Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel PFC-Verunreinigungen auf der Air Base wohl keine Gefahr für das Umland

Das Air-Base-Gelände ist mit PFC-Chemikalien verunreinigt, die auch in den Mohrbach gelangen.
Das Air-Base-Gelände ist mit PFC-Chemikalien verunreinigt, die auch in den Mohrbach gelangen.

Der ehemalige Flugplatz Sembach ist mit Chemikalien der PFC-Stoffgruppe, die im Verdacht steht, krebserregend zu sein, verunreinigt. Da stellt sich die Frage, wie das auf der Air Base Ramstein aussieht. Die SGD Süd hat dort erhöhte PFC-Werte registriert. Doch gelangen die Schadstoffe auch ins Umland, womöglich sogar ins Trinkwasser?

Das ist fast unmöglich, meint unterm Strich die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd. Kurz gesagt seien die hydraulischen Verhältnisse auf dem Air-Base-Gelände so, dass das dortige Grundwasser für gewöhnlich auf dem Areal bleibt. Allerdings verlasse über den Mohrbach dennoch PFC-belastetes Wasser das Air-Base-Gelände. Grund zur Sorge besteht laut SGD trotzdem nicht.

Wie ist die Situation auf der Air Base?

„Es ist eine Vielzahl von Schadensfällen bekannt, für die Gefahrenerforschungsmaßnahmen, Sanierungen oder auch Monitorings durchgeführt werden“, berichtet die SGD. Die bisher höchsten gemessenen PFC-Gehalte im Grundwasser mit deutlich über einem Mikrogramm pro Liter – normal seien weniger als 0,05 Mikrogramm pro Liter – seien im zentralen Bereich der Air Base im Jahr 2011 mit ganzen acht Mikrogramm pro Liter gemessen worden. Dabei handelte es sich allerdings um einen Einzelwert. In den Folgejahren hätten sich die Werte zwischen 0,55 und 1,75 Mikrogramm pro Liter bewegt. „Die abschließende Bearbeitung dieser Altschäden wird aller Voraussicht nach noch Jahrzehnte in Anspruch nehmen“, schätzt die SGD.

Gelangt verunreinigtes Wasser ins Umland?

Ja. Und zwar über den Mohrbach. Denn dieser nimmt unter gewissen Umständen – hoher Grundwasserspiegel – Grundwasser auf dem Gelände der Air Base auf. Das transportiert er natürlich dann auch weiter. Wo der Mohrbach die Air Base verlässt – im Bereich des Westgates –, wurden laut SGD bisher PFC-Gehalte zwischen 0,5 und einem Mikrogramm pro Liter gemessen. Eine weiter nördlich in Matzenbach gelegene Messstelle weise im Schnitt nur noch PFC-Werte zwischen 0,25 und 0,0033 Mikrogramm pro Liter auf. In beiden Fällen sei die Tendenz fallend.

Besteht Gefahr für unser Trinkwasser und den Boden?

„Praktisch nein“, lautet die Antwort der SGD. Denn die Bachsohle des Mohrbachs sei kolmatiert, also durch feinkörnige Sedimente und Pflanzendetritus abgedichtet. Das verhindere sowohl das Eindringen von Schadstoffen in das Grundwasser als auch in den Boden entlang des Baches. Theoretisch sei ein geringfügiges Einsickern in den Untergrund zwar möglich, allerdings könnten sich dadurch keine Konzentrationen aufbauen, die überhaupt im Grundwasser oder im Boden nachweisbar wären.

Wie kommt PFC überhaupt auf die Air Base?

Löschschaum zur Bekämpfung an Feuern von Düsentriebwerken lautet die Antwort. In der Vergangenheit wurden damit Übungen durchgeführt, um für den Ernstfall gewappnet zu sein. 2015 seien alle Übungen mit Löschschaum jedoch eingestellt worden, teilt die Air Base mit. Geblieben sind allerdings die PFC-Altlasten.

Wie werden PFC-Belastungen vermieden?

Gegenwärtig werde die Bekämpfung von Bränden an Düsentriebwerken mit Wasser oder eben mit leeren Schläuchen geübt, teilt die Air Base mit. Löschschaum werde dabei nicht mehr verwendet. Aber auch was diesen betrifft, würden inzwischen umweltfreundlichere und unschädlichere Varianten genutzt. Aktuell werde im Ernstfall sogenanntes Phos-Check 3 benutzt, das allen internationalen gesetzlichen Standards entspreche. Zudem werde jede Ausbringung von Löschschaum wie ein Notfall behandelt. Sollte also Löschschaum Verwendung finden, werde der Austrittsbereich mit undurchdringlichen physischen Barrieren abgesperrt, sodass die Substanz aufgefangen und als Sondermüll entsorgt werden kann. Falls die Verunreinigung ins Erdreich gelange, werde es entfernt, um das Eindringen von Löschschaum oder die Auswaschung seiner Komponenten zu vermeiden.

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