Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Nach Hitzeausfällen: Lautertalgemeinden fordern Sanierung der Bahntrasse

Gleisverwerfungen sorgten in den vergangenen Jahren – auch in diesem Sommer – dafür, dass auf der Lautertalbahn-Strecke über län
Gleisverwerfungen sorgten in den vergangenen Jahren – auch in diesem Sommer – dafür, dass auf der Lautertalbahn-Strecke über längere Zeiträume keine Züge verkehren konnten. Foto: VIEW

Der Verbandsgemeinderat Otterbach-Otterberg appelliert mit einer Resolution an die Bahn, „die Lautertalbahn so zu ertüchtigen, dass die Bahn auch im Sommer als umweltfreundliches Verkehrsmittel genutzt werden kann“.

Die Sperrungen der Gleise im Lautertal bei sommerlicher Hitze (wir berichteten mehrfach) sollen nach dem Willen der Ratsmitglieder ein Ende haben. Einstimmig wurde in der Sitzung am Donnerstagabend eine entsprechende Resolution an die Bahn abgesegnet.

Rat kritisiert „Schienen aus der Vorkriegszeit“

Der Oberbau der Strecke sei abschnittsweise in einem sehr schlechten Zustand, heißt es in dem Text der Resolution. „Hier befinden sich noch Stahlschwellen und Schienen aus der Vorkriegszeit“, wird geschildert. In den vergangenen drei Jahren sei es durch Hitzeeinwirkung zu Gleisverwerfungen und Sperrungen an zehn bis 20 Tagen gekommen. In den vergangenen beiden Jahren hätten außerdem Straßensperrungen in den Ortslagen Otterbach und Hirschhorn dazu geführt, dass Reisende weite Umwege in Kauf nehmen mussten.

„Bahn soll zum Klimaschutz beitragen“

Unter den Vorzeichen von Klimawandel und Klimadiskussion sei es wichtig, eine funktionierende Bahn zu haben. Derart hohe „Ausfallzeiten sind im ganzen Südwesten nicht aufgetreten und werfen ein schlechtes Licht auf die Bahn“, steht im Resolutionstext. Letztlich solle die Bahn doch mit zum Klimaschutz beitragen. Auch aus diesem Grund fordern die Ortsgemeinden im Lautertal und auch die angrenzenden Kommunen, den Zustand des Oberbaus auf der Bahnstrecke von Kaiserslautern-Hauptbahnhof nach Lauterecken-Grumbach zu sanieren.

„Die Westpfalz gehört zu den abgehängten Regionen“

„Es ist ja die Rede davon, dass die Westpfalz zu den abgehängten Regionen gehört“, erklärte Rupert Schönmehl (CDU). Dies betreffe auch das Schienennetz. Ein „echter Schritt nach vorne“ wäre die Erweiterung der Strecke von Lauterecken nach Staudernheim, denn dies sei ein Knotenpunkt, der eine Vernetzung des Schienenverkehrs ermöglichen würde. „Hier sind allerdings vor allem auch unsere Landtags- und Bundestagsabgeordneten gefragt“, so der CDU-Sprecher.

Im Namen von Bündnis 90/Die Grünen dankte Andreas Markus Karl-Heinz Eckhardt „für diesen sachkundigen Text zur Lautertalbahn“. Bei der in der Resolution geforderten Sanierung gehe es eigentlich nur um eine Selbstverständlichkeit, die die Bahn zu erfüllen habe. Das Klimapaket der Bundesregierung werde „zur Nullnummer“, wenn es nicht gelinge, den Umstieg von Pkw auf öffentliche Verkehrsmittel zu bewerkstelligen, so Markus.

Mehrfache Ausfälle in den Sommern 2018/19

Die Lautertalbahn war in diesem und im vorangegangenen Sommer mehrmals für mehrere Tage außer Betrieb. Temperaturen über 35 Grad hatten immer wieder zu Verwerfungen im Gleiskörper geführt, die wegen anhaltender Hitze nicht gleich repariert werden konnten. Ein Ersatzverkehr mit Bussen und Pendeltaxen sorgte für die Beförderung der Passagiere – teils wegen der Straßenbaustellen mit weiten Umwegen. Nach Angaben des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr ist die Lautertalbahn wegen ihrer vielen Kurven, die in der prallen Sonne liegen, besonders anfällig für Störungen, da sich in der Hitze die Gleise verbiegen und dann aus Sicherheitsgründen kein Zug mehr fahren kann.

Auf RHEINPFALZ-Anfrage hatte die Deutsche Bahn im Juli versichert, dass sie sich im Lautertal „verstärkt gegen Hitzeperioden wappnen will“.

x