Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Queidersbach: Am Samstag Theaterpremiere vor felsiger Kulisse

Mit vollem Einsatz dabei: (von links) Niklas und Rajko Schäfer, Nina Frescher und Jonas Galm spielen auf der Naturbühne in Queid
Mit vollem Einsatz dabei: (von links) Niklas und Rajko Schäfer, Nina Frescher und Jonas Galm spielen auf der Naturbühne in Queidersbach mit.

Premiere gelungen, Fortsetzung folgt: Nachdem Rajko Schäfer mit einigen Mitstreitern im vergangenen Jahr die Naturbühne Am Falkenstein in Queidersbach wiederbelebt hat, wird diese auch heuer wieder bespielt. „Ein Pfälzer im Schlaraffenland“ heißt das Stück, das Schäfer mit seinen Theaterfreunden einstudiert hat und das nun seine Premiere feiert.

Lange Zeit lag die Naturbühne in Queidersbach im Dornröschenschlaf. Doch seit dem vergangenen Jahr ist hier auf der Lichtung im Wald Am Falkenstein zumindest über Sommer wieder einiges los. Während die Sonne die letzten Strahlen des Tages zwischen den Bäumen hindurchschickt, ertönen Trompetenklänge im Wald. In altertümliche Kleider gewandete Gestalten stehen auf der Lichtung. Oberhalb der Freifläche, zwischen Mulden, Höhen und Felsen, stehen ein gedeckter Tisch und ein Chaiselongue. Die Mitglieder der Theatergruppe „Naturbühne am Falkenstein“ proben seit etlichen Wochen für ihre neue Aufführung.

Die Bühne wurde 1928 gegründet

Rajko Schäfer hat die Gruppe im vergangenen Jahr gegründet. Als Queidersbacher sei ihm die Naturbühne immer ein Begriff gewesen. Im Jahr 1928 wurde sie am Falkenstein gegründet. Bis in die ersten Kriegsjahre fanden rund um die Felsen vor dem halbrunden Wiesenoval noch Aufführungen statt. Nach 1945 wurden die fest installierten Kulissen abgebaut und die Wasserleitungen, die sogar verlegt worden waren, abgerissen. In den Nachkriegsjahren wurden die Leitungen an anderen Stellen dringender gebraucht.

Viele Queidersbacher hatten aber die Jahrzehnte danach noch den Wunsch, den Platz im Wald wieder zu beleben. Schäfer, der zuvor in Landstuhl Theater spielte, trommelte dann 2018 seine ersten Mitstreiter zusammen und gründete die „Naturbühne am Falkenstein“.

Viel Eigenleistung am Falkenstein

Mittlerweile haben Schäfer und seine Theaterfreunde in etlichen Arbeitseinsätzen die natürliche Kulisse auf Vordermann gebracht und sogar Unterstützung von den Queidersbacher erfahren. „Wir haben die Hügel neu aufgefüllt und Trockenmauern gebaut.“ Die Felsen, die vorher hinter dichtem Gestrüpp verborgen waren, wurden freigeschnitten. „An der Bühne haben wir frisches Gras eingesät, ausgerechnet zur Hitzeperiode“, erinnert sich der Regisseur an die Arbeitseinsätze. Da mitten im Wald kein Wasser vorhanden war, karrten die Laienschauspieler das kostbare Nass von zuhause an. „Dann kam ein Einwohner und hat uns ein großes gefülltes Wasserfass hier an die Bühne gestellt“, freut sich Schäfer über die Unterstützung.

Bevor aber am Samstag, 17. August, die Premiere des Stücks „Ein Pfälzer im Schlaraffenland“ stattfinden kann, sind nicht nur arealpflegerische Maßnahmen, sondern auch jede Menge Proben notwendig. Viele dutzend Mal trafen sich die Schauspieler und Techniker schon zum Üben.

Ein Klassiker von Paul Münch wird aufgeführt

Das Stück von Paul Münch erzählt von dem Gastwirt Schorsch (Rajko Schäfer), der statt seiner Gemahlin Schosefine (Nina Frescher) zu helfen, lieber seinen Gästen beim Frühschoppen Gesellschaft leistet. Schosefine wünscht ihren Mann ins Schlaraffenland und der kann sich mit der Vorstellung, dass ihm gebratene Tauben entgegenfliegen, sofort anfreunden. Gemeinsam mit seinem Freund Peter (Niklas Schäfer) und dem seltsamen Professor (Jonas Galm) lässt er sich vom Teufel (Tommy Bohl) ins Schlaraffenland zaubern. Auch wenn Schosefine verzweifelt Widerspruch einlegt, können die drei den schönen Worten des Teufels, der in der eleganten Gestalt des Herrn Urian erscheint, nicht widerstehen.

So kurz vor der Premiere gibt Schäfer letzte Instruktionen an die Gruppe: „Heute laufen wir alle Originalwege, nicht über die Bühne oder gar die Fläche der Zuschauer.“ Schließlich macht es bei der Vorführung einen großen Unterschied, ob die Schauspieler 20 oder gar 200 Meter weiter laufen müssen.

Die Gruppe besteht aus 20 aktiven Schauspielern und Technikern. Ein Teil von ihnen war bereits im vergangenen Jahr auf der Naturbühne zu sehen. In diesem Jahr konnte Schäfer vier neue Akteure dazugewinnen. „Im vergangenen Jahr stand die Hälfte des Ensembles noch nie zuvor auf einer Bühne“, erinnert sich der Regisseur und ist stolz, dass die meisten Gefallen an der Gruppe fanden und auch in diesem Jahr wieder mit dabei sind.

Termine

Aufführungen des Stücks „Ein Pfälzer im Schlaraffenland“ finden an folgenden Terminen statt:

Samstag, 17. August, 19 Uhr

Sonntag, 18. August, 16 Uhr

Samstag, 24. August, 19 Uhr

Sonntag, 25. August, 16 Uhr

Freitag, 30. August, 19 Uhr

Samstag, 31. August, 19 Uhr

Karten sind an der Abendkasse erhältlich.

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