Sembach Warum die Vermarktung im Gewerbepark Sembach stockt

Weil etliche bodenschutzrechliche Fragen noch nicht geklärt sind, geht es beim Verkauf von Grundstücken im Gewerbepark Sembach n
Weil etliche bodenschutzrechliche Fragen noch nicht geklärt sind, geht es beim Verkauf von Grundstücken im Gewerbepark Sembach nach wie vor nicht voran.

Anfragen von Firmen, die im Gewerbepark Sembach bauen wollen, gibt es viele. Denn es ist das einzige Industriegebiet im Kreis Kaiserslautern, das noch größere zusammenhängende Flächen hat. Warum es dort trotzdem nicht weitergeht.

Das Areal gehört der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), die noch etwa 30 Hektar des ehemaligen US-Militärflughafens entwickeln will. Doch die Vermarktung liegt seit mehreren Jahren auf Eis. Grund dafür ist der mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFAS) belastete Boden. Diese industriell hergestellten Stoffe, die wegen ihrer wasser- und fettabweisenden Eigenschaften sowie ihrer Langlebigkeit gezielt eingesetzt werden, finden sich auch in Löschschäumen, die die Amerikaner bei ihren Übungen eingesetzt hatten. Weil eine Sanierung des Wassers und des Bodens durch spezielle Verfahren wirtschaftlich unverhältnismäßig, sprich zu teuer ist, verständigte sich die BImA mit der zuständigen Genehmigungsbehörde, der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD), darauf, den Boden versiegeln zu lassen. Die Bebauung soll verhindern, dass Niederschlagswasser in den Boden versickert und die PFAS ins Grundwasser spült.

Knackpunkt für Firmen geklärt

Auch ein weiterer Knackpunkt für ansiedlungswillige Firmen wurde geklärt: Die BImA stellt Grundstückskäufer von der Haftung für das Grundwasser frei. Falls dort PFAS nachgewiesen werden, wird die Bundesanstalt die Verantwortung für dessen Sanierung übernehmen. Mit dieser Zusage schien einer weiteren Vermarktung nichts mehr im Weg zu stehen. Doch warum wird in Sembach immer noch nicht gebaut? Der Grund dafür ist, dass immer noch nicht alle bodenschutzrechtlichen Fragen zwischen BImA und SGD Süd geklärt sind. Diese beziehen sich laut SGD Süd vor allem auf die Bewegung der möglicherweise mit PFAS belasteten Böden bei Bauarbeiten. Im Frühjahr 2025 soll es aber mit der Vermarktung weitergehen, kündigten die Behörden an.

In puncto freier Gewerbeflächen in Stadt und Landkreis Kaiserslautern wird die Lage inzwischen immer prekärer. Die Nachfrage ist groß. Laut einem Gutachten werden bis zum Jahr 2040 rund 170 Hektar benötigt, um Firmen ansiedeln zu können. Um baureife Gewerbeflächen zu akquirieren, wollen Stadt und Landkreis sich daher zusammentun: Alle Details sind noch nicht geklärt, aber der Grundsatzbeschluss steht. Die Gründung eines gemeinsamen Industrie- und Gewerbeflächen-Zweckverbands ist für das erste Halbjahr 2025 anvisiert.

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