Kreis Kaiserslautern
Otterbacher Rockmärchen kommt in die Fruchthalle Kaiserslautern
Seit November 2016 begeistert das Otterbacher Rockmärchen sein Publikum. Neben viel Beifall wurde das Musical Anfang des Jahres zudem mit dem Landespräventionspreis ausgezeichnet. Am 11. September kommt das Rockmärchen nun in die Fruchthalle nach Kaiserslautern. Danach soll Schluss sein.
Wenn Hänsel und Gretel auf einen besoffenen Wolf treffen, das Rotkäppchen Superpillen nimmt, wenn die Märchenwelt durchzogen ist von Intrigen, Mobbing, häuslicher Gewalt und Ausgrenzung, dann wird auf der Bühne das Rockmärchen, ein Projekt des Jugend-Treff-Zentrums Otterbach, gespielt. Seit zweieinhalb Jahren stehen die Jugendlichen um Jugendsozialarbeiterin Julia Pfeiffer mit ihrem eigenen Stück nun schon auf unterschiedlichen Bühnen, waren in Turnhallen, Schulen, im Bürgerhaus in Ramstein. Als Hexe immer mit dabei: Musikerin Chrissi Steidel. Sie hatte das Drehbuch, die Lieder und Texte zum Stück geliefert, dabei aber immer die Jugendlichen zu Wort kommen lassen.
Der städtische Kulturchef Christoph Dammann hat die Musical-Crew gebucht
Nun geht für die Musical-Crew ein Traum, ihr eigenes Märchen, in Erfüllung: Im September bespielen sie zweimal die Bühne in der Fruchthalle. Nicht einfach nur so. Die Musical-Crew wurde von Christoph Dammann, dem Direktor des Kulturreferates der Stadt Kaiserslautern, gebucht. Dammann, der auch die künstlerische Leitung der Konzerte in der Fruchthalle hat, war über einen „Mittelsmann“, so nennt er es selbst, auf das Rockmärchen aufmerksam geworden. Ein Video, die Sicht auf die verliehenen Preise und erste Gespräche mit Jugendsozialarbeiterin Julia Pfeiffer gaben den Anschub. „Das Stück hat mich überzeugt“, betont Dammann. Er hält viel vom Rockmärchen und der präventiven Aufklärung, die das Musical mitbringt. Für ihn passt so etwas sehr gut in die Konzertreihe der Stadt. „Wir machen auch Kultur mit und für Jugendliche“, sagt Dammann. Also ist er mittlerweile auch in den Schulen unterwegs und macht Werbung für die Vorstellung.
Längst steht das Rockmärchen im aktuellen Konzertprogramm der Fruchthalle. Das macht sich neben Künstlern wie Klaus Maria Brandauer ganz hervorragend, wie ein ziemlich „stolzer“ Harald Westrich, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg, feststellt. Noch viel „cooler“ finden die jungen Rockmärchen-Künstler, dass es die Tickets für „ihr“ Musical tatsächlich über den europaweiten Ticketservice www.eventim.de gibt.
Die Aufführung in der Fruchhalle ist der Schlusspunkt des Rockmärchens
„Wir wissen das alles wirklich zu schätzen“, zeigt sich Julia Pfeiffer gegenüber dem Direktor des Kaiserslauterer Kulturreferates dankbar für die Möglichkeit, den Schlusspunkt hinter das Rockmärchen an solch einer besonderen Stätte setzten zu dürfen. Danach soll definitiv Schluss sein. „Die Jugendlichen sind nun solange dabei geblieben, haben immer wieder geprobt oder die Bühnenbilder für die jeweiligen Kulissen angepasst. Mehr geht wirklich nicht, zumal einige auch auf dem Weg in die Ausbildung sind und bald nicht mehr zur Verfügung stehen“, so die Pfeiffersche Begründung für das Aus nach dem angepeilten Höhepunkt.
Ob ein zweites Rockmärchen mit neuem Inhalt und anderen Spielern kommt, wird die Zukunft zeigen müssen. Jetzt müssen Michelle Schwarz (Rotkäppchen), Philipp Wagner (Wolf), Emely Steidel (Hänsel), Sarah Müller (Erzählerin), Jule Derag (Gretel) und all die anderen noch einmal proben. Die Fruchthalle zu bespielen, das ist schon eine Herausforderung. Die junge Crew wird sie annehmen – auch weil viele an sie geglaubt haben. „Ihr habt schon was vorzuweisen, kommt nicht aus dem Nichts“, gibt ihnen Christoph Dammann mit auf den Weg.
Info
Das Rockmärchen gastiert am 11. September um 11 Uhr und um 18 Uhr in der Fruchthalle in Kaiserslautern. Tickets gibt es in der Tourist-Information Kaiserslautern sowie im Internet auf www.eventim.de.