Kreis Kaiserslautern Prinzessinen übernehmen die Macht

Die Fastnachter haben die Schlüssel und damit die Regierungsgewalt übernommen: Jürgen Lesmeister, Präsident der Ramsteiner „Bruc
Die Fastnachter haben die Schlüssel und damit die Regierungsgewalt übernommen: Jürgen Lesmeister, Präsident der Ramsteiner »Bruchkatze«, Karnevalsprinzessin Denise I., Stadtbürgermeister Ralf Hechler, Karnevalsprinzessin Katharina I. und Michael Schönborn, Sitzungspräsident der »Miesenbacher Vielläppcher« (von links).

Seit dem Neujahrstag ist Stadtbürgermeister Ralf Hechler (CDU) die Verantwortung über Ramstein-Miesenbach los. Freiwillig übergab er am Dienstagabend die Regierungsgeschäfte an die beiden Tollitäten Denise I. vom Karnevalsverein „Bruchkatze“ Ramstein und Katharina I. vom Unterhaltungsverein „Miesenbacher Vielläppcher“.

Eine große Schar uniformierter Fastnachter fand sich dazu im Ramsteiner Rathauskeller ein, um zunächst auf das neue Jahr anzustoßen. „365 Tage liegen nun vor uns“, sagte der Stadtbürgermeister und äußerte den Wunsch, an das abgeschlossene Jahr anschließen zu können. „Es war ein schönes Jahr ohne Schmerzen, und es war Geld in der Kasse“, umschrieb er die vergangenen zwölf Monate. Den Fastnachtern wünschte er in der neuen Kampagne viel Spaß und gute Veranstaltungen. „In der Kampagne wird sich wieder einiges tun“, versprach Sitzungspräsident Jürgen Lesmeister von den „Bruchkatzen“. Er hoffe, dass es nach den Kommunalwahlen so erfolgreich weitergehe wie es in der Vergangenheit für die Stadt, deren Einwohner und die Fastnachter der Fall gewesen sei. Mit Blick auf Miesenbach sprach er den Wunsch aus, die geknüpften Verbindungen weiterhin zu pflegen und zu vertiefen. Dank bekundete er der Stadt für den Neujahrsempfang und die Unterstützung der Fastnachter in beiden Stadtteilen sowie die Leistungen im Zusammenhang mit dem Westricher Fastnachtsumzug. Auch für die Miesenbacher Fastnachter seien die Kommunalwahlen ein besonderes Ereignis, betonte Sitzungspräsident Michael Schönborn. Er dankte der Stadt für die finanziellen Zuwendungen an die tanzende Jugend der „Miesenbacher Vielläppcher“. Groß sei die Freunde auf das neue Erholungsgebiet am Seewoog, positiv hob er das Treffen der beiden Karnevalsvereine hervor. Nach Brauch und Sitte werde die Fastnacht gefeiert, versprach Prinzessin Denise I. in ihrer Proklamation. Sie rief zu Spenden für das Ramsteiner Jugendbüro auf und will die Mitglieder des Elferrates mit T-Shirts sehen, auf denen ein Foto aus deren wilder Jugendzeit prangt. Gerne begebe sie sich auf Reisen, meinte Katharina I., und nicht nur deshalb wünsche sie sich eine friedliche Welt. Aber Fastnacht feiere sie in Miesenbach, auch in dem Wissen, dass das Brauchtum weltweit begangen werde. In ihrer Proklamation machte sie keinen Hehl aus ihrer Liebe zum Thüringer Wald. Sie forderte zudem zur Teilnahme an den Kommunalwahlen auf. Von einer positiven Entwicklung der Stadt berichtete Hechler. „2018 war für sie mit eines der erfolgreichsten Jahre.“ Im Industriegebiet seien alle Flächen an mittelständische Betriebe verkauft, das Straßenausbauprogramm sei abgeschlossen und das Vorzeigeprojekt Seewoog sei in vollem Gang. Das Blockheizkraftwerk werde demnächst in Dienst gestellt, „die modernste Anlage dieser Art in Rheinland-Pfalz“. Die Energiepreise blieben in Ramstein-Miesenbach stabil, versprach der Stadtbürgermeister und nannte außerdem etliche Großprojekte, die im neuen Jahr anstehen. Diese betreffen Spielplätze ebenso wie die Internetversorgung, Kindertagesstätten und Freizeitanlagen. Angestrebt werde eine neue Stadtpartnerschaft, diesmal mit einer spanischen Kommune, führte Hechler weiter aus. Für ihn und seine Vertreter in der Stadt und der Verbandsgemeinde gab es dann aus den Händen der Lieblichkeiten die Jahresorden. Im Gegenzug händigte Hechler die Regierungsschlüssel an die beiden Tollitäten aus. „Jetzt kann ich mich zurückziehen“, stellte er fest, denn die Verantwortung über die Stadt sei „in kompetenten und sicheren Händen“. Einen Wunsch hat er an die beiden Tollitäten, wenn auch der Termin außerhalb der närrischen Zeit liege. Sie mögen doch bitte als Repräsentanten der historischen Stadtratssitzung am 27. Juni beiwohnen, wenn an den Zusammenschluss von Ramstein und Miesenbach vor 50 Jahren gedacht werde und die neuen Ratsmitglieder in ihr Amt eingeführt würden. Mit dem „Ramstein gebettet im Moorbachtal“ und dem „Vielläppcherlied“ klang der offizielle Teil der Schlüsselübergabe aus.

x