Geschäften, die später für einen verkaufsoffenen Sonntag öffnen, in Augenschein genommen wird.
Viele neue Stände
Marktleiter Joachim Felka, der bei der Eröffnung des Marktes im Festzelt auf dem Prometheusplatz anwesend war, meint: „Solange es trocken bleibt, ist alles gut.“ Auf Nachfrage einiger Aussteller wegen des anhaltend schlechten Wetters in Folge sei man überein gekommen, den Wendelinusmarkt auf Sonntag zu verkürzen. Viele kleine, neue Stände seien hinzugekommen. „Ich bin mir sicher, dass die Leute, auch vom Essensangebot her, zufrieden sein werden.“
Wie gewohnt wurde der Wendelinusmarkt mit einer Tiersegnung und anschließendem Fassanstich im Festzelt eröffnet. In diesem wurde bereits freitags das Oktoberfest mit rund 1600 Besuchern, samstags mit 2000 Gästen gefeiert. „Das war der Wahnsinn“, sagt Ramstein-Miesenbachs Stadtbürgermeister Ralf Hechler (CDU) rückblickend über die Stimmung. Pünktlich um Mitternacht sei aber wegen des Lärmschutzes Schluss gewesen.