Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Ramstein: Gymnasiasten sammeln weiter Unterschriften für abgeschobene Mitschülerin

Freuen sich über viele Unterstützer: Die Schülersprecher Erik Meier (links) und Paula Schording sammeln mit Bürgermeister Ralf H
Freuen sich über viele Unterstützer: Die Schülersprecher Erik Meier (links) und Paula Schording sammeln mit Bürgermeister Ralf Hechler Unterschriften für ihre Mitschülerin Zhasmin. Foto: Meier/frei

Die Online-Petition für die aus Ramstein-Miesenbach abgeschobene Zhasmin Petrosyan und ihre Geschwister läuft noch einen Monat. Mittlerweile gehen ihre ehemaligen Mitschüler auf die Straße und sammeln gezielt Unterschriften. Ziel ist es, Politiker dazu zu bewegen, sich für die Rückkehr der Jugendlichen und ihrer jüngeren Geschwister nach Deutschland einzusetzen.

Zhasmin Petrosyan geht wieder zur Schule – in der russischen Stadt Samara an der Wolga. Das Lernen in der ihr nicht vertrauten Sprache fällt der 14-Jährigen allerdings schwer, wie sie dem Verbindungslehrer des Reichswald-Gymnasiums (RWG) Ramstein-Miesenbach, Jochen Meier, schreibt. Auch ihr jüngerer Bruder wünsche sich zurück an die Schule, die er in Deutschland besucht hat. Die ganze Hoffnung setzen Zhasmin und ihre Geschwister daher in die Petition, die die Schülervertretung des RWG Ende Oktober auf der Internetplattform „Open Petition“ gestartet hat (wir berichteten).

12.000 Unterschriften werden für die Petition benötigt

Dort haben sich mittlerweile 2229 (Stand Donnerstag, 28. November) Unterstützer registriert, die dafür stimmen, Zhasmin und ihre beiden Geschwister wieder nach Deutschland zurückzuholen. Das von der Plattform vorgegebene Quorum von 12.000 Unterschriften, das notwendig ist, damit diese den Fall an den Bürgerbeauftragten des Landes Rheinland-Pfalz und den Petitionsausschuss des Bundestages weiterleitet, wird wohl bis 31. Dezember nicht mehr erreicht. „Aber wir kontaktieren jetzt selbst Landespolitiker“, berichtet Meier, der sich freut, dass Ramstein-Miesenbachs Bürgermeister Ralf Hechler (CDU) Kontakte hergestellt hat.

Der Bürgermeister hilft mit beim Sammeln

Der Kommunalpolitiker habe auch beim analogen Sammeln weiterer Unterschriften im Edeka-Markt Jahke mitgeholfen, berichtet der Lehrer weiter. Da sich im Internet auf der Petitionsseite nicht mehr viel tue, versuchten sie jetzt, Menschen in Ramstein-Miesenbach und Umgebung gezielt anzusprechen, erläutert Meier. Neun Schüler sprachen deshalb im Supermarkt einen Vormittag lang Passanten an und konnten so 400 Personen davon überzeugen, die Petition zu unterstützen. Andere Schüler schwärmten in ihren Wohnorten aus und so seien noch einmal 600 Unterschriften zusammengekommen.

Diese Unterschriften überträgt Meier nun in das Online-Formular. Denn auch wenn die 12.000 Stimmen nicht erreicht werden, hofft er, dass die Position der Rückholbefürworter gegenüber Behörden und der Politik stärker ist, je mehr Unterschriften sie vorweisen können. Daher gehe das Sammeln auch noch weiter. Die Gymnasiastin und Konfirmandin Martha Kassel wird am Sonntag, 1. Dezember, im 10-Uhr-Gottesdienst in der protestantischen Kirche Weilerbach noch einmal auf die Petition aufmerksam machen und Unterschriftenlisten auslegen. Und auch auf dem Zimt- und Waffelmarkt wollen die Schüler am Freitag, 6. Dezember, mit einem Stand vertreten sein.

Hinweis

Wer die Petition für Zhasmin Petrosyan und ihre Familie unterstützen möchte, kann dies im Internet auf der Seite www.openpetition.de/zhasmin tun.

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