Kreis Kaiserslautern
Ramstein/Mackenbach: Das Turn-Team Sickingen lässt sich vom Wasserschaden nicht ausbremsen
Sport lebt vom Training. Vor allem der sportliche Erfolg stellt sich nicht ohne solches ein. Wenn nun die Trainingsmöglichkeit urplötzlich entzogen wird, sieht die Lage verzwickt aus. Genau das ist dem Turn-Team Sickingen (TTS) passiert. Derzeit dient eine Tennishalle in Mackenbach als Trainingsort.
Die Reichswaldsporthalle in Ramstein-Miesenbach ist das Zuhause vieler Vereine und eben auch die Trainingsstätte der Turner. Im Frühjahr gab es hier einen gewaltigen Wasserschaden. Der Boden war kaputt und einige der vereinseigenen Geräte gleich mit. Seit April ist dort kein Training mehr möglich. Licht am Ende des Turntunnels bietet die Sommertrainingsmöglichkeit in der Tennishalle in Mackenbach.
Diese wird in den Wintermonaten von den Tennisspielern genutzt und steht, dank dem Eigentümer, der sich bereits im zweiten Jahr als Gönner der Turner beweist, über die Sommermonate dem Turnbetrieb zur Verfügung. Bis Mackenbach bezogen werden konnte, musste aber zunächst einiges geschehen. Aktiv und umtriebig suchte die Vereinsführung des TTS nach Ersatz für die Reichswaldsporthalle und fand diesen in Rothselberg – nicht um die Ecke, aber es konnte wieder geturnt werden. Einige Trainingszeiten wurden dem TTS zudem in der Sporthalle des Sickingen-Gymnasiums in Landstuhl ermöglicht. Alles ein Behelf, aber die etwa 20 Trainingsgruppen mit insgesamt rund 200 Mitgliedern konnten immerhin trainieren.
Noch bis Mitte September Training in Tennishalle möglich
„Wir sind der Jochen Wasem Logistik GmbH unheimlich dankbar, dass wir auch in diesem Sommer in die Halle dürfen“, drückt Lea Wilking von der TTS die Dankbarkeit des Vereins aus. Hatten die Turner im vergangenen Jahr lediglich Bodenmatten oder auch den Sprung aufgebaut, so stehen in diesem Jahr zusätzlich Stufenbarren, Ringe und Hochreck in Mackenbach bereit. „Jochen Wasem hat uns die Möglichkeit gegeben, in diesem Jahr Bodenhülsen zwischen den Tennisfeldern zu erstellen, um dort die Spanngeräte aufzustellen“, erläutert Wilking, dass in normalen Sportstätten solche Verankerungen vorhanden sind, in einer Tennishalle aber nicht.
Die Mitglieder waren gefordert und ließen sich nicht lange bitten. Einige, allen voran die Trainer Achim Wätzold, Nick Jung und Jonas Ohnesorg lebten quasi in jeder freien Minute in der Mackenbacher Halle, um das Turnen auf hohem Niveau zu ermöglichen. An einigen Stellen wurde der Asphaltboden ausgehoben. Vier Fundamente wurden einbetoniert. Die Anker wurden von einer Fachfirma gesetzt. So konnte über Sommer fleißig trainiert werden. Auch weil es mittels Patenschaften, dem Förderverein und Spendenaktionen, getragen von eifrigen jungen Sportlern, gelungen ist, neue Geräte anzuschaffen. „Das war eine Megaarbeit, die sich richtig gelohnt hat“, so Wilking.
Der Verein ist an der Kapazitätsgrenze
„Wir haben Platzmangel“, verweist Wilking auf eine Kapazitätsgrenze, die schon vor dem Aus der Ramsteiner Reichswaldsporthalle zu spüren war. Leichter ist der Turnbetrieb derzeit sicher nicht. Zwar steht noch bis ungefähr Mitte September die Mackenbacher Tennishalle zur Verfügung, aber in Ramstein gehen die Türen wohl erst im November wieder auf.
Zumindest für die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften, die im September in Eutin stattfinden und für die sich fünf TTS-Sportler qualifiziert haben, kann in Mackenbach noch problemlos trainiert werden. Der Bundesligawettkampf der 3. Liga, der eigentlich in Ramstein stattfinden sollte, musste verlegt werden. „Für unseren jungen Verein stellt das einen enormen Aufwand dar. Aber dank unserer klasse Mitglieder schaffen wir das“, sieht der TTS Vorstand nur Lösungen und keine Probleme und macht das Beste aus der Situation. Dazu gehört auch, gemeinsam zu feiern und die Atmosphäre in der Mackenbacher Tennishalle so richtig zu genießen.