Kreis Kaiserslautern
Menschen des Jahres: Ramsteiner Schüler setzen sich für abgeschobene Familie ein
Auch drei Monate nach der Abschiebung von Zhasmin nach Russland lassen die Ramsteiner Gymnasiasten nichts unversucht, um ihre frühere Schulkameradin und deren jüngere Geschwister nach Ramstein zurückzuholen. Noch haben sie die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die 14-Jährige in ihr gewohntes Umfeld heimkehren kann.
Schülerdemo in der Kreisverwaltung, Unterschriftensammlungen in Geschäften, Kirchen oder auf Weihnachtsmärkten, der mit 500 bunt gekleideten Personen eindrucksvoll nachgestellte Namenszug im Schulhof als Zeichen der Solidarität: Vielfältig waren die Aktionen, mit denen die Schüler des Reichswald-Gymnasiums auf das Schicksal des jungen Mädchens aufmerksam machen wollten. Bislang blieb ihr Engagement – ebenso wie der nicht minder intensive Einsatz der erwachsenen Unterstützer – ohne Erfolg: Zhasmins Stuhl in der Klasse 8a ist weiter verwaist.
Mitschüler geben Zhasmin nicht auf
Die 14-Jährige drückt inzwischen wie ihr zehnjähriger Bruder Leo in Samara an der Wolga die Schulbank. Doch Zhasmin, die zehn Jahre in Deutschland lebte und hier eine sehr gute Schülerin war, tut sich schwer mit der nicht vertrauten Sprache und wünscht sich zurück in die Pfalz, wo sie wie ihre Geschwister voll integriert war. Auch wenn rechtlich alle Möglichkeiten ausgereizt scheinen, wollen ihre Freunde in Ramstein daher nicht aufgeben und setzen auf eine Online-Petition, die fast 3800 Menschen unterzeichnet haben. „Wir werden diese im Petitionsausschuss des Bundestags einreichen“, berichtet Schülersprecher Eric Meier und hofft wie seine Mitschüler auch auf Unterstützung durch örtliche Bundestagsabgeordnete.
Info
Wer die Petition für Zhasmin unterstützen möchte, hat nur noch heute dazu Gelegenheit: im Internet unter www.openpetition.de/zhasmin.