Ramstein-Miesenbach
Mit neuem Konzept zur „Schule der Zukunft“
Nicht erst seit gestern wird der Leistungsstand hiesiger Schüler beklagt. An guten Ratschlägen und Forderungen nach Reformen in der pädagogischen Landschaft mangelt es nicht. Schulleitung und Kollegium an der „Realschule plus Am Reichswald“ haben nun dem Bildungsministerium ein innovatives Konzept vorgelegt und sich erfolgreich um die Auszeichnung als „Schule der Zukunft“ beworben.
„Wir können nun unsere Entwicklungsvorhaben wie selbstgesteuertes individualisiertes Lernen oder auch alternative Formen der Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung unkompliziert in Angriff nehmen“, teilt Isabelle Chatfield, stellvertretende Schulleiterin, auf Anfrage mit. Die Schule habe es mit Schülerinnen und Schülern zu tun, die in Berufen arbeiten werden, die es heute aktuell noch nicht gibt. „Wir möchten die klassische Flurschule aufbrechen und den Lernraum über das Klassenzimmer und die Schule hinaus erweitern“, sagt die Pädagogin über das bereits gestartete Lernraumkonzept.
Der schon in Klassenstufe fünf und sechs probeweise eingeführte „Morgenkreis“ sei durch die Gesamtkonferenz verbindlich für die Klassenstufen fünf bis sieben eingeführt worden. Dieser regelmäßige Treffpunkt am Anfang des Schultages fördere nach den Worten Chatfields nicht nur das Gemeinschaftsgefühl, sondern unterstütze auch die soziale und emotionale Entwicklung der Kinder und Jugendlichen.
Ein zentraler Bestandteil des neuen Konzepts sei die Einführung von ein bis zwei Stunden täglichem selbstorganisiertem Lernen. Hierfür nutzten die Kinder iPads und die Plattform „Schulcampus“, erläutert die stellvertretende Schulleiterin. Durch die Integration digitaler Technologien sei es möglich, die individuelle Förderung durch differenzierte Aufgabenstellungen und die Sichtbarmachung des Lernerfolgs im Schulalltag umzusetzen.
Möglicherweise komme es auch infrage, Stunden der Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch und Naturwissenschaft auf diese Weise zu gestalten. Es werde an unterschiedlichen Aufgabenformaten gearbeitet, die über die Plattform auch differenziert eingestellt werden könnten. Eine Rückmeldung erhielten die Schüler einerseits über die Plattformen und andererseits über die Lehrkräfte als Lernbegleitung. „Es werden offene Lernorte und Lernnischen zum individuellen Arbeiten geschaffen“, sagt die Pädagogin. So könnten unterschiedliche Lernpräferenzen berücksichtigt werden. „In diesem Zusammenhang haben wir bereits Flurmöbel ausgesucht wie Lernhäuser, Lernsofas, Lernecken oder Lernteppiche, deren Anschaffung bei der Verbandsgemeinde als unser Schulträger zur Genehmigung vorliegt.“
Die Schülerinnen und Schüler könnten selbstständig entscheiden, wann sie am Morgen in die Schule kommen und ihre Arbeit aufnehmen. Ein mögliches Modell wäre, den Unterricht um 7.30 Uhr mit einer Art Gleitzeit zu beginnen. „Da unsere Schülerschaft aufgrund der ländlichen Busverbindungen meist um diese Uhrzeit auf dem Schulgelände auf den Unterricht wartet, liegt es nahe, sie vorab ins Gebäude einzuladen“, fügt Chatfield an.