Kreis Kaiserslautern „MX-5-Autos besonders stressig“
«Sembach.»Anwohner des Gewerbeparks Sembach klagen über Lärmbelästigung durch Autorennen auf dem früheren Flugplatzgelände. „An einem Wochenende haben wir sogar die Lautsprecher-Ansagen in unserem Wohngebiet gehört, aber sehr störend waren auch die eigentlichen Renngeräusche“, ärgern sich Steffi Berg-Wiesner und ihr Mann Christof Wiesner. Ortsbürgermeister Fritz Hack (SPD) bestreitet eine wirkliche Lärmbelästigung der Anwohner. „Man kann doch auch nicht alles verbieten“, findet er.
„Am Sonntag, 14. Oktober, beispielsweise ging es am Morgen schon um 9 Uhr los“, berichtet Steffi Berg-Wiesner. Den ganzen Tag über habe es Rennen gegeben, die vom ADAC und dem Kart-Slalom-Club mitgetragen worden seien. „Besonders stressig war für uns die Geräuschkulisse der MX-5-Autos“, so Wiesner. Jedes Mal habe es sich bei dem lauten Quietschen so angehört, als müsse der Crash unmittelbar folgen, erinnert sich die Anwohnerin und fügt an, dass in Zukunft sogar noch mehr als fünf Veranstaltungen geplant seien. „Als Grundlage für die Genehmigung der Rennstrecke im Gewerbegebiet wird gerne ein Lärmgutachten zitiert“, so Christof Wiesner. Dieses stamme vom Gutachter im Auftrag des ADAC, dem Mitveranstalter der MX5-Rennen. Errechnet worden sei eine Lautstärke von 38 Dezibel. Wiesner kommt auf andere Werte: „Wir haben am 14. Oktober mit dem Lärmmessgerät der Verbandsgemeinde in unserem Garten ganztägig zum Teil über 60 Dezibel gemessen“, betont er. „Mit meinen 60 Jahren bin ich nicht mehr so naiv zu glauben, dass diese Störungen einfach so abgestellt werden könnten“, sagt Berg-Wiesner. „Aber ich bin der Meinung, dass man sich zusammensetzen muss, um erträgliche Lösungen zu finden.“ Auch andere Anwohner fühlten sich gestört. „Für ihr Anliegen konnten wir binnen kurzem 40 Unterschriften in unserem Wohngebiet sammeln.“ „Was uns aber genauso stört wie der Lärm ist, dass unsere Anliegen sowohl bei der Orts- wie auch bei der Verbandsgemeinde ignoriert werden“, schimpft Berg-Wiesner. Schriftliche Anfragen seien bis heute unbeantwortet geblieben. Außerdem findet sie es „sehr fragwürdig“, dass in der Ratssitzung am 16. August die Entscheidung über den Genehmigungsantrag vertagt und dann schließlich am 13. September „aus Versehen“ im nicht öffentlichen Teil der Sitzung gefällt worden sei. „Das stimmt leider“, räumt Ortsbürgermeister Fritz Hack ein und erläutert: In der Verwaltung sei man sich über die Platzierung nicht sicher gewesen und so sei der Tagesordnungspunkt im nicht öffentlichen Teil der Sitzung gelandet. „Ich verstehe allerdings die ganze Aufregung nicht“, sagt Hack. Die Lautstärke von 60 Dezibel werde doch oft schon erreicht, „wenn man miteinander diskutiert“. Und außerdem sei – auch in dem betreffenden Wohngebiet – meist kaum etwas von den Veranstaltungen zu hören. „Nur bei ungünstigen Wetterlagen ist das vielleicht so. Bei Westwind hört man überhaupt nichts“, weist der die Vorwürfe zurück. Drei Mitglieder des Ortsgemeinderates wohnten ebenfalls in dem Wohngebiet am Gewerbepark. Diese hätten bestätigt, dass von einer wirklichen Lärmbelästigung nicht die Rede sein könne, so der Ortsbürgermeister und fügt an: „Und außerdem kann man doch nicht alles verbieten!“ Ihm persönlich sei es aber „vollkommen gleich“, ob im Gewerbegebiet Rennen gefahren würden oder nicht. „Wenn es sich wirklich herausstellen sollte, dass der Lärm überhandnimmt, bin ich der Letzte, der nicht zum Einschreiten bereit wäre“, betont Hack. Im Übrigen sei es nicht so, dass der Beschwerdeführer nicht gehört worden sei. „Herr Wiesner ist bei mir in der Sprechstunde gewesen und hat mir seine Auffassungen dargelegt.“ Er sehe darum keinen Anlass, sich auch noch schriftlich zu rechtfertigen. Die Verbandsgemeindeverwaltung werde aber sicherlich noch ein Schreiben schicken, so der Ortsbürgermeister.