Kreis Kaiserslautern
Ramstein-Miesenbach: Festkonzert zum 140. Geburtstag des katholischen Kirchenchores
Am Vorabend des Dreikönigstages gab es in der voll besetzten St. Nikolaus-Kirche Ramstein einen sehr traditionsbewussten Auftritt örtlicher Chorgruppen: Der katholische Kirchenchor, der Männerchor sowie das Vokalensemble MaRaMis boten eine Auswahl klassischer weihnachtlicher Weisen.
Langsam wird es still im großen Kirchenraum. Im festlichen Halbdunkel mahnen nur noch der mächtige Weihnachtsbaum und flackernde Kerzen an jeder Bankreihe zu andächtigem Innehalten. Eindrucksvoll erklingt der Halleluja-Ruf des Titels „Wir haben den Stern gesehen“. Zunächst erschallt er – von den Frauen des Kirchenchors unter Leitung von Carmen Backes glasklar artikuliert – von der Eingangstüre unter der Empore her. Die Antwort geben die Männer vom Altarraum aus mit sonoren Tonfolgen. Sachte entfalten die Stimmen der Frauen breite Raumwirkung: In langen Reihen wandern sie im Kirchenschiff nach vorne, schließen singend und jede mit einer Kerze in der Hand räumlich-symbolisch die Festgemeinde ein. Am Altar schließen sie sich den Männern an, und aus dem dialogischen Chorgesang des Textes aus dem Matthäus-Evangelium wird eine aufbrandende Einheit. „Wir haben den Stern gesehen“ ist zugleich das Motto des Konzerts wie auch der Hinweis auf die Ankunft der Heiligen Drei Könige.
Wie in der „guten alten Zeit“
Die Chorgruppe von St. Nikolaus besteht aus 35 Mitgliedern. Im Vergleich zu anderen Ensembles aus der Region sind die Nachwuchssorgen anscheinend nicht ganz so groß, denn die Jüngeren sind hier in den Dreißigern. Der Männerchor Ramstein-Miesenbach-Mackenbach zählt 29 Aktive im Alter zwischen 60 und 83 Jahren und wird von Vladimir Gerasimov geleitet, der auch dem zehnköpfigen Vokalensemble vorsteht.
Der Männerchor bietet eine Auswahl an Stücken, die wohl vor allem bei den Älteren Assoziationen an die „gute alte Zeit“ wecken. „Sterne der Heiligen Nacht“ ist ein solcher Liedtext: Er erinnert an eine Weihnacht, die es so heute längst nicht mehr gibt. Die Mitglieder des Männerchores haben sich dafür in der Vierung von St. Nikolaus aufgestellt. Alle sind festlich gekleidet in roten Sakkos, weißen Hemden und mit roten Fliegen. An ihrer Seite der hohe, schlicht geschmückte Weihnachtsbaum mit Strohsternen. Der Chorvortrag beginnt mit ganz leichtem Vibrieren im zunächst leisen, aber volltönenden Klang. Die Worte des Textes werden dabei in der Tonfolge dazu gebracht, dass sie sich miteinander verschleifen und eine Art eigene Melodie bilden. Im großen Auftönen bis hin zu kraftvoll strahlender Höhe entstehen im Zusammenwirken mit dem räumlichen Ensemble Momente, von denen es wirklich heißen kann: So muss Weihnachten sein.