Kreis Kaiserslautern
Niedermohr: Der heutige Ortsteil Schrollbach feiert am Sonntag seinen 600. Geburtstag
Das kleine Schrollbach – heute ein Ortsteil von Niedermohr – blickt in diesem Jahr auf seine 600-jährige Geschichte. Eingebettet in die Schrollbacher Kerwe auf dem Festplatz wird es am Sonntag, 18. August, einen kleinen Festakt im Zelt geben, der mit einem Gottesdienst eröffnet wird.
Wie Heimatforscher Roland Paul berichtet, ist die erste urkundliche Erwähnung des Dorfs auf das Jahr 1419 datiert. Damals erklärten Heinz Heilmann und seine Ehefrau Getze vor dem Schultheis des Gerichts Ramstein, Henne von Steinwinden, dass sie Getze Strieß auf Lebenszeit drei Malter Korngült, lieferbar nach Lautern, schulden. Nach dem Tode der Getze Strieß sollte die Frucht dem jeweiligen Komtur der Deutschordenskommende Einsiedel geliefert werden. Der Komtur Johann von Liech hatte nämlich Heinz Heilmann und seiner Frau Güter zu „Speßbach und zu Schrodelbach“ verliehen.
Den Namen Schrollbach, wie es heute heißt, gab es 1419 noch nicht. Auch 1510 spricht man von „waegelin zu Schrodelbach“ und erst Ende des 16. Jahrhunderts lesen wir von einem Einwohner „Wendell von Schrolbach“. Der Dorfname wird, den Forschungen von Martin Dolch und Albrecht Greule zufolge, von dem mittelhochdeutschen Wort „schroten“, „schroteln“ abgeleitet, was so viel wie „zerkleinern, zerschneiden, zerstückeln“ bedeutet. Alles weist auch darauf hin, dass 1517 die Schrollbacher Mühle bereits aktiv war. Bis vor wenigen Jahren war hier die Gerberei Göttel tätig.
Im Jahr 1600 hatte das Dorf 27 Einwohner
Die erste Zusammenstellung der Einwohner gab es 1592. Roland Paul schreibt in seiner Chronik: Albert Hamman, Hammeß Johann, Hensels Hanßen Kind, Hensels Velten Kinder, Peter Krieger, Peter Claß und sein Tochtermann, Pettges Jung Hanß, Jost Sturm und Weiß Claß werden als erste Familien in Schrollbach genannt. Im Jahr 1600 hatte das Dorf 27 Einwohner.
Als 1611 die Pest im Raum Kaiserslautern grassierte, hat es sicher auch in Schrollbach Opfer gegeben. Und der Dreißigjährige Krieg hat die Einwohnerzahl so dezimiert, dass 1656 das Dorf nicht mehr bewohnt war. Das geht jedenfalls aus dem Schatzungsbuch Nr. 12 hervor. Erst 1684 tauchen im Schatzungsbuch wieder vier Personen aus Schrollbach auf.
Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts stieg die Einwohnerzahl. Das kleine Dorf begann wieder aufzuleben. 94 Einwohner, darunter 35 Leibeigene (18 Männer und 17 Frauen) sind in der Statistik 1767 zu finden. Schrollbach bestand damals aus 16 privaten Häusern und 14 Scheunen. Neben den Einwohnern lebten drei Pferde und 86 Rinder in Schrollbach. Zwei Hirtenhäuser wurden gebaut. Die 2000 Ziegel auf dem Dach kosteten 12 Gulden und 15 Kreuzer.
Das kleine Dorf begann weiter zu wachsen. 1788 waren hier bereits 137 Einwohner zuhause, 1835 waren es 318. Eine Viehzählung im Jahr 1904 ergab, dass neben 32 Pferden und 306 Rindern auch 141 Schweine, 18 Ziegen und sechs Schafe zum Dorf gehörten. Heute, 600 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung, gibt es in Schrollbach keine Landwirtschaft mehr. Einige alte Höfe erzählen noch von dem einstigen bäuerlichen Leben im Dorf.
Weitere Fotoausstellung im September
Der Festtag, an dem Ortsbürgermeister Uli Zimmer eine kleine Zeitreise in die Geschichte des Dorfes unternehmen will, wird von einer kleinen Fotoausstellung begleitet, die sich mit der Kulturgeschichte beschäftigt. Am 28. und 29. September ist im Zusammenhang mit der 600-Jahr-Feier eine weitere Fotoausstellung im Dorfgemeinschaftshaus zu sehen, die unter dem Titel „Schrollbach – ein liebenswertes Dorf im Wandel der Zeit“ steht. Hier werden aus 40 Jahren Pressetätigkeit Fotos von Menschen, Festen, und baulichen Veränderungen zu sehen sein.