Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Ramstein-Miesenbach: Peter Stein hilft bei der nachmittäglichen Betreuung der Grundschüler

Deutschlernen passiert nebenbei: Betreuer Peter Stein mit Kawa, Sahir und Lena (von links) mit dem Hasenmodell.  Foto: Klein
Deutschlernen passiert nebenbei: Betreuer Peter Stein mit Kawa, Sahir und Lena (von links) mit dem Hasenmodell.

„Aus Spaß an der Sache“, engagiert sich Peter Stein seit Herbst als einer von zwei Männern in der Nachmittagsbetreuung der Wendelinus-Grundschule in Ramstein als Honorarkraft. Seit Beginn des zweiten Schulhalbjahres unterstützt er einen langjährigen Kollegen in der Arbeitsgemeinschaft (AG) Werken. Direktorin Sandra Uhrig freut sich über diese männliche Verstärkung im Team.

Auf dem großen Tisch des Werkraumes im Untergeschoss sind große Papierbögen ausgebreitet. Vor ihnen sitzen sechs Kinder - krankheitsbedingt sind es an diesem Tag weniger als sonst - und bemalen die hölzernen Einzelteile, aus denen ein Hase werden soll. Das Modell steht mittig auf dem Tisch. Die achtjährige Lena verziert den gelben Bauch mit roten Streifen und weißen Tupfen darauf. „Ich mag Rot und Gelb und er bekommt noch ein blaues Herz. Wenn er fertig ist, darf ich ihn mit nach Hause nehmen“, erzählt das Mädchen stolz. Aber: „Ich muss noch die Nase und die Füße aussägen“, wendet es sich an Betreuer Peter Stein.

Der und sein Kollege, der die Ideen für die Projekte entwickelt und sie vorbaut, haben alle Hände voll zu tun. Hier muss Farbe aufgefüllt oder gemischt werden, dort muss der Umgang mit den Werkzeugen demonstriert und im Auge behalten werden und dazwischen werden auch mal Schuhe gebunden. Kaum hat er einem der Kinder beim Umgang mit der Stichsäge geholfen, schaut er nun Kawa zu, wie der Junge seine Box für Pokemon-Karten blau einpinselt. Zuvor hat der Neunjährige die Teile ausgesägt und geleimt. „Ich wollte keinen Hasen machen. Das dauert mir zu lange“, erklärt der Neunjährige, dass er sich für ein anderes Werkstück entschieden hat, dem später noch ein zweites folgen soll.

Stein geht mit Lena zu dem Werktisch und klemmt ein Stück Holz mit Schraubzwingen fest. Dem Mädchen dienen Musterstücke als Vorlage, deren Rand sie mit einem Stift aufzeichnet, um dann die Laubsäge anzusetzen. „Du musst sie gerade halten und ganz leicht hoch und runter bewegen“, erläutert der Betreuer die Handhabung.

Peter Stein engagiert sich in der Schule, seit er Rentner ist

Dass Stein sich hier einbringt, geht auf eine Anfrage zurück. Der ehemalige Polizist erklärte sich bereit dazu, ab Herbst dabei zu sein, nachdem er als Rentner mehr Freizeit zur Verfügung hatte. Zwei- bis dreimal wöchentlich ist er knapp zwei Stunden vor Ort und nicht nur in der AG Werken. Auch geht es mit den Ganztagskindern mal in die Schulturnhalle oder in den Pausenhof zum Fußballspielen. „Es macht einfach Spaß mit den Kindern, auch wenn es nicht immer einfach ist“, meint er lachend.

Schulleiterin Sandra Uhrig bewertet es positiv, dass ein weiterer Mann zum Betreuerteam dazugestoßen ist. „Die Bedeutung von männlichen Bezugspersonen ist zunehmend wichtiger im Hinblick auf Alleinerziehende und auf die Mehrzahl der weiblichen Grundschullehrer“, hält sie fest. An ihrer Schule seien von insgesamt 30 Lehrern nur drei männlich. Ihrer Meinung nach haben Männer eine andere Ansprache, sie seien eher Vorbild und motivieren mehr, wenn es um Mut beispielsweise an der Kletterwand gehe. Auch die Reaktionen der Kinder seien entsprechend anders: „Sie wollen sich beweisen und gehen mutiger an die Sache ran.“

Derweil hat der zehn Jahre alte Sahir unter Aufsicht einen Hasenfuß ausgesägt und Kawa legt den Anschlagwinkel an, um die Elemente für die zweite Box aufzuzeichnen. Trotz der vielen Kulturen, die hier aufeinandertreffen, ist von Sprachschwierigkeiten nichts zu spüren. „In den Nachmittagsstunden lernen die Kinder am meisten Deutsch“, meint Stein lachend.

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