Schneckenhausen
Nordpfälzer Bauernmarkt lockt mit allerlei Versuchungen
Die Sonne gibt alles, unterstützt perfekt das grandiose Duftbukett, das sich beim Nordpfälzer Bauernmarkt wabernd durch die Hauptstraße in Schneckenhausen zieht. Wonach riecht es? Würzig auf jeden Fall. Das liegt nicht zuletzt am Kräuterstand von Yves Frey, der aus seinem Kräuter- und Gemüsehof aus Höheinöd ein ordentliches Sortiment mitgebracht hat. Zwischen all dem frisch duftenden Grün lässt sich der Satz „Kräuter wie aus Omas Garten“ entdecken. Die „Oma“ – und mit ihr die Verbindung zu ganz besonderen Genüssen – wird gleich an mehreren Ständen bemüht.
Und woher kommt der intensive Räucherduft? Die Nase sagt: Das ist nicht die frisch geräucherte Forelle, die bei Forellen-Schneider gerade aus dem Ofen genommen wird. Von dort mischt sich allerdings eine fischige Note ins Gesamtensemble. Schinken? Ja, der leichte Räuchergeruch kommt von der Schinkenmanufaktur – oder ist es der Schwarzwälder Schinken oder vielleicht doch die Wurst vom Landmetzger aus Cronenberg? „Hier berät eine zertifizierte Wild-Sommeliére“, steht am Stand zu lesen. Was es alles gibt. Der Wildburger findet allerdings auch ohne Beratung erheblichen Zuspruch.
Köstlicher Käse
Ob aus Zweibrücken oder aus dem Elsass: Es riecht köstlich an den Käseständen. Auch hier heißt es meist nicht umsonst: „Mal was probieren?“ Brotduft mengt sich ins Bukett. Ah, da liegen sie, die kräftigen, noch ein bisschen warmen Laiber von der Bäckerei Kissel aus Reichenbach-Steegen. Wenn sich später daheim das Brot mit Butter und dem Honig, den es beim Bioimker Jan-Dirk Bunsen gibt, vereint, kann kulinarisch nichts daneben gehen? Der Imker vom Horterhof berichtet von einer insgesamt guten Ernte.
„Soll ich den Lauch einpacken?“ Betriebsam geht es zu am großen Gemüsestand, während ein feiner zwiebelartiger Hauch nach oben wirbelt. Etwas ruhiger wechselt bei den Gemüsebauern Amelie Schlottmann und Michael Rachfahl die Rote Beete den Eigentümer. Die Gemüsebauern haben sich seit geraumer Zeit auf der Karlshöhe bei Niederkirchen niedergelassen, präsentieren Schätze aus der ersten Ernte. Nudeln, hergestellt aus den Eiern der eigenen Hühner, gibt es bei ihnen auch.
Engagierte Vereine
Die Nase hat Pause. Die Ohren sind dran. Der Kinderchor Enkenbach singt. Harald Westrich, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg, spricht ein paar Worte, bevor er sich gemeinsam mit Landrat Ralf Leßmeister ins pralle Marktleben stürzt. Das pulsiert derweil einfach weiter. Neuer Wein ist zu riechen. Kein Pfälzer, der Rebensaft kommt aus Rheinhessen, vereint sich aber bestens mit dem Zwiebelkuchen, den das Jugendorchester Schneckenhausen Stück für Stück aus dem Ofen holt. Zwischendurch finden die Kinder und Jugendlichen noch Zeit fürs Kinderschminken.
Das Engagement der Vereine kennt in Schneckenhausen – zumindest beim Bauernmarkt – keine Grenzen. Der Musik- und Gesangsverein sorgt gemeinsam mit dem Tennisverein und den Landfrauen auf dem Kirchplatz für die Bewirtung. Es gibt erstaunlich viel zu tun. Erstaunlich deshalb: Wer es bis zum Kirchplatz geschafft hat, der hat all die Versuchungen und Verlockungen schon hinter sich und ganz bestimmt schon das eine oder andere probiert, wenn nicht gar eine große Portion gegessen.
Handgemachte, praktische Dinge
Mit Blick aufs eigene Hüftgold und ein drückendes „Ränzlein“ ist es wirklich gut, dass neben all den Genüssen auch handgemachte Dekoartikel, warme Stricksachen und andere praktische Dinge angeboten werden. Etwa die „Handschmeichler“ am Stand des Schafhofs Ruppert aus Schwanheim. Kuscheliges aus Fell gibt es hier – genau wie gefilzte Schuhe und gefilzte Weihnachtsmänner. Schafswolle muss etwas Beruhigendes haben. Zwischen all dem Trubel, den intensiven Gerüchen, den dauerkauenden Menschen sitzt Margarete Dollmann am Stand und filzt in sich gekehrt vor sich hin. Herrlich, genau wie all die anderen Eindrücke die beim Bauernmarkt auf Auge, Mund, Nase und Ohren treffen.