Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Miesenbacher Kerwe feiert 175 . Jubiläum

Eröffneten den Reigen der Kerweredner und begeistertjen ihre Zuhörer: die Kinder der Kita Kinderplanet.  Foto: Potdevin
Eröffneten den Reigen der Kerweredner und begeistertjen ihre Zuhörer: die Kinder der Kita Kinderplanet.

Mindestens 175 Jahre Miesenbacher Kerwe wurden am vergangenen Wochenende in dem Ramstein-Miesenbacher Stadtteil gefeiert. Auf das „Mindestens“ legt Manfred Bußemer Wert. Denn als Verfasser der Miesenbacher Kerwechronik weiß er, dass zwar nachweislich seit 1844 Kirchweih gefeiert wird, der Beginn aber durchaus auch etwas früher gewesen sein könnte.

Bußemer und Gerhard Schirra war es in diesem Jahr auch vorbehalten, das Kerwegeschehen schon am Donnerstag im Sportheim mit einem Lichtbildervortrag über 175 Jahre Miesenbacher Kerwe zu beginnen. Mit von der Partie waren bei der sehr gut besuchten Veranstaltung auch die ehemaligen Kerweredner Wilfried Hellriegel, Roger Bier und Josephine Munzinger, die mit Auszügen aus ihren einstigen Reden das Publikum zusätzlich begeistern konnten.

Für das Kerweprogramm, das neben dem von der Stadt organisierten Rummelplatz von Freitag bis Montag über die Bühne ging, war der Miesenbacher Ereignis- und Traditionsverein verantwortlich. Der junge Verein will die Kerwetradition in Miesenbach erhalten. Auftakt der Jubiläumskerwe war am Freitag nach der Eichung der 25 „Straußbuwe un -määd“ ab 21 Uhr mit Live-Rock der Band Impact. Für Samstagabend war dann eine Partynacht mit den Hüttenrockern angesagt, nachdem Bürgermeister Ralf Hechler den Fassanstich vorgenommen hatte.

Umzug und Reden im Zeichen des Jubiläums

Der Kerweumzug, der am früheren Kerweplatz startete, und die anschließende Straußrede am Sportheim standen dann wieder ganz im Zeichen des Jubiläums. Angeführt von den Phoenixkrechzern, der Guggemusik-Gruppe aus Ramstein-Miesenbach, zog der bunte Jubiläumszug unüberhörbar durch die Miesenbacher Straßen Richtung Kerweplatz. Mit dabei war unter anderen auch eine historisch gekleidete Tanzgruppe des Tanzportvereins Ramstein, die schon gleich nach der Ankunft mit alten Formationstänzen zu gefallen wusste.

Kerweredner aus allen Generationen

Den Reigen der Redner indes eröffneten ganz junge „Straußbuwe un -määd“: Kinder aus der Kindertagesstätte Kinderplanet. Mit ihrer Straußrede, mit Tanz und Gesang, vor allem aber mit dem häufig laut vorgetragenen Hochruf auf die Miesenbacher Kerwe begeisterten sie die vielen Besucher regelrecht. Immerhin brachte die anschließende Versteigerung ihrer Rede den stattlichen Betrag von 100 Euro ein.

Eine „Jubiläums-Kerweredd von Jung und Alt“ war auf den Plakaten angekündigt worden, von den ganz Jungen war sie schon gehalten worden, aber es ging noch weiter: Die beiden Leitern unter dem etwa sechseinhalb Meter langen bunten Strauß waren von den zwei aktuellen Kerwerednern Victoria Flux und Max Fischer schon erklommen, da bekamen sie aus allen Richtungen Antwort. Von Günter Pfeffer aus einem Fenster des Sportheims beispielsweise, der Ende der 1960er und Anfang der 70er Jahre als Redner fungierte, oder auch von Miriam Pfaff und Josephine Munzinger, ebenfalls ehemalige Rednerinnen, auf zwei Leitern an der hinteren Ecke des Platzes und auch von den Ex-Rednern Benjamin Velten und Roger Bier, die ihre Leitern an einen Strommast angelehnt hatten.

So entwickelte sich ein gelungenes Kerwe-Jubiläumsgespräch, das von den Ramstein-Miesenbacher Musikanten Erich und Michael umrahmt wurde.

Für den Ausklang am Montag hatten die Programmplaner Frühschoppen, Kerwe-Essen und Live-Musik mit den Ramsteiner Straßenmusikanten vorgesehen.

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