Kreis Kaiserslautern Mackenbach: Doppelkreisel oder Kreuzung mit Ampeln
Es ist endlich so weit: Die Planungen für den Mackenbacher Kreisel nehmen Fahrt auf. Ein vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) beauftragtes Planungsbüro hat mehrere Lösungsvorschläge ausgearbeitet. Zwei seien in der engeren Wahl, erklärt der Kaiserslauterer LBM-Leiter Richard Lutz. Der Ortsgemeinderat Mackenbach will sich einbringen und geht davon aus, in den nächsten Wochen und Monaten mit dem Thema beschäftigt zu sein.
Seit Jahren klagen Bürger wegen des stockenden Berufsverkehrs aus Mackenbach und Schwedelbach Richtung Kaiserslautern und Landstuhl am Morgen sowie wegen des Staus aus Richtung Weilerbach am Abend. Das Nadelöhr: der zu klein dimensionierte Kreisel östlich von Mackenbach. Die neueste Analyse, vom Planungsbüro im Jahr 2016 vorgenommen, weist eine „signifikante Steigerung der Verkehrsbelastung“ gegenüber der Analyse von 2011 auf, so der LBM. Damals war eine Verkehrsuntersuchung für das US-Krankenhaus durchgeführt worden. Für das Prognosejahr 2025 gehen die Planer von einer Verkehrszunahme von knapp sieben Prozent aus, „so dass der heutige Kreisverkehr in Zukunft nicht mehr leistungsfähig sein wird“.
Problem: Starker Über-Eck-Verkehr
Mehrere mögliche Lösungsvorschläge hat das beauftragte Planungsbüro erarbeitet, die zusammen mit den Analysen und Simulationen dem Mackenbacher Ortsgemeinderat Ende vergangenen Jahres in nicht öffentlicher Sitzung vorgestellt wurden. Zwei Varianten seien inzwischen als Favoriten herausgearbeitet, würden auf Kosten und lärmtechnische Auswirkungen untersucht, sagt LBM-Leiter Lutz. Doppelkreisel oder eine Kreuzung mit Ampeln und vielen Abbiegespuren seien die einzigen beiden Möglichkeiten, die in den Spitzenstunden funktionierten, erklärt er. Denn das Problem sei der starke Über-Eck-Verkehr. Abbiegespuren am Kreisel vorbei würden so nicht funktionieren, da kaum Verkehr geradlinig durch den Kreisel führe. „Die meisten müssen zu drei Vierteln durch.“ Der Vorteil eines „Verkehrsknotenpunktes mit Lichtsignalanlage“ sei, dass über die Grünzeiten eine Steuerung möglich sei. Allerdings seien hier nicht nur die Bau-, sondern auch die weiteren Betriebskosten zu beachten. Ein Tandemkreisel, ähnlich dem im Mackenbacher Süden, würde die Einfahrt aus Mackenbach entkoppeln von der Umgehungsstraßenverknüpfung.
Bis Ostern soll entschieden werden
Auf eine Entscheidung bis Ostern setzt Lutz. Schließlich solle bald mit dem Planfeststellungs- und Baurechtsverfahren begonnen werden. Die Maßnahme sei für 2019/2020 im Landesbauprogramm vorgesehen. „Diejenigen, die bezahlen, entscheiden in letzter Konsequenz“, stellt er klar. Und das ist hauptsächlich das Land, zu einem Teil auch der Kreis, denn „die Verkehrsbelastung auf dem vierten Kreiselast (K79) fällt nicht unter die Bagatellklausel der Straßen-Kreuzungsrichtlinie“, so der LBM. Dennoch sollen die Betroffenen gehört, informiert, „mitgenommen“ werden, erklärt Lutz.
Ortsbürgermeister Steinhauer: Nicht drängeln lassen
Der Mackenbacher Ortsbürgermeister, Jürgen Steinhauer (SPD), ist derweil zuversichtlich, dass die Zusammenarbeit mit dem LBM – wie beim Kreisel am südlichen Ortsausgang Richtung Air Base – fruchtbar sein werde. „Wir haben ein Mitspracherecht, es ist ja hauptsächlich unsere Gemarkung betroffen. Wir wollen die beste Lösung, aber es ist natürlich kein Wunschkonzert“, sagt er. Die Fraktionen seien zurzeit in Beratung über die vorgestellten Varianten. „Es ist ja noch im Anfangsstadium“, meint der Ortsbürgermeister. „Es gilt jetzt, das richtig zu machen, nicht wie damals.“ Da wolle man sich auch nicht drängeln lassen. Vor allem wolle der Rat darauf achten, dass der Landverbrauch möglichst gering gehalten werde und der Fuß- und Radweg Richtung Weilerbach gut angeschlossen bleibe. Wann die nächste öffentliche Sitzung sich mit dem Kreisel befasse, konnte er in der vergangenen Woche noch nicht sagen. Allerdings sei er sicher, so Steinhauer, dass der Rat noch in den nächsten Wochen und Monaten mit dem Thema befasst sein werde.