Ramstein-Miesenbach
Neuer „Blitzer“: Was haben Geschwindigkeitsmessungen gebracht?
Der „Blitzer“-Anhänger sei bislang zweimal aufgestellt worden. Und zwar sehr gut sichtbar für zehn Tage in der Ortseinfahrt Miesenbach aus Richtung Mackenbach kommend. „Der Haupteffekt der Messung war, dass 99 Prozent der Fahrzeuge langsam genug runtergebremst hatten“, zieht VG-Bürgermeister Ralf Hechler (CDU) eine erste Bilanz. Dennoch hätten an dieser Stelle mehr als 140 Verwarnungen erteilt werden müssen, was rund 8500 Euro an Bußgeldern ausgemacht habe. „Die schnellste Messung in der Tempo 50-Zone lag bei 114 km/h – da war allerdings ein Rettungsfahrzeug im Einsatz.“
Anfang Januar sei das Messgerät dann sechs Tage in der Reichswaldstraße (Tempo-30-Zone) „ebenfalls sehr gut sichtbar“ auf der Höhe des Schützenhauses Ramstein, aufgestellt gewesen. „Bei immerhin 4755 Fahrzeugbewegungen gab es doch 113 Überschreitungen“, erklärt Hechler. Der Schnellste ,Sünder’ habe dabei vor Abzug der Toleranz eine Geschwindigkeit von 62 km/h drauf gehabt. „Auch hier hat der erzieherische Effekt des gut sichtbaren Trailers funktioniert und die eigentliche Geschwindigkeit wurde stets stark abgebremst“, zeigt sich Hechler mit dem Ergebnis zufrieden. Bußgelder in Höhe von 3100 Euro seien dort bei diesem Überwachungsintervall fällig geworden.
Geblitzt werden soll in allen Orten
Laut Hechler wird der Trailer mit dem Überwachungsgerät nach und nach in allen Orten der Verbandsgemeinde zum Einsatz kommen. Allerdings seien die Möglichkeiten, dieses aufzustellen, nicht überall optimal, gibt der VG-Chef zu Bedenken. „Das Gerät darf natürlich kein Hindernis für den Verkehrsraum darstellen und auch der Untergrund muss geeignet sein, denn das Gerät wiegt über 1,5 Tonnen.“ Trotz aufgestelltem Trailer werde noch deren Überwachungskamera, die separat genutzt werden kann, an anderen Stellen wie in Seitenstraßen, vor Schulen, oder in Bereichen, in denen es massiv Beschwerden gebe, eingesetzt. „Es geht nicht immer um ,scharfe’ Messungen und etwa darum abzuzocken – sondern um den erzieherischen Effekt. Der Autofahrer muss immer damit rechnen, dass der Blitzer dort stehen könnte“, fasst Hechler die Intention der Messungen zusammen.
Die Neuanschaffung des „Blitzers“ im vergangenen Jahr war nötig geworden, weil das Landesamt für Mess- und Eichwesen die Nutzung des bisherigen Gerätes untersagt hatte. Der Verbandsgemeinderat hatte dem Kauf des rund 250.000 Euro teuren Geschwindigkeitsmessanhängers der Marke „Vitronic“ im April vergangenen Jahres zugestimmt. Die Anschaffung sei kein Luxus, sondern werde sich im Laufe der Zeit amortisieren, so Hechler damals.