Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Neues Landstuhler Seniorenzentrum kann im Corona-Notfall als Hilfskrankenhaus dienen

Das nagelneue, voll eingerichtete, aber derzeit leerstehende Caritas-Altenzentrum St. Nikolaus in Landstuhl könnte zum Hilfskran
Das nagelneue, voll eingerichtete, aber derzeit leerstehende Caritas-Altenzentrum St. Nikolaus in Landstuhl könnte zum Hilfskrankenhaus werden, wenn die Anzahl der Corona-Patienten die Kapazitäten der Krankenhäuser sprengen sollte.

Noch reichen die die Kapazitäten im Lauterer Westpfalz-Klinikum und im Landstuhler Nardini-Klinikum aus, um alle Corona-Patienten aufnehmen zu können. Doch sollten die Zahlen drastisch steigen, wird für den Fall der Fälle in Landstuhl ein Hilfskrankenhaus als Ausweichquartier eingerichtet.

Geplant ist, das neu gebaute Seniorenzentrum St. Nikolaus in Landstuhl im Bedarfsfall als Hilfskrankenhaus zu nutzen, teilt Landrat Ralf Leßmeister (CDU) mit. Mit dem Betreiber der Einrichtung, dem Caritasverband Speyer, habe er bereits Absprachen getroffen. „Das lief unkompliziert.“

Ende März sollte das Altenzentrum eigentlich von den Senioren bezogen werden. Doch aufgrund der Corona-Krise wurde die Eröffnung und der Umzug der Bewohner aus dem Altenzentrum Maria Rosenberg in Waldfischbach-Burgalben ins neue Landstuhler Domizil auf unbestimmte Zeit verschoben. Bis auf einige wenige Arbeiten am Parkplatz und den Außenanlagen ist das zentral gelegene Caritas-Seniorenheim fertig. „Da es derzeit leer steht, aber voll erschlossen und möbliert ist, bietet das Haus optimale Voraussetzungen, um kurzfristig und auch unter pflegerischen Gesichtspunkten eine Betreuung von bis zu 120 Patienten sicherzustellen“, sagt der Landrat.

„Für ein Worst-Case-Szenario haben wir darüber hinaus eine weitere Rückfallebene: die kleine Sporthalle der Integrierten Gesamtschule (IGS) Landstuhl.“ Der Verbandsvorsteher der IGS und Bürgermeister der Verbandsgemeinde Landstuhl, Peter Degenhardt (CDU), habe hierzu bereits seine Unterstützung zugesagt, berichtet Leßmeister.

Insgesamt 400 Ersatzbetten

Die Katastrophenschutz-Einheiten verfügten über 100 Doppelstockbetten, also 200 Einzel-Betten, und darüber hinaus über weitere 100 Feldbetten. „Allein im Landkreis Kaiserslautern haben wir somit mit dem Caritas-Heim eine Kapazität von insgesamt über 400 Ersatzbetten.“

Ungeachtet eventueller Konflikte mit einer künftig möglichen Wiederaufnahme des Schulbetriebs halte er verfügbare Einrichtungen wie Pflegeheime oder Reha-Einrichtungen für die grundsätzlich bessere Wahl als Sporthallen und Schulgebäude, sagte der Landrat. Die Stadt Kaiserslautern hat – wie berichtet – das Hohenstaufen-Gymnasium als mögliches Hilfskrankenhaus ins Auge gefasst.

Die Ärzte der beiden Kliniken hatten bei den Gesprächen der neu eingerichteten Corona-Task-Force darüber hinaus betont, dass die Nähe eines Hilfskrankenhauses zum Klinikstandort wegen kurzer Transportwege von Vorteil sei, erklärte Leßmeister, wieso sich die Planungen auf Landstuhl konzentrieren. Neben dem Nardini-Klinikum gibt es zudem in der Sickingenstadt die einzige Corona-Ambulanz im Landkreis: In der Bahnstraße 104 hat das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) vergangene Woche eine Anlaufstelle eröffnet, in der sich Menschen mit Corona-, aber auch mit Grippesymptomen sieben Tage die Woche behandeln lassen können. „Damit beherbergen wir neben dem Krankenhaus eine weitere wichtige Infrastruktur im Kampf gegen das Coronavirus in der Stadt Landstuhl“, so Bürgermeister Degenhardt, der dem Team des MVZ Landstuhl um die leitenden Ärzte Antonio Baker-Schreyer und Peter Jung für ihr Engagement dankte. „Die Verbandsgemeinde Landstuhl wird damit ein Schwerpunkt der Bekämpfung des Coronavirus im Landkreis Kaiserslautern.“

Nur kurzer Vorlauf nötig

Noch bestehe aber kein Grund, in Stadt oder Landkreis ein Notkrankenhaus voll aufgerüstet vorzuhalten, betonte der Landrat. Sowohl das Westpfalz- als auch das Nardini-Klinikum hätten sich intern bewusst auf die Corona-Pandemie eingestellt und vor allem durch die Verschiebung planbarer Eingriffe bereits erweiterte Kapazitäten geschaffen. So sei man in der Lage, auch bei einem kurzfristigen, deutlichen Anstieg von Corona-Patienten vier bis fünf Tage zu überbrücken. „Genau diese Zeit reicht den Verantwortlichen in Stadt und Landkreis aus, um dann eventuell erforderliche Rückfallebenen in Form von Hilfskrankenhäusern aufzubauen und einzurichten“, unterstreicht Leßmeister, dass die Vorbereitungen bereits so konkret seien, dass innerhalb weniger Tage Ausweichquartiere geschaffen werden könnten, sollten in den beiden Kliniken auf Grund der Corona-Pandemie die Kapazitäten erschöpft sein. „Hier kann auch auf vorhandene Erfahrungen und Notfallkonzepte im Zusammenhang mit der Fußball-WM und dem Rheinland-Pfalz-Tag zurückgegriffen werden“, berichtet der Landrat und betont: „Wir sind vorbereitet und können innerhalb weniger Tage reagieren.“

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