Landtagswahl RHEINPFALZ Plus Artikel Mediziner und Friedensaktivist: Eike Heinicke will für das BSW in den Landtag

„Mein Hund und mein Garten“, sagt Eike Heinicke bei der Frage nach seinen Hobbys. Puma – so heißt sein vierbeiniger Freund – hal
»Mein Hund und mein Garten«, sagt Eike Heinicke bei der Frage nach seinen Hobbys. Puma – so heißt sein vierbeiniger Freund – halte ihn auf Trab, im Garten finde er Ruhe und Entspannung.

Mit 81 Jahren ist er wahrscheinlich einer der ältesten Bewerber um ein Landtagsmandat. Als Hausarzt liegt Eike Heinicke (BSW) vor allem die Gesundheitspolitik am Herzen.

„Ich bin Arzt – mit Leib und Seele.“ Was liegt da näher, als sich mit der Gesundheitspolitik, insbesondere mit der medizinischen Versorgung auf dem Land zu befassen? So ist es wenig verwunderlich, dass Eike Heinicke das Thema als erstes nennt und immer wieder im Gespräch darauf zurückkommt. „Die Hausärzte spielen die entscheidende Rolle“, sagt Heinicke. Die seien nah dran an den Menschen, wissen um deren Bedürfnisse, deren Wehwehchen. Von daher müsse es attraktiv sein, sich auf dem Land um die Versorgung der Bevölkerung zu kümmern.

Eine Rolle spielt dabei aus Sicht Heinickes der Abbau von Bürokratie, die den Betrieb einer Praxis erschwere, gar von den eigentlichen Aufgaben, dem Behandeln ablenke. „Den jungen Kolleginnen und Kollegen müsste das Leben erleichtert werden“, sagt Heinicke, der immer noch praktiziert. Für ihn eine Selbstverständlichkeit. Seine Großmutter, ebenfalls Ärztin, habe sich auch bis ins hohe Alter um die Menschen gekümmert. „Das inspiriert mich.“ In der Pflicht sieht er da die Kassenärztliche Vereinigung, aber auch die Politik. Diese könnte den Zugang zum Medizinstudium erleichtern, den NC abschaffen etwa, oder es Menschen in medizinischen Berufen, Pflegekräften etwa, erleichtern, eventuell ein Medizinstudium aufzusatteln.

Jahrzehnte lang bei den Grünen, seit 2022 beim BSW

Eike Heinicke ist kein Unbekannter in der Region, auch ohne seine Tätigkeit als Hausarzt in Reichenbach-Steegen. Er sitzt aktuell noch im Kreistag des Landkreises Kaiserslautern. Im Verbandsgemeinderat Weilerbach sowie im Ortsgemeinderat Reichenbach-Steegen ist er nicht mehr vertreten, gestaltet aber seit Jahrzehnten das kommunalpolitische Geschehen mit. Das Gründungsmitglied der Grünen kehrte 2022, nach mehr als 40 Jahren, seiner Partei den Rücken und fand beim Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) eine neue politische Heimat. Für das BSW tritt er im Wahlkreis Kaiserslautern-Land als Direktkandidat an.

Die Begegnung von alten und jungen Politikern beim BSW

Anfangs sei ihm auch ein wenig Skepsis entgegengebracht worden, als ehemaliger Grüner, erzählt Heinicke. Mittlerweile sei er, auch aufgrund seines Engagements, akzeptiert und integriert. Jüngst habe ihn sogar ein junges Parteimitglied bei einer Veranstaltung um ein Foto gebeten. „Der 18-Jährige wollte sich mit dem 81-Jährigen fotografieren lassen, das hat doch was“, berichtet Heinicke und lächelt verschmitzt.

Ebenfalls weit oben auf Heinickes Agenda steht die Verkehrspolitik. Seit Jahrzehnten streitet er für Tempo 30 für die Durchgangsstraße in Reichenbach-Steegen, bisher vergebens. „Wir überlassen alles den Autofahrern“, findet er. Mögliche Gefährdungen von Fußgängern, wie sie an der besagten Ortsdurchfahrt an der Tagesordnung sind, werden aus Sicht des Mediziners viel zu wenig berücksichtigt. Dazu sieht er Luft nach oben beim Ausbau der E-Mobilität sowie beim Schienenverkehr. „Da gibt es doch bestimmt Möglichkeiten, mehr Güter auf die Schiene zu bringen.“

Ausgleich bieten Hund und Garten

Ein Gespräch mit Eike Heinicke ohne den Aspekt der Friedenspolitik ist schwer vorstellbar. „Ich bin Friedensaktivist“, sagt er. Zwar werden auf diesem Sektor die großen Entscheidungen in Berlin getroffen, nicht in Mainz, wo der Landtag steht, in den Heinicke gerne einziehen möchte. Vor Ort, mit der Air Base in Ramstein speziell, und der Präsenz der US-amerikanischen Streitkräfte in der Westpfalz allgemein, werde er jedoch täglich mit dem Thema konfrontiert. „Wir sollten mehr reden, mehr auf Diplomatie setzen.“ Von Ramstein aus könnte er sich ein stärkeres Engagement einer Friedensarmee vorstellen, die technologischen Fortschritt in die Welt bringt.

Die Arbeit in der Praxis, sein politisches Engagement, die Familie. Bleibt da eigentlich noch Zeit für Hobbys? „Mein Hund und mein Garten.“ Puma (Heinicke: „Den Namen kann man gut rufen“), ein Griechischer Hütehund, halte ihn auf Trab, im Garten findet er Ruhe und Entspannung. Zu seiner Familie zählen sechs Kinder und aktuell sechs Enkelkinder. Für Heinicke auch stets eine Erinnerung daran, warum er sich weiterhin politisch engagieren will. „Für die mach ich das, für die Jungen.“

Wahlkreis 46

Der Wahlkreis 46 Kaiserslautern-Land umfasst die Verbandsgemeinden Bruchmühlbach-Miesau, Landstuhl, Ramstein-Miesenbach und Weilerbach.

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