Otterberg RHEINPFALZ Plus Artikel Nach Drohbrief und Attacken: Ex-Ortsvorsteher berichtet von neuem Vorfall

Auch Straßen, wie die Verlängerung der Sanddelle, wurden bei den jüngsten Vorfällen auf dem Drehenthalerhof wieder verschmutzt.
Auch Straßen, wie die Verlängerung der Sanddelle, wurden bei den jüngsten Vorfällen auf dem Drehenthalerhof wieder verschmutzt.

Fast drei Monate ist es nun her, dass Martin Klußmeier als Ortsvorsteher des Drehenthalerhofes zurückgetreten ist und es ihm der Ortsbeirat gleichtat. Während neue Mandatsträger gesucht werden, berichtet Klußmeier von einer Nachricht, die ihn aufmerken ließ.

Ein Drohbrief, der in seinem Briefkasten gelandet war, und Attacken gegen ihn waren für Martin Klußmeier im Februar der letzte Anstoß dafür, sein Amt niederzulegen. Er wollte damit seine Familie und sich selbst schützen. Zu 100 Prozent sicher fühlt er sich aber nach wie vor nicht. „Man ist immer noch vorsichtig“, schildert er. Insbesondere wenn er alleine spazieren gehe. Es sei ein Auf und Ab, beschreibt er seine Gefühlslage.

Die hängt nun auch davon ab, was es mit einem neuen Eintrag im Gästebuch des Trekkingplatzes auf sich haben könnte. Die Nachricht ist wegen der Handschrift nur schwer zu lesen. Unter den Zeilen „Wir sind die Gangster“, „Wir sind die Coolen“ steht auch: „Achtung, alter Mann!“ Ist das nun lediglich ein Dummejungenstreich oder könnte das erneut eine Drohung sein, die sich gegen ihn richtet? Schließlich kümmert sich Martin Klußmeier zusammen mit seinem Vater um den Trekkingplatz. Die Polizei hat er jedenfalls informiert, sagt der einstige Ortsvorsteher. Der Aufforderung im Eintrag, ins Regenfass vor Ort zu schauen, ist er aber erst einmal nicht nachgekommen.

Kein Nachfolger in Sicht

Unterdessen muss ein Nachfolger für Klußmeier gefunden werden. Sein Rücktritt macht eine Neuwahl nötig, die am Sonntag, 2. Juli, stattfinden soll. Das sei öffentlich bekannt gemacht worden, berichtet Udo Krauß, der stellvertretende Büroleiter der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg. Wahlvorschläge können schon eingereicht werden, Mitte Mai endet die Frist. Und dann steht fest, ob es Bewerber gibt und ob die Wahl damit überhaupt stattfinden kann oder nicht. Bis jetzt gilt: „Mir liegt nichts vor“, meint Krauß über Bewerbungen. Gibt es keinen Urnengang, wäre nach spätestens acht Wochen eigentlich der Ortsbeirat gefordert bei der Wahl eines Ortsvorstehers.

Das Gremium gibt es derzeit aber ebenfalls nicht. Kurz nach Klußmeiers Rücktritt hatten die damaligen Mitglieder aus Solidarität und im Interesse der Dorfgemeinschaft, wie sie betonten, ihr Mandat niedergelegt. Nach wie vor ist die Verwaltung dabei, die Liste von der jüngsten Kommunalwahl abzuarbeiten und potenzielle Nachrücker zu kontaktieren. Etwa 25 Bewohner des Otterberger Ortsteils seien schon angeschrieben worden, informiert Krauß. Bis jetzt waren die Mühen erfolglos. Die Betroffenen hätten immer eine Woche Zeit, um sich zu äußern. Lehnen sie ab, wird der Nächste oder die Nächste angeschrieben. Um die 40 Namen stünden noch auf der Liste, sagt der stellvertretende Büroleiter.

Erneut großer Ärger

Wie sieht es ansonsten auf dem Drehenthalerhof aus, hat sich die Lage etwas beruhigt? Schließlich gab es in der Vergangenheit auch noch Konflikte anderer Art: Es ging dabei unter anderem um illegale Erd- und Schuttablagerungen, um Lkw-Verkehr und um dadurch verschmutze Straßen. Immer wieder wurden mögliche Verstöße gegen das Umwelt- und Baurecht angezeigt. Die Lage habe sich zu einem Problem entwickelt, das die Anwohner immer mehr belastet, fasste die Kreisverwaltung im März in einer Pressemitteilung zusammen und brachte das mit der Tätigkeit von Betrieben aus dem Landkreis in Verbindung. Die Behörden haben versucht zusammenzuarbeiten, es gab sogenannte runde Tische.

Einen guten Monat lang habe fast „Totenstille“ vorgeherrscht, berichtet ein Einwohner der RHEINPFALZ. Es sei nichts abgeladen worden. Doch das hat sich mittlerweile wieder geändert. In den vergangenen Tagen war der Ärger auf dem Drehenthalerhof wieder groß wegen Ablagerungen und Abgrabungen. Im Bereich des Grillplatzes sei großflächig Mutterboden abgetragen und weggefahren worden. Auf ein Areal in der Nähe wurde dagegen anderes Material gefahren. Über 100 Lastwagenfahrten, auch über Waldwege, die offenbar nicht mehr genutzt werden dürften, haben Einwohner gezählt. Die Behörden seien informiert, Kreisverwaltungsmitarbeiter seien bereits mehrfach vor Ort gewesen. Doch sei das Ganze rund zwei Wochen lang weitergelaufen. „Wir sind alle wieder fassungslos, enttäuscht, geschockt über das Treiben hier bei uns“, beschreibt ein Einwohner die Stimmung auf dem Drehenthalerhof. Doch seit Dienstag wurde die abgegrabene Fläche allmählich wieder aufgefüllt.

„Aus Datenschutzgründen keine Angaben “

Die Kreisverwaltung bestätigt auf Anfrage, dass ihr die aktuellen Vorfälle bekannt sind und betont, dass sie allen Hinweisen intensiv nachgehe und Verstöße, die in ihrer Zuständigkeit liegen, mit Nachdruck verfolge. Nachdem dem Kreis Tätigkeiten auf dem Drehenthalerhof angezeigt worden seien, sei die Abteilung Bauen und Umwelt „unverzüglich der Situation nachgegangen und hat alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet“. „Wir bitten jedoch um Verständnis, dass wir zu laufenden Verfahren, insbesondere von uns gegenüber Dritten angeordnete Maßnahmen, aus Datenschutzgründen keine Angaben machen können“, sagt Kreisverwaltungssprecherin Georgia Matt-Haen. Sie verweist darauf, dass der runde Tisch in Sachen Drehenthalerhof schon viermal getagt habe. Ob und wann es zu einem Treffen komme, werde jeweils zwischen den beteiligten Behörden abgestimmt.

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