Kreis Kaiserslautern
Ramstein-Miesenbach: Schwimmerin Milena Heil geht mit den „Aqua-Kids“ auf Trophäenjagd
Zuhause ist kaum noch Platz für all die Trophäen, die Milena Heil von Wettbewerben mitbringt. Die Elfjährige erschwimmt bei den „Aqua-Kids“ Ramstein jede Menge Erfolge. Nun ist die deutsche Meisterschaft ihr Ziel.
Von der bunten Tapete in Milena Heils Zimmer ist kaum noch etwas zu sehen. Stattdessen ist die Wand bedeckt mit jeder Menge gerahmter Urkunden. Auf den Regalen stehen Pokale und an zwei Vorhangstangen sind unzählige Medaillen aufgereiht. „Bald werden wir wohl noch eine Stange kaufen müssen“, sagt Mutter Silvia Heil und lacht. Mit ihren elf Jahren hat Milena schon beachtliche Erfolge erschwommen, und ans Aufhören denkt die Schwimmerin aus Hüffler noch lange nicht.
Mit fünfeinhalb Jahren hat Milena schwimmen gelernt
Mit fünfeinhalb Jahren habe Milena schwimmen gelernt, erzählt Silvia Heil. Kurz darauf habe sie gemeinsam mit einer Freundin einen Schwimmkurs bei der DLRG Kusel besucht. Ihre Freundin meldete sich schon bald wieder ab, da ihr das Schwimmen keinen Spaß machte. „Da wollte ich dann auch aufhören“, erinnert sich Milena. Doch ihre Mutter habe sie überredet, noch ein bisschen dranzubleiben. „Ich dachte mir schon, dass das was für sie ist, Milena war schon immer eine Wasserratte“, erklärt Silvia Heil. Sie sollte Recht behalten, denn seitdem schwimmt Milena mit Begeisterung.
Für ihr Hobby nimmt die Schülerin viel in Kauf. Als das Schwimmbad in Kusel vor drei Jahren wegen eines geplanten Umbaus geschlossen wurde, fuhr sie zum Training bis nach Kaiserslautern. Über Bekannte erfuhr sie schließlich von den „Aqua-Kids“ in Ramstein. Seitdem schwimmt Milena in beiden Vereinen und trainiert dreimal die Woche.
Viele Wochenenden gehen außerdem für Wettkämpfe drauf. Dabei ist Schwimmen nicht Milenas einziges Hobby. Sie tanzt im Karnevalsverein Kusel und nimmt Reitunterricht – ein strammes Programm, doch Milena möchte auf keines ihrer Hobbys verzichten. „Wir haben damals gesagt, solange es mit den Noten passt und sie trotzdem noch Zeit hat, um runterzukommen und Freunde zu treffen, müssen wir nichts streichen“, erklärt Silvia Heil.
Zu den Wettkämpfen fährt oft die ganze Familie mit
Die ganze Familie Heil hält zusammen, um Milena ihr zeitintensives Hobby zu ermöglichen. Mutter Silvia Heil fährt ihre Tochter regelmäßig zum Training und auch bei den Wettkämpfen an den Wochenenden fährt meist die ganze Familie mit. Auch ihre beiden jüngeren Brüder schwimmen mittlerweile im Verein.
Zu Beginn hat keiner der Heils damit gerechnet, dass Milena einmal eine Medaille nach der nächsten mit nach Hause bringen würde. „Am Anfang haben wir noch gesagt, wie toll es wäre, irgendwann mal von jedem Wettkampf mit einer Medaille heimzukommen“, erinnert sich Vater Andreas Heil. Dieses Ziel hat Milena schon lange erreicht – etwa 160 Medaillen hat sie mittlerweile geholt. Die genaue Anzahl kennt die Schwimmerin schon gar nicht mehr. „Ich müsste sie mal wieder zählen“, sagt sie.
„Das Podium ist mittlerweile fast schon Standard“, erzählt Andreas Heil stolz. Druck von Zuhause gebe es aber keinen. „Wir freuen uns natürlich, dass Milena so erfolgreich ist, aber wir sind mit jeder Platzierung zufrieden“, so Andreas Heil. Für überehrgeizige Eltern haben Silvia und Andreas Heil wenig Verständnis. „Vielleicht ist es gar nicht so verkehrt, dass wir beide nicht vom Schwimmen kommen“, sagt Andreas Heil lachend. Auch Milena selbst sieht den Wettkampf sportlich: „Wenn ich es nicht aufs Podium schaffe, bin ich zwar ein bisschen enttäuscht, aber daraus lernt man dann fürs nächste Mal.“
Trotz vieler Erfolge keine Karriere als Profischwimmerin
Auf ihre größten Erfolge ist Milena besonders stolz: Bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften hat sie den zweiten Platz gemacht, bei den südwestdeutschen Meisterschaften hat sie schon zweimal den dritten Platz belegt, und mit der DLRG ist sie außerdem Landesmeisterin geworden. Ausruhen auf dem Erfolg kommt für die Elfjährige nicht in Frage. Ihr nächstes Ziel ist die deutsche Meisterschaft. Ob sie die Qualifikation schafft, entscheide sich im August. Auch auf den südwestdeutschen Meisterschaften möchte sie unbedingt wieder schwimmen.
Das Hobby später mal zum Beruf zu machen, komme aber eher nicht in Frage, denn es sei einfach zu schwierig, damit wirklich Geld zu verdienen, erzählt Milena. Überlegungen, in Richtung professionelles Schwimmen zu gehen, habe es gegeben, doch der Preis dafür wäre hoch gewesen: „Sie hätte dann den Verein wechseln und fünfmal die Woche trainieren müssen“, erzählt Silvia Heil. Zeit für ihre anderen Hobbys wäre dann keine mehr geblieben, und auch die Freundschaften im Verein wollte Milena nicht aufgeben.
Letztendlich hat sie sich gegen eine Schwimmkarriere entschieden. Der Sport soll ihr Hobby bleiben, Medaillen möchte sie aber weiterhin holen. „Auf dem letzten Wettkampf waren manche Teilnehmer über 80“, erzählt Milena beeindruckt. Für die Elfjährige ist jetzt schon klar: Das möchte sie auch schaffen.