Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Linke-Direktkandidat verkündet seinen Rückzug, kann aber trotzdem gewählt werden

Harald Lauer in seinem Dorfladen in Mackenbach .
Harald Lauer in seinem Dorfladen in Mackenbach .

Die Linke kürte ihn zum Landtagskandidaten für den Wahlkreis 46, der den westlichen Landkreis abdeckt. Jetzt hat Harald Lauer zwar seinen Rückzug verkündet. Auf dem Wahlzettel wird der Name des Mackenbachers dennoch zu finden sein.

Im Herbst wurde Lauer, der in Mackenbach einen Dorfladen eröffnet hat und Mitglied des Weilerbacher Verbandsgemeinderates ist, zum Direktkandidaten für die Wahl am 14. März gewählt – ein B-Kandidat wurde nicht nominiert. Lauers Schwerpunkt sei das Leben auf dem Land, hieß es damals. Dazu gehöre der zügige Ausbau von schnellem Internet, die Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs, die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung und der Erhalt einer dörflichen Infrastruktur.

Persönliche Gründe

Den Anforderungen könne er nun aber nicht mehr gerecht werden, meint der 67-Jährige und teilt mit, dass er nicht mehr für den Landtag zur Verfügung steht. Das habe er vor Weihnachten noch in einem Brief an seine Partei darlegen wollen, dieser habe allerdings von der Post nicht zugestellt werden können. „Für mich haben sich die Eckdaten so geändert, dass das nicht mehr geht.“ Seinen Rückzug, den er bedauert, begründet Lauer mit persönlichen und gesundheitlichen Gründen. Diese kann der Partei-Kreisvorsitzende Alexander Ulrich, der nach eigenen Angaben erst Ende der vergangenen Woche offiziell von dem Rückzug erfahren hat, nachvollziehen, will sie aber nicht öffentlich diskutieren. Für ihn sei es gleichfalls wichtig, dass die Gründe nichts mit der Partei zu tun haben.

Er erscheint auf dem Stimmzettel

Und nun? „Nach meiner Information ist es so, dass es keine Möglichkeit zur Veränderung mehr gibt, wenn die Kandidaten erst einmal zugelassen sind“, sagt Ulrich. Das bestätigt die Kreisverwaltung auf Anfrage. Die Partei Die Linke habe Harald Lauer ordnungsgemäß beim Kreiswahlleiter als Wahlkreisvorschlag benannt. Lauer habe dafür schriftlich seine Zustimmung erklärt. „Der Wahlkreisvorschlag der Linke wurde mit einstimmigem Beschluss des Wahlausschusses am 6. Januar für die Landtagswahl zugelassen und erscheint daher auch auf dem Stimmzettel“, betont Kreissprecherin Georgia Matt-Haen. Lauers abgegebene Zustimmungserklärung ist verbindlich. „Nach geltendem Wahlrecht wäre es nur seiner Partei bis zur Einreichungsfrist noch möglich gewesen, den Wahlkreisvorschlag zu ändern. Er selbst ist dazu nicht befugt.“ Diese Frist endete am 29. Dezember um 18 Uhr. Da die Partei keine Änderung vorgenommen habe, bleibe Lauer Wahlkreisbewerber der Linken.

Von Verpflichtungen entbunden

Die Partei habe Lauer von seinen Wahlkampfverpflichtungen entbunden, sagt Alexander Ulrich. Der Kreisvorsitzende geht davon aus, dass der Mackenbacher dennoch ein gutes Ergebnis einfahren wird. „Falls er doch gewählt werden sollte, hätte er ja die Möglichkeit, noch einmal darüber nachzudenken.“ Das schließt Lauer allerdings für sich aus. Ihm geht es nun einfach darum, seine potenziellen Wähler darüber zu informieren, wie er meint.

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