Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Ramstein: Farbe satt beim ersten „Festival of Colors“ im Freizeitbad Azur

Das Farbpuder fliegt: Im Ramsteiner Freizeitbad Azur fand das erste Farbfestival statt. Foto: VIEW
Das Farbpuder fliegt: Im Ramsteiner Freizeitbad Azur fand das erste Farbfestival statt.

Die Tänzer auf der Wiese geben sich dem Rhythmus der hämmernden Beats hin. Viele von ihnen sind mit Regenbogenfarben bepudert. Die Beutel mit dem farbenfrohen Inhalt machen das Besondere des ersten „Festivals of Colors“ im Ramsteiner Freizeitbad Azur am Samstag aus.

Ramstein-Miesenbach. Abgetrennt vom Schwimmbadbetrieb feiern die Besucher auf einem Teil der Liegewiese. Am Nachmittag sind die Schattenplätze begehrt. Wer nicht tanzt, ruht sich auf einer Decke, im Gras liegend oder auf einer der Sitzbänke aus. Vor der Bühne hat sich eine Menschentraube gebildet. Mit hochgereckten Armen folgen die Tänzer dem Rhythmus des DJs. Wie ein Raketenstart hört sich der elektronische Sound an. Zwei Bühnentänzerinnen räkeln sich in knapper Bekleidung zu den Beats. „So Leute, kommt nach vorne zum Duschen. Ist euch warm?“, ruft der Mann mit dem Wasserschlauch in die Menge. Auf eine Antwort muss er nicht warten. Er hält den Strahl auf die Tanzgemeinde vor sich – bei Temperaturen von knapp 35 Grad Celsius sorgt dieser für Erfrischung.

Nasse Haarmähnen fliegen

Die Menge freut sich. Junge Frauen und Männer hüpfen im Takt, sie wackeln mit ihren Köpfen, schleudern ihre nassen Haarmähnen nach vorne und hinten oder bewegen sich ruhig und lassen die Tropfen an sich herunterrinnen, die bunte Spuren auf der Haut und der Kleidung hinterlassen. Füße ohne Schuhe, in Bade- oder Sportschuhen und sogar in Boots wollen nicht stillstehen. Festivalstimmung hat sich über die Wiese gelegt. Vor der Bühne ist das Gras durchgeweicht und übersät mit leeren Getränkebechern und Farbbeuteln. Nur ab und an wird eine Handvoll Pulver in die Luft geworfen. „Ist euch heiß?“ und „Jetzt gebt noch mal alles“, heizt der Abkühler ein, der mit sichtlichem Vergnügen minutenlang auf die Menge hält.

Ein junges Paar aus der Umgebung von Pirmasens nimmt sich eine Auszeit am Eingang. „Relativ gut“, meint der junge Mann lachend. „Es ist eine Riesensauerei, mir tun die Reinigungskräfte leid.“ An einem solchen Festival, das an das hinduistische Frühlingsfest Holi angelehnt ist, gefällt ihm die Gemeinschaft und dass man seinen Gefühlen freien Lauf lassen könne. Braucht es das Farbpuder? „Ja, das ist etwas Besonderes.“ Auch die Abkühlung aus dem Schlauch findet er gut. „Der Veranstalter hat sich wirklich was dabei gedacht.“

„Man fühlt sich frei“

„Cool, aber so heiß“, meinen vier Jugendliche zwischen 16 und 17 Jahren über die Veranstaltung. Ähnlich sieht es eine sechsköpfige Gruppe aus Bann und Mittelbrunn. Sie legt gerade eine Pause auf der Wiese ein. „Man fühlt sich frei und kann sich austoben“, beschreibt Thorben Metz, der zum ersten Mal auf einer solchen Veranstaltung ist, die Atmosphäre. Die jungen Leute haben vor, bis zum Ende zu bleiben. „Jetzt erst mal essen und trinken, dann geht’s weiter“, erzählen sie.

Rechts und links der Bühne sind Essens- und Getränkestände mit vielfältigem Angebot aufgebaut. Das Beachvolleyballfeld ist zu einer Lounge geworden. Am Rand befindet sich der Stand von Dieter Huhn. Er ist mit seinem mobilen Piercingstudio, einer umgebauten Notfalleinheit aus Bonn, angereist. „Ich kann hier nicht piercen“, meint er angesichts der hohen Infektionsgefahr. „Wir haben unseren Spaß hier und verkaufen den Piercingschmuck.“

Draußen schiebt der Ramsteiner Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes Dienst. Vorsitzende Sandra Schröder schaut sich das Spektakel aus der Distanz an. „Es ist völlig entspannt“, meint sie. Eine Person mit Krämpfen sei behandelt worden. Eine Folge des starken Schwitzens und des dadurch bedingten Magnesiummangels, wie sie erläutert. Auch zwei, drei Feiernde mit Farbe in den Augen haben sich bei ihr vorgestellt. Ein kurzes Ausspülen, und alles war wieder gut war. Birdal Acar von der veranstaltenden Schick Werbeagentur aus Koblenz steht an der Kasse, verkauft Tickets und die Beutel mit den Regenbogenfarben an die Ankommenden. Wie viele Besucher da sind, möchte er nicht schätzen, aber: „Das Publikum, das da ist, bleibt auch da.“ Dass es nicht wie angekündigt zur vollen Stunde zu einem gemeinschaftlichen Farbstoß mit vorherigem Countdown gekommen sei, liege an dem bevorstehenden DJ-Wechsel.

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