Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Ramstein-Miesenbach: Verbandsgemeinderat zufrieden mit Planentwurf fürs Freizeitbad Azur

Sind vier zu wenig? Momentan gibt es fünf 50-Meter-Bahnen im Freien im Azur. Beim Umbau sollen diese zurückgebaut und vier neue,
Sind vier zu wenig? Momentan gibt es fünf 50-Meter-Bahnen im Freien im Azur. Beim Umbau sollen diese zurückgebaut und vier neue, überdachte Bahnen im 90-Grad-Winkel an den Hallenbadbereich angebaut werden. Ob diese ausreichen, darüber wird nun diskutiert. Archivfoto: VG/frei

„Der Entwurf sieht sehr gut aus.“ Der Meinung Bernd Bösls (SPD) zum ersten Planungskonzept für den Schwimmbadneu- und umbau, der in einer Sondersitzung des Verbandsgemeinderates Ramstein-Miesenbach am Mittwochabend vorgestellt wurde, schlossen sich alle Redner an. Diskutiert wurde dennoch, vor allem über die Anzahl der 50-Meter-Bahnen.

Die Planungen für den Um- und teilweisen Neubau des Freizeitbades Azur in Ramstein-Miesenbach können grundsätzlich fortgesetzt werden. Dafür sprachen sich die Mitglieder des VG-Rates in einer Sondersitzung am Mittwoch aus, in der Sebastian Neuhaus und Martin Schlegel vom Architektur- und Ingenieurbüro Krieger ihre Ideen für das neue Bad vorgestellt hatten. Auch die Richtung, in die es nach den ersten Planungsentwürfen gehen könnte, gefiel den Räten.

Bausumme soll rund 20 Millionen Euro betragen

In Hinblick auf die veranschlagte Summe von gut 20 Millionen Euro Bau- sowie rund fünf Millionen Euro Nebenkosten drückten die Politiker quer durch alle Fraktionen ihre Hoffnung auf möglichst hohe Zuschüsse aus verschiedenen Fördertöpfen aus. Welche das konkret sein könnten, sei noch ungewiss, sagte Bürgermeister Ralf Hechler (CDU). „Aber wir erwarten vier Millionen als absolutes Minimum“, ergänzte der Erste Beigeordnete, Marcus Klein (CDU). „Ob es hilft, dass wir das einzige Hallenbad im Kreis sind, das auch im Winter Schwimmkurse anbieten kann, weiß ich nicht“, meinte Hechler. Sobald aber die Planung konkret werde, gebe es klar definierte zuschussfähige Posten. Der nächste Schritt sei nun die Wirtschaftlichkeitsberechnung. Auf dieser Grundlage müsse der Rat in weiteren Sitzungen entscheiden, was tatsächlich umgesetzt werden soll.

Diskussion über Anzahl der Bahnen im 50-Meter-Becken

Ein Diskussionspunkt, das kristallisierte sich schon bei der auch von Bürgern gut besuchten Sitzung heraus, ist die Anzahl der geplanten 50-Meter-Bahnen. Statt der derzeit fünf Bahnen im Freien, sollen es nach der Sanierung nur noch vier sein. Diese wären dann allerdings an das Hallenbad angeschlossen und könnten damit rund ums Jahr genutzt werden. Joe Felka (CDU) erkundigte sich wie Gerd Backhaus vom Schwimmclub Aqua Kids nach der Wettkampftauglichkeit des Beckens. Backhaus warf ein, dass sich mit vier Bahnen lediglich Wettkämpfe für den Nachwuchs ausrichten ließen, aber Südwestdeutsche Meisterschaften zum Beispiel schon nicht mehr. Schlegel bestätigte, dass alle Bahnen wettkampftauglich, etwa mit Wendeplatten, ausgerüstet würden, die Vorgabe sei aber gewesen, mit vier zu planen.

„Das ist natürlich eine Kostenfrage“, sagte Hechler, „vier Bahnen, das ist schon was.“ Diese Einschätzung teilte Neuhaus, der betonte: „Ein überdachtes 50-Meter-Becken zu bauen, ist heute in Deutschland schon etwas Besonderes, das gönnt sich nicht jede Stadt.“ Was zwei Bahnen mehr kosten würden, konnten die Planer ad hoc nicht sagen. Marcus Klein gab allerdings noch zu bedenken, dass das gesamte Becken während eines Wettkampfes für andere Nutzer gesperrt sei. „Ob das bei vielen Wettkämpfen im Jahr betriebswirtschaftlich sinnvoll wäre, müsste man überlegen.“

Geplante Attraktionen stehen noch zur Debatte

Auf den wirtschaftlichen Prüfstand müsse ohnehin nochmal alles. Das machte Hechler klar. Der vorgestellte Entwurf sei ein „All-inclusive-Angebot“. Der Rat müsse nun die Größenordnung ermitteln, „die wir vertreten können“. Das sogenannte Cabriodach, das an schönen Tagen aufgefahren werden könnte, sodass dann rund die Hälfte der 50 Meter langen Schwimmfläche unter freiem Himmel läge, koste rund 250.000 bis 350.000 Euro mehr als ein feststehendes Dach, teilte Neuhaus auf die Frage von Torsten Lenhart (CDU) mit. Auch Attraktionen wie Strömungskanal oder ein Wasserspielepark könnten zur Debatte stehen, Fördermittelgeber hätten da ebenfalls noch ein Mitspracherecht. Wie attraktiv bleibt das Bad, wenn zum Beispiel die Rutsche wegfällt? Solche und ähnliche Fragen müssten immer gestellt werden, bevor auf etwas verzichtet wird. „Deshalb muss das Gesamtkonzept, mit dem man nach Mainz fährt, stimmig sein“, schloss Neuhaus.

Nachdem sich alle für die Fortsetzung der Planung ausgesprochen hatten, stellten Klein und Hechler in Aussicht, dass ab März 2020 die dritte Leistungsphase der Planung, in der es nochmal konkreter um Kosten gehe, beginnen könne.

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