Kreis Kaiserslautern
Linden: Seit über 20 Jahren gibt es den „Bämchesholveroi“ – Mit dem Sozialpreis geehrt
Einen Weihnachtsbaum kaufen und dabei Gutes tun – das geht seit 23 Jahren beim „Bämchesholveroi“ mit seinen nur vier Mitgliedern. Für sein Engagement erhielt er jetzt den Sozialpreis der Verbandsgemeinde Landstuhl.
Am dritten Adventswochenende ist es diesmal wieder so weit. Die vier Mitglieder des „Verois“ haben circa 180 Bäume im Angebot. Es gießt in Strömen. Der Wind bläst kräftig. Kein Problem für die vier fleißigen Mannen und ihre zahlreichen Kunden an diesem Samstag in der Flürchenstraße, vor der katholischen Kirche. Der Vorsitzende der Truppe, Andreas Baqué, erinnert sich, wie alles angefangen hat: „Ich hatte 1996 die Idee, man könnte ja die Weihnachtsbäume selbst verkaufen.“ Gesagt, getan.
Mit knapp 30 Bäumen fing alles an
Mit Freunden fuhren sie nach Hauenstein und brachten damals aus einer Schonung knapp 30 Bäume mit. Auf Baqués Wohngrundstück boten sie diese dann zum Verkauf an. Als die Nachfrage im Laufe der Jahre immer größer wurde, stellte die Ortsgemeinde Linden einen geeigneten Platz für den „Veroi“ zur Verfügung.
Ortsbürgermeisterin Nicole Meier freut sich über das Engagement der „Bämchesholer“. Der Erlös aus dem Verkauf werde für kommunale und soziale Zwecke verwendet, sagt sie. So würden unter anderem Kindergärten, Kirchen und Verwaltungseinrichtungen unterstützt.
„Wir sind kein eingetragener Verein“, betont Baqué, auch wenn der Name „Bämchesholveroi“ dies vermuten ließe. Nun wurde die Truppe sogar mit dem mit 150 Euro dotierten Sozialpreis der Verbandsgemeinde Landstuhl ausgezeichnet. „Eine Anerkennung für Menschen, die sich in besonderem Maß für andere engagieren und Beispiele für selbstlosen gesellschaftlichen Einsatz darstellen“, wie Verbandsbürgermeister Peter Degenhardt bei der Preisverleihung im November betonte.
Nobilis- und Nordmanntannen wechseln die Besitzer
Drei Anhänger voller Bäume wurden in diesem Jahr aus Schonungen in Heltersberg, Katzweiler und Horbach herbeigeschafft. Heribert Leis, Wilfried Baqué und Werner Trinkaus bilden gemeinsam mit Andreas Baqué das Weihnachtsbaumquartett. Sie haben gut zu tun. Stattliche Nobilis- und Nordmanntannen wechseln die Besitzer. Mit geübten Handgriffen werden die Bäume eingenetzt. Den Männern bleibt kaum Zeit, mit Gästen ein paar Worte zu wechseln, so groß ist die Nachfrage.
Die Unterstützung im Ort sei groß, berichtet Andreas Baqué erfreut. Die ortsansässige Bauunternehmung Wiehn habe eigens ein Fahrzeug zum kostenlosen Heimlieferservice zur Verfügung gestellt. Nicht jeder habe ja die Möglichkeit, den Baum selbst zu transportieren, sagt Baqué.
Auch für Essen und Getränke ist gesorgt
„Wir kommen jedes Jahr hierher zum Baum kaufen und Leute treffen“, erzählt Claudia Kettering aus Queidersbach. Im geräumigen Zelt, das noch vom Weihnachtsmarkt des vorangegangenen Wochenendes übrig geblieben ist, scharen sich die Besucher bei Glühwein und Bouletten zum Aufwärmen und Plaudern um die Bistrotische. Claudia Negle aus Linden und Theresa Reischmann aus Queidersbach bieten an ihrem Verkaufstisch selbst gemachte Liköre, Marmeladen und Cremes an. Am Nachbartisch stehen Weihnachts-Dekoartikel aus Holz von Herbert Karch aus Erfenbach.
Rüdiger Leis und Matthias Negle sind die Ansprechpartner für den Verkauf. Gleichzeitig bewirten sie die Gäste mit Essen und Trinken. Andreas Baqué betont, dass „wir sehr froh sind für das ehrenamtliche Engagement unserer Helfer“. Nach getaner Arbeit werde man sich noch gemütlich zusammensetzen.