Kreis Kaiserslautern Mit Osterhasenstempel

Osterfest und Frühling waren gestern ohne Zweifel die Schwerpunkte des Ostermarktes in Niederkirchen. Doch beim Bummeln zwischen den Tischen der 35 Aussteller fanden sich auch ganz zeitlose kunsthandwerkliche Arbeiten. Für die besondere französische Note sorgen seit vielen Jahren die Freunde aus der Partnergemeinde Burgund.
Kunstvoll sind die Arbeiten, die Liliane und Gérard Lermitage an ihrem Stand zeigen. Schwarze Katzen und rote Herzen zieren Gläser, Keramik und Porzellan. Angereist sind sie in Begleitung der ehemaligen Präsidentin des Partnerschaftsvereines, Georgette Varin, aus den französischen Partnergemeinden Grancey le Château und Marey sur Tille in Burgund. Schon mehr als ein dutzend Mal waren sie zu Gast in der Westpfalz. „Wir lieben es, hierher zu kommen und fühlen uns wie zuhause“, erzählen sie. Der Markt gefällt ihnen und noch viel wichtiger: „Wir haben die Möglichkeit, unsere Freunde zu treffen.“ Für eine Plauderei mit Bekannten bietet sich der abgetrennte und mit Sitzgelegenheiten bestückte Teil der Halle an. Auf Fotowänden wird die seit 1974 bestehende deutsch-französische Jumelage dokumentiert. Als Veranstalter des Marktes sind die Helfer des Partnerschaftsvereins hinter den Tischen zu finden, um Gourmet- und Käseteller, belegte Baguettes oder Kuchen auszugeben. Auch die flüssigen Spezialitäten des Nachbarlandes – Weine, Crémant und Kirr – fehlen nicht. „Es sieht so aus, als ob es wieder ein Erfolg wird“, freut sich Elfi Schellhammer hinter der Theke über die Nachfrage. Gut gelaunt sind die Geschwister Severin und Anne Feind sowie Hanna Kupfer. „Es werden viele Lose gekauft“, erzählen sie. Kein Wunder, denn schließlich heißt es auf dem Schild: „Keine Nieten“ und die knapp 400 Gewinne der Tombola reichen von Schokoladenkäfern bis hin zu den von Ausstellern gespendeten Arbeiten, die als Hauptpreise gelten. „Komm, wir laufen noch eine Runde“, meint eine Frau zu ihrer männlichen Begleitung. Sie hat gerade mehrere Fingerringe mit Keramikelementen anprobiert, nur die Antwort auf die Frage „Welchen nehme ich denn jetzt?“ fällt noch zu schwer. Einfacher ist es, jetzt erst einmal zwischen den Tischen zu flanieren. Da gibt es allerhand zu sehen, zum Beispiel Kunst am Ei. Bunte Farben auf der weißen Kalkschale, darauf feine Ornament mit dem Diamantschleifer gekratzt verzieren die Objekte von Edith Schwarze aus Rockenhausen. Daneben zeigt sie unter anderem Eier mit filigranen Scherenschnitten beklebt, die von ihrer Schwester Martina Hein gestaltet wurden. „Das sind richtige Scherenschnitte“, betont sie und verweist auf die ovale Form. „Sie werden in einem speziellen Verfahren Millimeter für Millimeter gearbeitet.“ Nebenan lauert eine „Nackenkatze“ aus Stoff und mit Körnern gefüllt, niedlich sind die genähten Lesezeichen mit Maus- oder Teddykopf. „Man könnte sie ja auch zur Tischdekoration verwenden und um die Serviette schlingen“, lässt eine Besucherin ihrer Fantasie freien Lauf. Zwischen frühlingshaften Blumengrüßen, Floristik für Tisch und Garten, handgegossenen Seifen und Weidekörben werden Lederwaren sowie Hand- und Bastelarbeiten gezeigt. Am Eingang kassiert Ortsbürgermeister Marco Schuster (SPD), selbst seit Jahren engagiertes Vereinsmitglied, den Eintritt und drückt den Eintreffenden einen Osterhasenstempel auf die Hand. Draußen vor den Türen werden Bürsten und Besen, Essige und Wolle verkauft. Selbst das Beet am Eingang ist mit Schmetterlingen, Sonnenblumen und Piepmatz aus Keramik geschmückt. Mitgebracht hat sie Angela Klingkowski aus Rockenhausen, die eine dicke Jacke, Mütze und Schal trägt. Denn alles andere als frühlingshaft weht hier eine frische Brise um die Westpfalzhalle. „Wenn man sich bewegt, geht es schon“, meint sie und fügt an: „Solange es keinen Regen gibt.“ (lmo)