Reichenbach-Steegen Musikverein startet mit neuen Impulsen in die Zukunft
Einerseits erhofft man sich, dass damit nach zwei Jahren mit Einschränkungen durch die Coronakrise eine erneute Aufbruchstimmung erzeugt wird. Außerdem gab es zum 60. Jubiläum lediglich einen Festkommers, nicht mal eine Festschrift. Dass ausgerechnet jetzt ein positives Signal gesendet wird, hat verschiedene Gründe: Einerseits übernahm Jan Epp 2018 den Dirigentenstab von Robert Hemm, der seit 1977 für Kontinuität gesorgt hatte. Der Reichenbacher Spross Jan Epp, der inzwischen bei den verschiedensten regionalen Orchestern als Nachwuchsdirigent tätig ist, pädagogische Erfahrung im Einzel-, Gruppenunterricht sowie mit Jugendorchestern vorzuweisen hat und zudem als Trompeter auch bei Berufsorchestern aktiv ist, wollte neue Impulse geben.
Neuer Dirigent baut Jugendensemble auf
Epp startete seine Initiative vor zwei Jahren mit der Gründung eines Blockflöten-Spielkreises und dem Aufbau eines kleinen Jugendensembles. Außerdem ist der Dirigent mit einer AG in der Grundschule Reichenbach präsent. Gleichzeitig bemüht sich Epp darum, ehemalige und interessierte regionale Musiker wieder zu gewinnen und in die Truppe zu integrieren. Für diese Zielgruppe ist beabsichtigt, erstmals eine Bläserklasse zu starten, um den Einstieg in das Blasorchester zu erleichtern.
„Wir sind mit dem Hauptorchester im Genre der Unterhaltungsmusik angesiedelt“, erklärt Epp, der im Hauptberuf Geschäftsführer beim Landesmusikverband ist. Dennoch werden traditionell neben dem Frühlings- und Herbstkonzert in einem jährlichen Kirchenkonzert auch rein konzertante Werke sakralen Geistes dargeboten. In diesem Jahr wird es zusätzlich am 29. Oktober im Ramstein Congress Center ein Galakonzert geben, bei dem zusammen mit Gästen und Aushilfen sinfonisch-konzertante Blasmusik aufgeführt wird.
Künftig auch böhmisch-mährische Klänge
Möglicherweise war das Jubiläum aber auch die Initialzündung für die Neugründung eines kleineren Ensembles aus den Reihen des Hauptorchesters: Die „Reichenbacher Böhmischen“ sollen den Dreiklang aus Unterhaltungs- und Konzertmusik sowie traditioneller böhmisch-mährischer Blasmusik ergänzen.
Gemeinschaftssinn werde – so berichtet Jan Epp – ebenfalls gepflegt, bei gemeinsamen Wanderungen, Ausflügen oder Grillabenden. Mit insgesamt 41 aktiven Musikern, darunter elf unter 18 Jahre, und vielen Ideen für die Nachwuchsarbeit scheint der Musikverein mit seinen 245 passiven Mitgliedern gut für die Zukunft gerüstet. Zum Vergleich: In der Chronik zum 50-jährigen Bestehen sind nur 35 aktive Musiker gelistet.
Info
Folgende Veranstaltungen sind in diesem Jahr geplant: