Kreis Kaiserslautern Neue Ideen zum Konzept der Grundschule
Die Arbeit am Konzept für die Grundschule Frankenstein, mit dem deren Erhalt gesichert werden soll, schreitet voran. Orts- und Verbandsgemeinde sowie Schule ziehen an einem Strang. Die Grundsatzfrage, ob erst das mit den Eltern abgestimmte Konzept stehen soll, bevor man sich für den Erhalt ausspricht, oder ob die Zusicherung des Erhalts die Grundlage für eine Konzepterarbeitung ist, spaltet hingegen.
In der jüngsten Verbandsgemeinderatssitzung hatten SPD, FWG und die Grünen einen Antrag eingebracht, mit dem der Rat sich für den Erhalt der Grundschule erklären sollte (die RHEINPFALZ berichtete am 31. März). Aus der CDU gab es jedoch Bedenken dagegen, weil man den Elternwillen voranstellen und die Unterstützung davon abhängig machen wollte. So stimmte letztlich rund die eine Hälfte der CDU-Fraktion gegen den Antrag, die andere Hälfte sowie alle restlichen Ratsmitglieder samt FDP dafür. Über dieses Abstimmungsergebnis zeigte sich Frankensteins Ortsbürgermeister Eckhard Vogel (FWG) sehr besorgt: Er sieht das „zarte Pflänzlein des Vertrauens“ angegriffen. „Natürlich steht der Elternwille im Vordergrund, aber ein klares Zeichen der Verbandsgemeinde ist nötig“, plädiert er. Durch die Forderung des CDU-Fraktionschefs „zäume ich das Pferd von hinten auf“, urteilt er. Deswegen sei das Abstimmungsergebnis das falsche Signal: „Ich muss erst ein klares Signal für den Erhalt setzen, dann kann ich die Eltern fragen, was sie wollen.“ So argumentiert auch CDU-Ratsmitglied Gudrun Heß-Schmidt, zugleich Kreisbeigeordnete für den Bereich Schulen: „Ich wollte ein eindeutiges Signal setzen! Ich möchte generell die Schule erhalten.“ Denn sie spüre die Verunsicherung der Eltern, was zur Folge haben kann, dass Frankensteiner Kinder woanders angemeldet werden, nur aus Angst, die Schule könnte nicht weiterbestehen. Jürgen Wenzel (CDU), als VG-Beigeordneter für den Geschäftsbereich Schulen zuständig, sieht die Sache pragmatisch und sich als Verwaltungsmitarbeiter weniger politisch aktiv: „Meine Aufgabe ist es, Fakten zu sammeln und diese den Gremien zur Verfügung zu stellen. “ So wäre es seiner Ansicht nach sinnvoller gewesen, erst ein Konzept zu erstellen, die Eltern daran zu beteiligen und dann den Erhalt generell im VG-Rat zur Disposition zu stellen. Eine Abstimmung zu einem späteren Zeitpunkt hätte eine bessere Grundlage gehabt, meint er. „Wenn ich etwas übers Knie breche, muss ich mich nicht wundern, wenn einige dagegen sind.“ So sei die Abstimmung jedoch eher emotional, aus dem Bauch heraus gelaufen statt faktenbasiert. Eine Schwachstelle der Frankensteiner Grundschule ist Wenzels Ansicht nach, dass sie keine Ganztagsschule sei. „Der Trend geht eindeutig dahin“, für viele berufstätige Eltern ist dies eine Voraussetzung. Deshalb überlegen er, der Ortsbürgermeister und die Schulleitung, ob dies realisiert werden könne. Die verschiedenen Modelle einer Ganztagsschule haben auch unterschiedliche Finanzierungsgrundlagen: Handelt es sich hauptsächlich um eine Betreuung – eine so genannte Ganztagsschule in offener Form –, ist der Schulträger, also die VG, für die Finanzierung verantwortlich. Bei einer „echten“ Ganztagsschule, die von der ADD (Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion) genehmigt und vom Land bezahlt wird, ist der Schüler mindestens für das Schuljahr zur Teilnahme verpflichtet. Über eine leichter umzusetzende Ganztagsbetreuung hat sich bereits Ortsbürgermeister Vogel Gedanken gemacht. „Um Kosten zu sparen, könnten engagierte Eltern einen Teil übernehmen oder Vereine und andere Institutionen“, lautet die Idee. Gerade in Hinblick auf das vom ihm erdachte Biosphären-Schul-Konzept – das Ökologie und Nachhaltigkeit in den Fokus stellt – seien schon Gespräche mit Partnern vereinbart, verrät er. Vor einer vom Land finanzierten Ganztagsschule steht die Hürde einer Mindestschülerzahl: Da sie für Grundschulen 36 beträgt, in Frankenstein aber derzeit nur 25 Kinder unterrichtet werden, wie Heß-Schmidt weiß, scheidet diese Möglichkeit aus. Eigentlich. Denn es gibt noch eine Idee, wie die Hürde umschifft werden könnte: „Wenn wir Frankenstein zur Zweigstelle der Grundschule Hochspeyer machen, wäre die Mindestzahl kein Problem“, gibt Wenzel wieder. Beim Treffen mit Vogel und der Schulleiterin am Mittwoch ist diese Idee entstanden. „Aber das muss noch geprüft werden!“, schickt der Beigeordnete vorsorglich hinterher, um keine vorschnellen Erwartungen zu wecken. Dass diese Variante nicht völlig aussichtslos ist, zeigt jedoch das Beispiel der Grundschulen Bruchmühlbach und Martinshöhe. Jene haben vor einigen Jahren fusioniert, die entstandene Einrichtung heißt seitdem „Ganztagsschule Bruchmühlbach-Martinshöhe“. Eine Schule mit zwei Standorten. Die Kooperation dort hat Vorteile gebracht.