Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Ramstein-Miesenbach: Friedliches Miteinander beim deutsch-amerikanischen Freundschaftsfest

Am Samstag war das Freundschaftsfest in Ramstein leider verregnet: Als die USAFE-Band spielt, findet sie trotzdem ihre Zuhörer.
Am Samstag war das Freundschaftsfest in Ramstein leider verregnet: Als die USAFE-Band spielt, findet sie trotzdem ihre Zuhörer.

Kurz vor der offiziellen Eröffnung des Deutsch-amerikanischen Freundschaftsfestes am frühen Samstagabend setzte der Regen ein. Nachdem zum Auftakt am Freitagabend laut Veranstalter mehr als 2000 Besucher gekommen waren, fand sich samstags nur eine kleinere Zahl mit Schirmen und Kapuzenjacken auf dem John-F.-Kennedy-Platz in Ramstein ein, um das Miteinander zu feiern.

Der citynahe Platz mit parkähnlichem Charakter befindet sich mitten in einem Wohngebiet. An den drei Festtagen ist er eingerahmt von Verpflegungsständen, zentral sind Tische und Bänke aufgebaut und an der Kopfseite eine Bühne. Ganz bewusst ist dieser Ort für das Freundschaftsfest ausgewählt worden, berichtet Stadtbürgermeister Ralf Hechler (CDU). Nicht nur der Name des Platzes, auch das 1965 errichtete Denkmal, dessen Sockel das geteilte Deutschland zeigt, erinnern an den 1963 ermordeten US-Präsidenten. In seine Amtszeit fiel der Mauerbau in Berlin und er sagte den berühmt gewordenen Satz: „Ich bin ein Berliner.“ „Hier in Ramstein-Miesenbach haben wir immer an die Wiedervereinigung geglaubt“, schlägt Hechler eine Brücke in die Gegenwart hin zur Freundschaft beider Nationen.

Zur Eröffnung hat der Stadtchef Generalmajor John Wood, Chef der US-Militärgemeinde Kaiserslautern, an seiner Seite. Beide loben das freundschaftliche Miteinander. „Wir lieben es, hier zu sein“, hält Wood fest und ergänzt: „Das wird noch sicher lange so bleiben.“ Im Anschluss betreten die Ambassadors, die Band der Luftstreitkräfte, die Bühne.

Hot Dogs, Nachos und natürlich Steaks und Burger

Auch wer keinen Schirm dabei hat, findet doch einen trockenen Platz: Unter den Dächern der zahlreichen Stände lässt es sich bei dem reichhaltigen Angebot gut aushalten. Softeis und Slush-Getränke sind nicht gefragt, dafür aber Hot Dogs, gebratene Nudeln oder Chilli-Cheese-Nachos. Hier dreht sich der Spießbraten über der Kohle, nebenan werden gerade frische Burgerpatties auf den glühend heißen Stahl des Säulengrills gelegt.

Hier am Stand von Karl-Heinz Drews ist auf großen Lettern zu lesen: „Fleisch ist mein Gemüse.“ Diese Art des Schaugrillens wollen sich einige Gäste nicht entgehen lassen. Vor schwarzem Hintergrund und mit einer silbernen Bullenkopfattrappe als Dekoration werden bei lauter Heavy-Metal-Musik Brötchen und Fleisch gegart. Drews sagt über sein nicht gerade günstiges Angebot, für das er die Zutaten im Ort eingekauft hat: „Das Schöne ist, dass die Leute hier gerne Qualität essen.“

42 Sekunden auf dem Rücken des „Bullen“

Action gibt es beim Bullriding. Der Rücken des mechanischen Kolosses bleibt nicht lange unbesetzt. „How are you doing?“, „Wie geht es dir?“, fragt ein Vater seinen Stepken, der sich gerade darauf gewagt hat. Noch sind die ruckartigen Bewegungen sanft, aber sie steigern sich deutlich. Links, rechts, im Kreis herum, hoch und runter, vor und zurück – der Reiter hat keine Chance. Plumps! Lachend steht der Bub auf, sein Vater ruft ihm zu: „42 Sekunden.“

Unter den Besuchern sind auch Zwillingsschwestern aus Heppenheim/Bergstraße, die persönliche Bindungen zur US-Gemeinde pflegen. Eine der beiden ist mit einem US-Amerikaner verheiratet, nicht anders eine Tochter, die mit ihrem Mann bis vor Kurzem in Kaiserslautern gewohnt hat. Der jetzige Besuch mit Übernachtung in einem Hotel und einem Treffen mit Bekannten soll an das gemeinsame Feiern 2018 erinnern. „Trotz des Regens gefällt es uns sehr gut“, erzählen sie. Später darf es dann etwas Mexikanisches und ein Gläschen Wein sein.

Aus Bad Sobernheim ist Winzer Rolf Simon angereist. Er sagt: „Unter den US-Amerikanern sind erstaunlich viele Weinkenner. Sie fragen ganz gezielt, zum Beispiel, wie sich ein Riesling von der Nahe und der Moselregion unterscheidet.“ Bestimmte Vorlieben hat er weder bei Deutschen noch bei US-Amerikanern ausgemacht. Er freut sich über die entspannte Atmosphäre des Festes, die auch Organisator Joachim Felka lobt: „Es ist ein schönes Miteinander, die Atmosphäre ist locker, entspannt und friedlich. Man sitzt zusammen, redet miteinander und lernt sich kennen.“ Felka schätzt, dass sich die Gäste zu zwei Dritteln aus Deutschen und zu einem Drittel aus US-Amerikaner zusammensetzen.

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