Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Nabu-Team „Lauter Vögel“ knackt bei „Birdrace“ die Grenze von 100 entdeckten Vogelarten

Das Foto von der Turteltaube hat Nabu-Mitglied Alex Weis nicht beim Birdrace, sondern bei einer anderen...
Das Foto von der Turteltaube hat Nabu-Mitglied Alex Weis nicht beim Birdrace, sondern bei einer anderen...

Das Nabu-Team „Lauter Vögel“ hat beim diesjährigen „Birdrace“ erstmalig die magische Grenze von 100 entdeckten Vogelarten geknackt. Das Team um Helene Krieg vom Naturschutzbund Weilerbach entdeckte 102 Vogelarten innerhalb von 24 Stunden.

Beim „Birdrace“ rennen nicht die Vögel, sondern die Beobachter hinter den Tieren her. Die Teilnehmer versuchen, innerhalb eines Tages so viele Vogelarten wie möglich zu sehen oder zu hören. Vorab wird vereinbart, innerhalb welcher Grenzen beobachtet wird (meist ein Stadt- oder Landkreis). Gezählt werden darf jede gesehene oder gehörte Vogelart, sofern sie sicher bestimmt wurde.

In einer Gruppe zu gehen, das geht ja derzeit wegen Corona nicht. Die Birdracer waren in diesem Jahr somit alleine oder maximal zu zweit im Landkreis unterwegs. „Die Beobachtungen werden aber dem Team zugeordnet“, berichtet Helene Krieg, Naturschutzbund (Nabu) Weilerbach, wie es in diesem Jahr geregelt war. Im „virtuellen“ Team mit dabei war auch in diesem Jahr unter anderem Alfred Klein, der langjährige Vorsitzende im Nabu Weilerbach. „Helene Krieg, eine junge engagierte Frau, hat uns sechs Männer in den kühlen Morgen geschickt, allen Respekt. Für mich war es ein Ornitag, den ich in meinem ganzen Leben nicht vergessen werde“, fasst Klein die Ereignisse zusammen, an deren Ende eben über 100 Vogelarten standen. „Diese Zahl hatten wir immer erträumt und dies ist Wirklichkeit geworden“, so Klein.

Bundesweit haben 612 Teams mitgemacht

Bundesweit waren beim „Birdrace“, diesem doch eher außergewöhnlichen Rennen, 612 Teams beim veranstaltenden Dachverband Deutscher Avifaunisten (DAA) angemeldet. Laut dem DAA wurde mit 320 insgesamt in ganz Deutschland entdeckten Arten ein neuer Rekord aufgestellt. Dies sei ein beeindruckender Beleg dafür, was sich alles in der Vogelwelt an einem Tag im Frühjahr entdecken lasse.

Mit den 102 Arten, die das Team „Lauter Vögel“ im Landkreis Kaiserslautern erspähte, steht der Landkreis auf Platz 284 der insgesamt 612 teilnehmenden Vogelgucker-Teams und ist trotz des Mittelfeldplatzes mächtig stolz auf die Artenvielfalt im Landkreis Kaiserslautern. Deutlich mehr Arten wurden bundesweit vor allem dort gesichtet, wo der Lebensraum „Wasser“, sei es als Meer oder als Seenplatte, gut vertreten ist.

Von der Westpfälzer Moorniederung bis zur alten Air Base Sembach verteilt

„Wir waren verteilt im ganzen Landkreis unterwegs, von der Westpfälzer Moorniederung im Westen bis zur alten Air Base in Sembach im Osten. Auf Grund der teilweise großen Distanzen kam leider bei einigen das Auto zum Einsatz“, berichtet Krieg, dass bei der doch großen Fläche nicht alle Teammitglieder nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf der Suche waren.

Der Uhu sei als erste Art um 1.30 Uhr entdeckt worden, der Steinkauz hatte es dagegen spannend gemacht. Er tauchte als letzte gesichtete Art auf der Liste erst am Abend um 21.10 Uhr auf. „Mein persönlicher Höhepunkt waren die beiden Steinkäuze. Diese Art habe ich zum ersten Mal in meinem Leben gesehen. Wir mussten eine Stunde auf den Vogel warten und waren übermüdet und frierend“, schildert Krieg, wie plötzlich der Ruf zu hören gewesen sei und nach weiteren zwei Minuten erst der eine Steinkauz, dann der zweite im Dämmerlicht auftauchten. „Wir konnten sogar die Paarung beobachten! Nach fünf Minuten war der Spuk vorbei und die Steinkäuze waren wieder verschwunden. Vermutlich auf Futtersuche“, hat sich für die Naturschützerin der fast 24-stündige Birdrace allein schon deshalb gelohnt.

Nabu-Vogel des Jahres ist pünktlich zum „Birdrace“ da

Ein weiterer ganz besonderer Vogel wurde von Alfred Klein mit der Turteltaube entdeckt. Der Nabu-Vogel des Jahres hatte sich trotz intensiver Vorsuche im Kreis in diesem Jahr noch nicht sichten lassen. „Pünktlich zum ,Birdrace’ war er da“, so Krieg. Genau wie der brütende Zwergtaucher auf den Weilerbacher Klärteichen oder die Heidelerche in der Mehlinger Heide.

„Die besondere Situation dieses Jahr war zwar seltsam, sonst ist der Birdrace-Tag ja immer unser Tag zur gemeinsamen Vogelbeobachtung. Aber das hat es uns auch ermöglicht, über 100 Arten an einem Tag aufzuspüren. Das schafft man nicht, wenn man nicht gleichzeitig an mehreren Orten ist“, fasst Krieg den Birdrace 2020 zusammen, der die Einzelkämpfer durch Wald, Bruch, Heide, Offenlandschaft oder auch an den Kranichwoog führte.

... Gelegenheit fotografiert. Ebenso wie den Steinkauz. Für Tierfotografie braucht es viel Geduld.
... Gelegenheit fotografiert. Ebenso wie den Steinkauz. Für Tierfotografie braucht es viel Geduld.
Hat die Teams des Weilerbacher Nabus dieses Jahr für den „Birdrace“ eingeteilt: Helene Krieg.
Hat die Teams des Weilerbacher Nabus dieses Jahr für den »Birdrace« eingeteilt: Helene Krieg.
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