Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Ramstein-Miesenbach: Gut 200 Besucher beim Nikolaussingen auf dem Zimt- und Waffelmarkt

Zum Nikolaussingen rund um den Marktbrunnen auf dem Zimt- und Waffelmarkt in Ramstein-Miesenbach hatten sich rund 200 Sänger ein
Zum Nikolaussingen rund um den Marktbrunnen auf dem Zimt- und Waffelmarkt in Ramstein-Miesenbach hatten sich rund 200 Sänger eingefunden. Foto: VIEW

Der Regen, der am späten Freitagnachmittag eingesetzt hatte, hielt die Menschen nicht davon ab, der Einladung Ralf Hechlers zu folgen. Das Stadtoberhaupt von Ramstein-Miesenbach (CDU) hatte versprochen, denjenigen einen Glühwein zu spendieren, die sich am Nikolaussingen zur Eröffnung des Zimt- und Waffelmarktes beteiligen.

„Dafür, dass es regnet, sind ganz schön viele da“, meint Hechler lachend, als er die Bühne besteigt. Hinter und neben ihm stehen die „Hofkater“ des Ramsteiner Karnevalvereins Bruchkatze mit Keyboarder Dennis Bosslet, Burgel Stein als Vertreterin des Ramsteiner Werberinges, Marktleiter Joachim Felka und das Maskottchen der Stadt, der Ramsteiner Löwe im rot-weißen Mantel. Vor ihm hat sich eine Armada aus Regenschirmen aufgebaut. Während Hechler Blätter mit den Weihnachtslieder-Texten austeilt, drängen sich die Menschen vor der Bühne. „Wir singen zuerst sechs von zwölf Liedern, eventuell machen wir später weiter“, fordert er auf.

Einige sind noch verhalten, andere singen aus voller Brust

Nach den ersten Takten kommt sein Kommando für den Einsatz: „Jetzt!“ Laut schallt es über den Marktplatz „Lasst uns froh und munter sein“. Kinder und Erwachsene heben ihre Stimmen, einige zunächst noch verhalten, andere singen aus voller Brust mit. Bevor „Süßer die Glocken nie klingen“ angestimmt wird, bezieht sich der Stadtbürgermeister auf sein Versprechen: „Alle kriegen ein Getränk. Suchen Sie sich einen Stand aus, Sie haben die freie Auswahl. Es ist alles da, ob Glühwein oder Punsch und mit oder ohne Alkohol.“

Carmen Backes singt mit Begeisterung mit. Die Schrollbacherin ist mit ihrem Mann Johannes und den beiden Söhnen Franz (11) und Korbinian (5) gekommen. Für sie und für ihre Familienmitglieder hat Gesang mit Lebensfreude zu tun. „Es ist super, mal wieder etwas Traditionelles zu singen“, freut sich die Musiklehrerin darüber, dass gerade deutsche Lieder ausgewählt wurden. „Viele kennen nur noch die englischen Weihnachtslieder.“

Marktbrunnen hat sich in einen übergroßen Adventskranz verwandelt

Über den Marktplatz hat sich eine vorweihnachtliche Atmosphäre gelegt. „Kling, Glöckchen, klingelingeling“ erschallt aus geschätzt über 200 Kehlen. Dazu brennen die roten Kerzen am Marktbrunnen, der sich wie gewohnt in einen übergroßen Adventskranz verwandelt hat. Die Bäume sind farbig illuminiert und aus den mit Tannenzweigen geschmückten Verkaufsbuden fällt warmes Licht.

Eine davon wird von dem Abiturjahrgang des Reichswald-Gymnasiums Ramstein betrieben. Waffeln, Kuchen und Glühwein werden verkauft, um Abiball, Abistreich und einiges mehr um den Schulabschluss mitzufinanzieren. Selina Michel ist guter Dinge, dass die Schüler für den zu erwartenden Ansturm gut gerüstet sind. „Wir haben 20 Liter Glühwein“, sagt sie mit Blick auf den Topf.

Coupons dürften gerade reichen

Der Gesang ist mittlerweile verstummt. Hechler ist umringt von den Sängern, er kommt mit dem Abreißen der Bons kaum nach. 250 Coupons fasst die Rolle und sie dürften gerade reichen, denn geschätzt haben sich über 200 Personen eingefunden.

Der Regen will nicht nachlassen. Die Menschen drängen sich unter die Vordächer, ob bei der Jugendfeuerwehr, die in einem Wagen ihre Holzarbeiten präsentiert und in einem anderen Würstchen, Pommes und Glühwein offeriert. Mit mehr als 400 Litern für die drei Markttage ist sie bestens gerüstet, doch bislang wurde nur ein Bon eingelöst, weiß Jugendfeuerwehrwart Julian Kassel. Auch beim Jugendrotkreuz war der Andrang zunächst verhalten, wie Jugendleiter Daniel Bock erzählt.

Die etwas andere Feuerzangenbowle kommt an

Am Stand der Bruchkatzen sieht es etwas anders aus. Dort steht an diesem Abend das Prinzenpaar, Nadine II. (Schaan) und Markus I. (Kuproth), hinterm Tresen, um die etwas andere Feuerzangenbowle auszuschenken. Im Becher züngeln blaue Flammen auf einer mit Zucker und Rum getränkten Apfelscheibe. „Wir haben deutlich mehr Glühwein verkauft“, freut sich der Prinz über die Besucher, die sich auch gerne den „Bruchkatzen-Burger“ mit einer Scheibe Saumagen und zusätzlichem Belag schmecken lassen.

Je später es wird, desto mehr kriechen Nässe und Kälte in die Kleidung und auch ein Heißgetränk will nicht mehr so richtig durchwärmen. Nach und nach leert sich der Platz, doch Felka ist mehr als zufrieden. „Zur Eröffnung war noch nie so viel los. Das war eine brillante Idee“, freut er sich über den Erfolg.

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