Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Pianist Stephan Schappé spielt im Congress Center Ramstein

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Einen Streifzug durch die Welt der Klassik, ohne Berührungsängste mit der sogenannten U-Musik, unternahm der Homburger Pianist Stephan Schappé am Sonntag im Congress Center Ramstein. In seinem Konzert „Klassik ohne Grenzen“ stellte er Werke aus Klassik, Romantik, Tango und Jazz vor.

„Wenn ich Auto fahre, schalte ich oft das Radio ein und höre dann oft mitten in ein Stück hinein“, plauderte der Pianist gut gelaunt. „Und dann frage ich mich: Was könnte das sein? Deshalb gibt es kein Programm, und ich werde meine Stücke auch nicht vorher anmoderieren, sondern Ihnen hinterher sagen, was ich gespielt habe.“ So machte Stephan Schappé seine Zuhörer neugierig.

Zum Auftakt spielte er den ersten Satz der Klaviersonate Nr. 12, F-Dur, KV 332, von Mozart. Hier hob er den zunächst sehr leichtfüßig-verspielten Charakter des liedhaften Hauptthemas hervor, das dann in seinem kraftvoll-ausdrucksstarken Spiel in einen perlenden, sich nahezu überstürzenden Fluss umschlug. Dass die Werke des Meisters der Wiener Klassik aber auch ganz anders klingen können, stellte er in seiner Interpretation von Mozarts Marsch „Alla turca“ in einer Bearbeitung von Jean Klech unter Beweis. Der Untertitel „Mozart trifft Bartók“ enthält eine Anspielung auf die verfremdete Harmonik und den abgehackten, fast hölzern wirkenden musikalischen Duktus, die in dem differenzierten Spiel von Stephan Schappé ausdrucksvoll zur Geltung kamen.

Romantik pur und eine Hupe

Auch Schuberts Stellung an der Schwelle von der Klassik zur Romantik betonte Schappé in seiner Gestaltung des ersten Satzes der Klaviersonate A-Dur, D 664. Romantik pur entfaltete der Pianist im Nocturne e-moll, op. 72, Nr. 1 von Chopin und Liszts „La Ricordanza“. Eine selbstvergessen perlende Melodie mit volkstümlichen Akzenten prägte im klaren, dezidierten Spiel von Schappé das Thema des ersten Satzes der Klaviersonate e-moll, op. 7, von Grieg.

Einen Ausflug in die Welt des Tangos machte Schappé mit dem quirligen „Fon fon“, zu Deutsch „Tut, tut“, des brasilianischen Komponisten Ernesto Nazareth (1864-1934), einer tönenden Hommage an das gerade erfundene Automobil und seine Hupe. Folkloreeinflüsse, aber auch jazzige Harmonien, die der Pianist mit viel Liebe zum Detail hervortreten ließ, prägten „O Anel“ von Heitor Villa Lobos.

Auch Schlager und Filmmusik waren Stationen der musikalischen Reise. Luigi Denzas Hit „Funiculi funicula“ ist man zwar eher von Tenören gewohnt, die die Gelegenheit nutzen, um mit ihren Spitzentönen zu brillieren, aber auch die Klavierversion mit ihrer Betonung des liedhaften Themas konnte sich hören lassen. Pathetische Töne schlug Schappé in der Filmmusik „Alexander The Great“ von Tonci Huljic an. „Ich merke, das gefällt ihnen“, kommentierte der Musiker in seiner unterhaltsamen und abwechslungsreichen Moderation den spontanen Beifall. Dass auch ein Popsong auf dem Programm steht, ist ein Markenzeichen der Klavierabende von Stephan Schappé. In diesem Konzert spielte er in einem eigenen Arrangement Elton Johns „Sorry“. Für den Applaus bedankte er sich unter anderem mit der Eigenkomposition „Clouds“.

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