Kreis Kaiserslautern Nach Dauerregen droht Pilzbefall

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Herunterhängende Stängel und Blütenpracht am Boden – dieses traurige Bild zeigt sich im Garten nach fast sechswöchiger Trockenheit, die von tagelangem Regen und Unwettern abgelöst wurde. Der Blick übers Grün ist getrübt. Wie Gartenfreunde ihren Gewächsen Hilfestellung in solchen schwierigen Wetterphasen geben können, weiß Gärtnermeisterin Sabine Günther.

„Die Pflanzen sind dermaßen im Stress“, sagt die Fachfrau. Nach kaum einem Tropfen Nass innerhalb mehrerer Wochen haben ihnen die starken Regenfälle und der Sturm arg zugesetzt. Innerhalb von drei Tagen sind an Günthers Arbeitsplatz, der Stadtgärtnerei Landstuhl, etwa 70 Liter pro Quadratmeter vom Himmel gefallen. Doch schon zuvor hat die Trockenheit das Grün arg strapaziert. Günther hat beobachtet, dass Laubbäume ihre Blätter abgeworfen und Nadelgehölze braune Stellen bekommen haben. Eine Reaktion, mit der sie ihre Verdunstungsfläche verringern wollen, um mit dem Wassermangel zurechtzukommen. Teils kämpfen sie mit aufgeplatzter Rinde. In diesen Fällen sollten Gehölze mit einem Schutz aus Bast oder einem weißen Kalkanstrich Hilfe bekommen. „Diese Maßnahmen schützen vor Krankheiten oder Schädlingen“, so die Pflanzendoktorin. Wem an seinem Obst ungewöhnliche Flecken aufgefallen sind, muss sich nicht wundern. „Das ist Sonnenbrand“, sagt Günther. Die Schale von Äpfeln hat sich rot verfärbt und Himbeeren weisen weiße Stellen auf. „Wenn die Witterung ungünstig bleibt, gehen die Früchte später in Fäulnis über.“ Durch die verringerte Wasseraufnahme in der Trockenphase stellt sich in der Folge auch ein Nährstoffmangel ein. Bei gelben Blättern wäre Düngen jedoch ein fataler Fehler, warnt die Gärtnermeisterin. Wenn überhaupt sollte dies nur ganz gezielt und dosiert geschehen. Viel wichtiger ist der Griff zu Schlauch und Gießkanne. „Viele Gartenliebhaber wässern zwar oft, aber zu wenig.“ In Kästen oder Kübeln sollte so gegossen werden, dass die Erde komplett durchnässt wird, damit das Wasser das gesamte Wurzelwerk erreicht. Wer nur oben oder unten den Pflanzendurst löscht, riskiert, dass Teile des Ballens absterben. Die Folge: Die Pflanze wird schwächer. Das richtige Maß ist im Gemüsebeet von großer Bedeutung. Hier ist Erfahrung gefragt, wenn es um den Bedarf von Gurke, Tomate und Co geht. Auf jeden Fall sollten die Blätter beim Gießen möglichst nicht nass werden. „Das beschleunigt den Pilzbefall“, hebt die Fachfrau hervor. Damit das Nass den Pflanzen auch bekommt, sollte es nicht zu kalt sein. Das temperierte Wasser aus Regentonnen ist gut geeignet. Allerdings sollten diese abgedeckt sein. „Sonst sind sie von Insekten und Stechmücken belagert, die ihre Eier absetzen.“ Deckel oder Folie halten diese ungebetenen Gäste fern. Bei den starken Regenfällen der vergangenen Tage haben aufgeweckte Gartenfreunde empfindlichen Pflanzen längst ein schützendes Dach geboten. Im Fachhandel seien auch Schirme dafür erhältlich, die in die Erde gesteckt werden können. Die Schauer haben dafür gesorgt, dass Blüten verklebt sind, auseinanderfallen oder herabhängen, schlimmstenfalls sind Pflanzenstängel abgebrochen oder abgeknickt. Sie gilt es jetzt schnellstens zu entfernen, denn: „Es drohen Faulstellen und Pilzbeläge“, betont Günther. Aufgrund der Trockenheit hat der Rasen gelitten und mit gelben Stellen reagiert, doch nun steht das Wasser darauf. „Das bedeutet erneut Stress. Aber er wird wieder grün, nur braucht das Zeit“, beruhigt sie. Auch hier wäre ein Düngen völlig falsch. Der Rasensprenger, der eventuell schon zum Einsatz gekommen war, und Schlauchbewässerungssysteme können im Gemüsegarten hilfreich sein, denn Kleingärtner müssen mit einer erneuten Trockenperiode rechnen. Die Sprenger lassen sich mit einer Zeitschaltuhr verbinden, die morgens, abends oder nachts für Berieselung sorgt. Doch man sollte nicht zu geizig sein. Ein Kreisregner bringe in einer Stunde Laufzeit zehn Liter pro Quadratmeter aus, so Günther. „Das ist gerade mal eine Gießkanne.“ Als Bodenverbesserer und Wasserspeicher können Perlite oder Granulate in die Erde eingearbeitet werden, die zudem für mehr Luftdurchlässigkeit sorgen. Mit dem Regen sprießen auch wieder Wildkräuter. Sie sollten genauso entfernt werden wie verwelkte Rhododendronblüten. Das Ausgeizen der Tomaten steht genauso an wie das Düngen der Pfingstrosen. Ein frühes Ernten von Gurke und Zucchini erhöht nicht nur den Ertrag, sondern: „Kleine Früchte schmecken besser“, weiß Günther. Sobald der Knoblauch gelb wird, ist er erntereif. Nicht vergessen: Einige Zehen für die Oktoberpflanzung aufzuheben! Ebenfalls wichtig ist jetzt das Ausreißen von Wasserschossen und ungünstig stehenden Trieben im Obstgarten.

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