Otterbach
Ortsbürgermeisterwahl: Was sich Andreas Ries vorgenommen hat
Als Einzelkandidat musste Andreas Ries erst einmal mindestens 40 Unterschriften sammeln, um antreten zu können. Kein Problem, meint er – obwohl er sich nicht an Freunde gewandt hat und so testen konnte, welche Resonanz seine Bewerbung bei Anderen findet. Und siehe da: In nur drei Stunden hat er 59 Unterstützer gefunden. „Das wäre noch schneller gegangen, wenn ich nicht so viel erzählt hätte“, sagt der 45-Jährige schmunzelnd. Dazu passt aber, dass er den Ortsbürgermeister in der Rolle eines Kommunikators sieht, der dem Gemeinderat vorsteht, der motivieren und Impulse geben, der kompromissbereit und tolerant sein sollte. Insofern glaubt er, gut für das Amt gerüstet zu sein. „Ich denke, ich kann die Kompetenzen im Rat bündeln und zu einer neuen Zielausrichtung führen.“ Es sei zwar ein Ehrenamt, das man aber mit ganzem Herzen wahrnehmen sollte.
Kita-Neubau ist wichtig
Erst seit knapp einem Jahr ist Ries im Gemeinderat, in den er als Nachrücker gekommen ist. Bei der Kommunalwahl 2019 stand sein Name auf der Liste der SPD. Obwohl er auf Anhieb über 500 Stimmen erhalten hat, reichte es damals nicht gleich für den Einzug in das Gremium. Klar wäre es noch vorteilhafter, wenn er schon eine längere Erfahrung in der Ratsarbeit vorweisen könnte, stellt der 45-Jährige fest, der im Lauterer Max-Planck-Institut in der Haustechnik tätig ist. Doch habe das Jahr gereicht, um einen Einblick zu bekommen. Die Idee, sich als Ortsbürgermeister zu bewerben, sei schon länger in ihm gereift, hebt der gelernte Energieelektroniker hervor, dem seine Freiheit als Parteiloser wichtig ist. Nach dem Rücktritt des einstigen Ortschefs Stefan Kölbel stimmt für ihn jetzt einfach der Zeitpunkt, es passt familiär, und er hat eine berufsbegleitende Spezialisierung als Facility-Management-Fachwirt abgeschlossen. Diese hat ihm gezeigt, dass neben dem Job noch mehr möglich ist. Dennoch beabsichtigt er, seine Arbeitszeit im Institut zu reduzieren, falls dies als Ortsbürgermeister notwendig sein sollte.
Wichtiges Thema in Otterbach ist für ihn der Kita-Neubau. Dass die Planung dafür vorangetrieben wird, ist für den verheirateten Vater von drei Kindern zwischen vier und 17 Jahren einer der ersten Schritte. „Da sind noch einige Hürden zu nehmen.“ Unverständlich ist für ihn, dass das Kita-Projekt noch nicht weiter gediehen ist. „Wenn man Neubaugebiete hat, muss man früher darüber reden, dass dies Familien anlockt.“ Was Ries in seinem Heimatort fehlt, in dem er auch aufgewachsen ist, ist eine lebendige Mitte, ein Treffpunkt. „Wir hätten eine tolle Möglichkeit mit der grünen Lunge“, sagt er über Wiesen im Umfeld des Otterbachs. Dort könnte vielleicht ein Spazierweg mit einem Pavillon entstehen. Zudem bedauert der Kandidat, dass der Abenteuerspielplatz dort immer kleiner werde.
Dampflok ans Stellwerkmuseum
Der 45-Jährige will sich dafür einsetzen, dass die alte Dampflok, die sich in Kaiserslautern an der Pariser Straße befindet, ein neues Zuhause am Stellwerkmuseum findet. Das wäre eine weitere touristische Attraktion für Otterbach. Es bedürfe aber eines Vereins, „damit die Lok dort nicht einfach vor sich hin rostet“. Außerdem hätte Ries gerne, dass es künftig mehr Sitzmöglichkeiten auf den „Wegen des täglichen Bedarfs“ gibt. Bank-Patenschaften kann er sich in diesem Zusammenhang vorstellen.
Die Wahl
Die Ortsbürgermeisterwahl in Otterbach findet am Sonntag, 20. November, statt. Es gibt vier Kandidaten, die dem zurückgetretenen SPD-Mann Stefan Kölbel nachfolgen wollen. Neben Andreas Ries treten Brigitte Hörhammer (CDU), Marco Reschke (FWG) sowie der Einzelbewerber Uwe-Hendrik Zeeb an.