Weilerbach RHEINPFALZ Plus Artikel Nach den Schlägereien: Das war am Infostand von Polizei und Gemeinde los

Am Lidl-Markt war ein Infostand aufgebaut – eine gemeinsame Aktion von Polizei, kriminalpräventivem Rat und der Jugendsozialarbe
Am Lidl-Markt war ein Infostand aufgebaut – eine gemeinsame Aktion von Polizei, kriminalpräventivem Rat und der Jugendsozialarbeit in der Verbandsgemeinde.

Das Beratungszentrum des Polizeipräsidiums Westpfalz hatte gestern gemeinsam mit dem kriminalpräventiven Rat und der Jugendsozialarbeit in der Verbandsgemeinde einen Infostand auf dem Lidl-Parkplatz aufgebaut. Angesichts der beiden Schlägereien in den vergangenen Wochen im Ort war das Angebot durchaus gefragt.

Rund um das Thema Zivilcourage dreht es sich an diesem Mittag am Infostand in Weilerbach. Broschüren dazu liegen aus, Banner mit Verhaltensregeln im Ernstfall sind aufgebaut. „Wir wollen Rede und Antwort stehen“, sagt Polizei-Bezirksbeamter Michael Altherr, der mit Volker Schmidt vom Beratungszentrum vor Ort ist. Aber gleichzeitig will er auch bekräftigten, dass Weilerbach nach Ansicht der Ordnungshüter kein heißes Pflaster in Sachen Kriminalität ist. Altherr macht es daran fest, dass es in diesem Jahr bislang zwölf Körperverletzungsdelikte hier gegeben hat, vier davon im öffentlichen Bereich. Und das in einem Ort mit weit über 4000 Einwohnern. Mit der Resonanz auf den Infostand ist er zur Halbzeit, nach etwa einer Stunde, zufrieden. Über Ruhestörungen und über Jugendliche auf dem Dorfplatz hat er da schon mit Besuchern geredet. Auf die beiden Vorfälle, einer davon spielte sich auf dem Lidl-Parkplatz ab, hat ihn bis dahin noch keiner angesprochen.

Genau wegen dieser Schlägerei ist aber Sabine Seidel gekommen. Sie war Zeugin, als Ende Mai am Rande des Parkplatzes ein Mann verletzt wurde. Blutüberströmt sei er gewesen, habe Zähne in der Hand gehalten, erinnert sich die Rodenbacherin. Den Infostand aufzusuchen, an dem auch etliche Vertreter von Orts- und Verbandsgemeinde stehen, sei ihr ganz wichtig gewesen, um noch einmal über den Vorfall zu reden. „Das hat uns so mitgenommen.“ Sie sagt aber auch: Der verletzte Mann sei nicht alleine geblieben. „Es waren so viele Leute da, die geholfen haben.“ Auch Jugendliche hätten sich um den Angegriffenen gekümmert.

Von Jugendlichen umzingelt

Hermann Keller ist ebenfalls extra vorbeigekommen. Er berichtet davon, wie es ihm jüngst am Fußweg zur Deutschherrnstraße ergangen ist, als er auf eine Gruppe Jugendlicher traf. Einer davon hat ihn angepöbelt, es gab ein Wortgeplänkel, er stand plötzlich mitten in der Gruppe. Passiert ist nichts weiter, doch: „Ich hatte ein mulmiges Gefühl.“ Er weiß auch, dass schon ein Schüler aus der Nachbarschaft, der gerade aus dem Bus ausgestiegen war, von Jugendlichen verfolgt wurde.

„Für uns ist es schlimm, dass so etwas passiert“, sagt derweil Sylvia Neufing, die Jugendsozialarbeiterin der Verbandsgemeinde, zu den beiden Schlägereien. Sie nehme das ernst. Gleichzeitig sei es frustrierend, „unsere Handlungsmöglichkeiten sind beschränkt“. Wie die Polizei kann sie aber ebenfalls keine besonderen Probleme mit Jugendgruppen im Ort ausmachen.

Junge Leute sollen Ideen einbringen

Auch unter den Jugendlichen, die sie kennt, werde über die Vorfälle gesprochen: „Sie wollen nicht damit in Verbindung gebracht werden.“ Es gebe ja auch viele tolle junge Menschen, die engagiert seien und eben nicht auffielen: „Über die redet keiner.“ Neufing kündigt an, dass im Herbst ein lockeres Treffen stattfinden soll. Bei dem können Jugendliche ihre Ideen dazu einbringen, was es braucht, damit es in Weilerbach sicher ist. „Transparenz und Kommunikation miteinander sind wichtig“, ergänzt Kreisjugendpflegerin Petra Brenk, die ebenfalls zum Infostand gekommen ist.

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