Kreis Kaiserslautern „Las Vegas“ zieht durch Ramstein

Beim Westricher Fastnachtsumzug im vergangenen Jahr zogen die Narren im Regen durch die Straßen. Diesmal hoffen die Veranstalter
Beim Westricher Fastnachtsumzug im vergangenen Jahr zogen die Narren im Regen durch die Straßen. Diesmal hoffen die Veranstalter auf besseres Wetter.

Die Vorbereitungen für den 67. Westricher Fastnachtsumzug laufen. Wenn am Fastnachtsdienstag, 13. Februar, ab 14 Uhr die Narren durch die Ramsteiner Straßen ziehen, sollen alle Voraussetzungen geschaffen sein, damit wieder friedlich gefeiert werden kann.

Bislang haben sich über 1000 Mitwirkende bei Hartmut Schäffner vom Karnevalverein Bruchkatze Ramstein, der den Kopf des Umzugskomitees bildet, angemeldet. Er und Bürgermeister Ralf Hechler (CDU) gehen davon aus, dass es in den nächsten Tagen noch mehr werden. Einen Grund für das zögerliche Eintrudeln sehen sie in der kurzen Saison und dem frühen Termin. Sie bezweifeln nicht, dass alle US-amerikanischen Gruppen wieder eintreffen. Fest steht, dass acht Musikkapellen und Fanfarenzüge, darunter die Marching Band der US-amerikanischen Luftstreitkräfte und Guggenmusikanten, den Zug begleiten werden. Mit dabei sind außerdem elf Karnevalvereine von Kaiserslautern bis Altenglan, von Kusel bis Pirmasens – und natürlich die Bruchkatzen, die das Straßenspektakel ausrichten. Auch eine Delegation aus der französischen Partnerstadt Maxéville wird dabei sein. Ratsmitglieder werden mit den 50 angereisten Gästen mit einem gemeinsamen Motivwagen teilnehmen. Unter den 40 Fußgruppen und 15 Motivwagen sind zahlreiche Vereine aus Ramstein-Miesenbach und Umgebung, die mit Mottos wie „Welcome to Las Vegas“, „Pop Art“ oder „Walt Disney“ an den Start gehen. „Alle Vorbereitungen sind abgeschlossen, und die Umzugsplaketten sind auch schon da“, sagt Schäffner. Er lobt die seit Jahren gut funktionierende Kooperation mit Polizei, Feuerwehr, Rettungskräften und der Stadt, die alle an einem Strang ziehen, um ein friedliches Feiern zu ermöglichen. „Angesichts der Sicherheitslage und vor dem terroristischen Hintergrund in Deutschland und in Europa sowie den Erfahrungen bei Großveranstaltungen messen wir dem Fastnachtsumzug eine gewisse Gefährdungsrelevanz bei“, sagt Siegfried Ranzinger, der Leiter der Polizeiinspektion Landstuhl. „Wir rechnen nicht mit Straftaten oder gewalttätigen Übergriffen, aber alkoholbedingte Straftaten wie Belästigungen oder unangemessene Annäherungen können wir nicht ausschließen.“ Deswegen werden Polizeikräfte verdeckt und offen in den Straßen unterwegs sein. Wieder ist für die Bevölkerung im Rathaus eine Anlaufstelle der Polizei eingerichtet, die persönlich aufgesucht oder telefonisch unter der Nummer 06371/592444 erreicht werden kann. Erstmals gebe es hier auch einen Rückzugsort für Frauen, der mit Polizistinnen besetzt sei. Ab 12 Uhr ist die Umzugsstrecke gesperrt. Der Umzug startet in der August-Süßdorf-Straße, setzt sich über die Bahnhof- und Schulstraße in Richtung Landstuhler Straße fort. Von dort an geht es weiter durch Siedlungs- und Lilienstraße, dann durch die Spesbacher und Miesenbacher Straße. Über die Bahnhofstraße wird wieder der Ausgangspunkt erreicht. Je eine Sprecherstelle ist an der alten Schule und am Museum im Westrich eingerichtet. Thomas Layes und Hechler werden hier Stimmung machen und die Nummern ankündigen. Nach dem Umzug ist Party angesagt. Wer im Haus des Bürgers feiern will, muss sich zuvor an den Sperrpunkten entlang der Umzugsstrecke oder am Eingang eine Plakette für zwei Euro kaufen. Der Ansteckbutton gilt nicht nur als Ticket, sondern unterstützt auch den Verein als Veranstalter, der tief in seine Tasche greifen muss, um das närrische Spektakel zu finanzieren. Mit rund 25.000 Euro schlägt es nach Hechlers Auskunft zu Buche – wobei die Stadt, je nach Höhe der Einnahmen, den Verein unterstützt. Direkt nach dem Ende des Umzugs werden die Straßen gereinigt. Die Sperrungen im Umfeld bleiben danach noch bis 18 Uhr bestehen, im Stadtkern und in der Bahnhofstraße bis 20 Uhr.

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