Kreis Kaiserslautern Medikamente auf dem Prüfstand

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„Nachhaltigkeit medikamentöser Therapie“ lautet das Thema der dritten Veranstaltung der Reihe „Hausärzte auf der Roten Liste“. Los geht es am Sonntag, 21. Februar, von 10.55 bis 15.30 Uhr im Bürgerhaus Reichenbach-Steegen. Unter anderem wird die derzeitige Verschreibungspraxis von Experten unter die Lupe genommen.

Seit 2004 dürfen niedergelassene Ärzte nur noch verschreibungspflichtige Medikamente auf Rezept zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen schreiben. Damit sind die meisten nebenwirkungsfreien Medikamente aus der Verschreibungspraxis rausgefallen, sagt Hausarzt Eike Heinicke vom Verein Gesundheit und soziale Verantwortung, der die Veranstaltung ausrichtet. Denn der vermehrte Beratungsaufwand, der bei der Nutzung solcher Medikamente anfällt, werde von den Kassen nicht honoriert. Ein Hausarzt müsse also dem Gros seiner Patienten gut geprüfte Krankenhaus-Medikamente verschreiben. Die Freiheit, bei seiner mehr beratenden Arbeit erfahrungsgemäß sanfte, wirksame Medikamente einzusetzen, werde ihm genommen, kritisiert Heinicke. Viele Schmerzmittel, synthetische Hormone, multiresistente Keime und Ähnliches gelangten ungeklärt in Oberflächengewässer. Als Verursacher wurden auf einem Symposium über Mikroschadstoffe der Uni Kaiserslautern Anfang November 2015 die unkontrolliert verordnenden Ärzte ausgemacht, sagt Heinicke. Er fordert, dass Hausärzten bei ihrer begleitenden, direkten Therapie die Behandlung mit wirksamen Naturstoffen, die nicht patentiert werden können, über ein Kassen-Rezept ermöglicht werden soll. Bei der Veranstaltung „Nachhaltigkeit medikamentöser Therapie“ wird Mikroökologe Rainer Schmidt aus Herborn sprechen. Zur Abwasserproblematik von Medikamenten wird sich Hennig Knerr vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft der Uni Kaiserslautern äußern. Der Themenbereich Ernährung und Erkrankung wird der zertifizierte Ernährungstherapeut Ulf Uebel aus Kirchberg behandeln. Die erste Veranstaltung „Hausärzte auf der Roten Liste“ versuchte die hausärztliche Behandlung in Analogie zur biologischen Landwirtschaft zu setzen. In der zweiten Vortragsveranstaltung ging es um das Thema Umweltmedizin und chronische Krankheiten. Hier sollte aufgezeigt werden, dass oft die Langzeitbetreuung auf Augenhöhe, in der der Arzt die Lebensumstände der Patientenberücksichtigt, Krankheitsursachen aufdeckt. Wie in den vorherigen Veranstaltungen soll im Anschluss an die Vorträge mit den Besuchern, Krankenkassenvertretern, Ärzten und Vertretern aus der Politik diskutiert werden. Zum Podium haben bisher die Landtagsabgeordneten Daniel Schäffner (SPD) und Marcus Klein (CDU) sowie Kreistagsmitglied Albert Rübel (Linke) zugesagt. Heinicke selbst kandidiert ebenfalls für Bündnis 90/Die Grünen für den Landtag. In einer vierten Veranstaltung soll Palliativmedizin und ambulante Hospizversorgung gehen. (red)

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