Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Mario Basler begeistert das Publikum im Congress Center mit seiner Comedyshow

Mario Basler gastierte am Freitag im Congress Center in Ranstein-Miesenbach.
Mario Basler gastierte am Freitag im Congress Center in Ranstein-Miesenbach.

Zwei sportliche Halbzeiten gab es am Freitag im Congress-Center Ramstein: Der Krawall-Fußballer der 1990er, Mario Basler, plauderte in seiner Comedyshow „Basler ballert“ frei Schnauze die Geheimnisse aus den damaligen Spielerkabinen aus. Ganz nach seinem Lebensmotto: „Mich interessiert nicht, wer spielt. Hauptsache ich spiele.“ Doch der heimliche Star des Abends saß im Publikum.

Bei seinem Quasi-Heimspiel in Ramstein, nicht weit weg von seinem „ersten“ FC Kaiserslautern, war der Kult-Kicker jedenfalls in Topform. Wie könnte es auch anders sein, wenn er unter den eingespielten Klängen einer schallenden Stadion-Meute und den Sprecher-Kommentaren zu seinen legendärsten Toren auf die Bühne marschiert. Am Bühnenrand angekommen, wurde er zu dem, den alle erwartet hatten: Noch bevor er das Publikum begrüßte, gab es erst mal klare Anweisungen an die Lichttechnik. „Können wir das Licht ein bisschen runter drehen und dieses hier ein bisschen heller machen?“ Ein klassischer Basler eben! Und ebenso klassisch ist, dass er gleich mit der Tür ins Haus fällt – oder mit dem Mikrofon ins Publikum: „Es gibt ja diese Vorurteile gegen meine Person“, räumte er direkt auf und suchte schon mal nach Freiwilligen aus den Sitzreihen für willkommene Lobhudeleien. „Kennen Sie mich? Haben Sie mich schon mal spielen gesehen?“ „Joa“, war die Antwort. „Und wie war ich?“ „Gut.“ Nur ein „gut“ ließ Basler aber nicht gelten, stieg mit Mikro von der Bühne und hielt es dem Gast direkt an den Mund. „Ich frage dich nochmal: Wie war ich?“ „Sehr gut“, ergab sich der Mann. Basler lachte triumphierend, der Rest des Publikum applaudierte, um nicht selbst dem Mikrofon zum Opfer zu fallen.

Seine Eskapaden sind so legendär wie seine Tore

Ja, Vorurteile gab und gibt es viele über Mario Basler. Kettenraucher. Kettentrinker. Und kam nie zum Training. „Warum nicht? Weil ich alles konnte. Die anderen konnten alle nix, ehrlich“, quittierte der Erfolgsschütze nonchalant. Seine Eskapaden auf und hinter dem Platz sind bis heute so legendär wie seine Tore. Aber er kam immer irgendwie mit allem durch. Meistens mit Freikarten für die Ordnungshüter. „Damals hatte die Polizei noch Respekt vor uns Fußballern“, schwärmte er lachend. Ajo! „Eigentlich bin ich ein super Typ“ hat er seine kleine, feine Autobiografie getauft, die Anekdoten aus seinem Leben und seiner Karriere enthält – aus seinen Zeiten bei Werder Bremen, Bayern München und dem 1. FC Kaiserslautern. Als er sich die Kabinen mit „Effe“, „Loddar“ und „Olli“ teilte und wegen seiner Verfehlungen regelmäßig durch die Sensationspresse und hin zur Geschäftsstelle des FC Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß musste – „jeden Montag, weil das Wochenende davor war. Den habe ich öfters gesehen, als meine zwei Frauen zusammen.“ Und zu ihm pflegt er heute noch ein „enges“ Verhältnis.

„Im Grunde seiner Seele ein lieber Kerl“

Sein langjähriger Trainer Otto Rehhagel drückte es im Vorwort zu Baslers Buch-Biografie wohl am besten aus: „Ein begnadeter Fußballer. Aber auch ein außergewöhnlicher Typ, der nicht einfach zu händeln war. […] Im Grunde seiner Seele ist er ein lieber Kerl.“ Auf der Toilette – während eines Hallenturniers in Berlin 1993 – hatte die Trainer-Legende den kampfhungrigen Basler für den SV Werder verpflichtet. Dort lernte er auch Oliver Reck, Hans-Jürgen „Hansi“ Gundelach und Uli Borowka kennen, mit denen er gerne mal abends vor dem Spiel um die Kneipen zog.

So einiges musste er auch nach seiner Raucherpause in der zweiten Hälfte erklären. Während der Pause durften die Gäste nämlich via WhatsApp allerhand Fragen stellen, die Basler anschließend beantwortete. „Sind eigentlich Bayern-Fans hier“, fragte Basler anschließend in die Runde. Eine Dame aus der dritten Reihe meldete sich. Ihre Hand wurde jedoch vom Gatten nebendran gleich wieder runter „geschlagen“. „Oh, da muss ich einen Mikrofon-Einsatz machen“, kündigte Mario an, hechtete zum Ehepaar und mimte den Beziehungstherapeuten – als zweifach Geschiedener. Doch die „Therapie“ wurde fast zu einem noch größeren Knüller fürs Zwerchfell als Baslers Show. Denn „Bullschen“, so der Name des fast 70-jährigen Herrn, ist hartgesottener „FC Lautre“-Fan, während Ehefrau Regina den FC Bayern anfeuert. Die reinste Schmach für „Bullschen“. „Kann isch net hann, sowas“, schimpfte er, „die wollt' schon Bayern-Bettwäsche hann“, weshalb „Bullschen“ seine Ehefrau – seit 45 Jahren – zum Schlafen auf die Couch vor das Bett verwiesen hat. „Als Bayern-Fan hat man's in de Palz net leicht“, gestand Regina. Das Publikum johlte vor Lachen bei diesen sympathischen ehelichen Zankereien „uff Pälzisch“.

Basler müsste es noch kennen. Wobei, er weiß heute nicht mal mehr, ob „Iris“ die erste oder die zweite Ehefrau war. „Mit 53 kann das mal passieren“, rechtfertigte sich der Fußball-,,Rentner“.

Publikum liebt die Geschichten vom Rasen-Rüpel

Es sind genau diese Geschichten, die seinen Ruf als Rasen-Rüpel, der sich und andere dauernd in Rage redet, bestätigen. Und doch sind es auch genau die Geschichten, die sein Publikum von ihm hören will. Geschichten aus einer Zeit, als noch „echte Kerle“ – im baslerischen Sinne – auf dem Rasen um die Wette ballerten und anschließend in der Kabine geladenes Testosteron ausdünsteten.

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