Queidersbach
Neues Ärztezentrum sichert medizinische Versorgung
„Früher gab es in Queidersbach vier Hausärzte“, erinnert sich Ortsbürgermeister Harald Vierling (CDU). Aber das ist längst Geschichte. Übrig ist noch ein Allgemeinmediziner: Michael Gebhardt, der seine Praxis in der Jakobsstraße betreibt. Da auch Gebhardt dem Rentenalter nahe ist, hatte schon Vierlings Vorgänger und Parteifreund Ralph Simbgen die Sorge um einen Ärztemangel umgetrieben. 2021 ging der damalige Ortsbürgermeister neue Wege. In einem Video bewarb er die Gemeinde und warf mit dem Film über die Sozialen Medien und YouTube die Angel nach einem neuen Arzt für Queidersbach aus – doch ohne Erfolg.
Aber nun gibt es eine Lösung, die 2021 schon Simbgen angestrebt hatte: ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ). Die Praxis Gebhardt, in der neben dem Inhaber inzwischen noch eine jüngere Ärztin arbeitet, werde im Frühjahr vom MVZ Schneider übernommen, berichtet Vierling und freut sich, dass die ärztliche Versorgung in der Gemeinde nun auch langfristig gesichert sei. Michael Gebhardt werde ab März als Angestellter des MVZ zunächst weiter arbeiten. Wer zusätzlich noch in das neue MVZ in der Jakobstraße einziehen wird, kann Vierling nicht sagen. „Welche Fachrichtungen das sein werden, ist noch unklar.“ Aber sicherlich werde das neue Ärztezentrum auch Patienten aus umliegenden Gemeinden anziehen.
„Nur bei der Gastro hapert’s“
Neben dem Allgemeinmediziner gibt es in Queidersbach zwei Zahnärzte, zwei Praxen für Krankengymnastik und Physiotherapie sowie eine Apotheke mit Lieferservice und ein Seniorenheim. Ohnehin könne sich die Infrastruktur der drittgrößten Gemeinde in der VG Landstuhl sehen lassen, wie Vierling und sein Beigeordneter Wolfgang Schmitt finden: Diverse Handwerksbetriebe – ein weiteres Gewerbegebiet ist Richtung Falkenstein geplant –, Bäcker, Metzger, ein Geschenkeladen, das Café „Dorfkind“, der Wasgau-Markt im Ortskern und die Tankstelle am Ortsrand sichern die Versorgung in der Kommune, die im regionalen Raumordnungsplan als Grundzentrum ausgewiesen ist. „Nur bei der Gastronomie hapert es“, bedauert Vierling, dass es in Queidersbach außer dem Sportheim und dem „Dorfkind“ kein Lokal mit Essensangebot mehr gibt, seit die letzte Gaststätte im Gästehaus Felsenkopf verwaist ist. „Wir sind dabei, hier Lösungen zu erarbeiten“, unterstreicht Schmitt. „In Absprache mit dem neuen Brandschutzinspekteur wird in puncto Brandschutz gemacht, was von ihm verlangt wird.“ Damit soll der Weg zur baldigen Nutzung des weitläufigen Gebäudes geebnet werden. „Wir wollen den Felsenkopf künftig auf mehrere Beine stellen“, berichtet Schmitt. Ein Teil solle an die Diakonie vermietet werden. „Die Diakonie wird dort Kinder aus hilfsbedürftigen Familien betreuen.“
Aber: „Wir brauchen auch wieder eine Gastronomie im Felsenkopf“, betonen beide. Nicht zuletzt auch wegen des Fremdenverkehrs: „Denn trotz all der schönen Landschaft rund um Queidersbach, verpassen wir bislang den Tourismus noch ein bisschen.“ Und das Gästehaus ist mit seinen 30 Betten eine gute Übernachtungsmöglichkeit auch für Urlauber.
Auch in anderen leerstehenden Gebäuden zieht wieder Leben ein: In der alten Grundschule hat die Gemeinde zum 1. Februar Räume vermietet, berichtet Vierling. „Im Gebäude selbst wird Alltags- und Seniorenbegleitung angeboten, die die stundenweise Entlastung der Angehörigen ermöglicht. Und unter der Gymnastikhalle werden für die Kindertagespflege von Kleinkindern die Räume neu gestaltet.“
Ein Dauerthema ist die Kita
Apropos Nachwuchs: Ein weiteres Dauerthema in Queidersbach ist die örtliche Kita, die aus allen Nähten platzt. Neubau oder Umbau – in dieser Frage gebe es noch keine finale Entscheidung, sagt der Ortsbürgermeister, der das Thema nach eigener Aussage aber ganz oben auf seiner Agenda hat. „Die Kita hat oberste Priorität, denn derzeit müssen wir Kinder in Landstuhl und Linden unterbringen.“ Dass das Raumproblem die vielen jungen Eltern im Ort umtreibe, könne er gut verstehen. Aber der Aus- und Umbau der Kita ist auch eine Geldfrage: „Unser Haushalt sieht zwar nicht schlecht aus, aber für eine Erweiterung, die rund drei Millionen Euro kosten würde, fehlen uns schlicht die Mittel. Solch ein Großprojekt zu stemmen, ist schwer.“
Die neue Ortsspitze ist zuversichtlich, die Probleme lösen zu können: „Wir sind ein tolles Team“, findet Harald Vierling, der „ganz begeistert“ ist von seinem neuen Amt, obwohl dieses mehr Arbeit mache als gedacht, wie er einräumt. Im Rat – dort haben die CDU sieben, die FWG sechs, die AfD und die MfQ je drei Mandate und die SPD einen Sitz – praktiziere man eine „lösungsorientierte Zusammenarbeit“, unterstreicht auch Wolfgang Schmitt: „Wir haben viele jüngere, auch parteilose Leute, die bereit sind, sich für den Ort zu engagieren. Nicht zu vergessen sind in diesem Zusammenhang auch die mehr als 35 Vereine, die es in Queidersbach gibt und die das ganze Jahr hindurch eine ganze Reihe hochwertiger Veranstaltungen bieten.“
Durch dieses Zusammenwirken vieler sei im Ort „eine echte Dynamik“ entstanden, sagt Vierling und fügt an: „Daher bin ich stolz darauf, Ortsbürgermeister von Queidersbach zu sein.“