Enkenbach-Alsenborn
Meister Jonas Schimpf entwickelt und testet auf Marktreife
„Ein breites Spektrum – vom elektronischen bis zum mechanischen Arbeiten“, habe den 30-Jährigen an seiner Ausbildung gereizt. Nicht von ungefähr kommt seine Verbundenheit zur Landwirtschaft. „Mein Opa war schon Landwirt“, beschreibt er die Verwurzelung der Familie in diesem Bereich. Noch heute betreiben Verwandte einen Bauernhof in der Nähe der Enkenbacher Klosterkirche und einen Betrieb für land- und forstwirtschaftliches Gerät am Hainweg.
Nach seinem Realschulabschluss am Hohenstaufen-Gymnasium in Kaiserslautern legte Schimpf das Fachabitur am technischen Gymnasium ab und wechselte für ein Maschinenbaustudium an die Fachhochschule in Köln. „Das war nichts für mich“, bekennt er. Bei Fischer Landmaschinen in Niederkirchen bei Deidesheim absolvierte er schließlich eine Ausbildung zum Landmaschinenmechatroniker. Bereits da zeichnete sich für den jungen Mann eine erfolgreiche Laufbahn ab. Leitete er doch bis 2018 eine weitere Niederlassung seines Ausbildungsbetriebs als Werkstatt- und Filialleiter am Standort Zweibrücken.
Meistertitel mit Abschlussnote 1,5
2018 wechselte Jonas Schimpf zu John Deere in Kaiserslautern. Seinen Meisterbrief erlangte er in Teilzeit im Bildungszentrum des Schulzentrums Süd in Kaiserslautern. Zwei Jahre bereitete er sich freitagsnachmittags und samstags auf die bevorstehende Meisterprüfung vor. „Ich musste viel lernen, vor- und nachbereiten, hatte kaum noch Freizeit“, blickt Schimpf auf diese anstrengende Zeit zurück. Doch gelohnt hat es sich allemal. Der Meistertitel – mit 1,5 als Abschlussnote – sei gleichgestellt mit dem akademischen Abschluss Bachelor.
Bei John Deere, einem der weltweit führenden Hersteller von Landtechnik, sieht er gute Aufstiegsmöglichkeiten. Als reizvoll bezeichnet er seine Tätigkeit dort, die ihn vor Corona ein Fünftel seiner Arbeitszeit im europäischen Ausland verbringen ließ. Zu seinen Aufgaben zählen der Testaufbau und die Testdurchführung neuer Produkte und Maschinen für die Landwirtschaft. Dazu gehören Mähdrescher und autonome Lenksysteme für Traktoren. Schimpf entwickelt sie und testet sie auf ihre Marktreife hin.
„Abwechslungsreicher und schöner Beruf“
In seiner Branche herrsche großer Fachkräftemangel. „Es ist definitiv kein einfacher Beruf.“ Mathe, Zeichnen, logisches Denken und viel improvisieren können seien wichtige Voraussetzungen. „Man muss Lust darauf haben. Manchmal gibt es blöde Arbeitszeiten und die Arbeit ist nicht immer sauber“, räumt er ein. Doch er sei viel bei Kunden und liebe seine Tätigkeit in einem „abwechslungsreichen und schönen Beruf“.
Im September findet im Fritz-Walter-Stadion die offizielle Meisterfeier statt. Alle frischgebackenen Meister der Handwerkskammer Pfalz werden dabei zusammenkommen. Doch zuvor feiert Jonas Schimpf noch einen für ihn persönlichen Höhepunkt – die Hochzeit mit seiner Verlobten, mit der er in Alsenborn lebt.